Diskussionsforum der stw-boerse: Strategiediskussionen: Strategie Al Sting
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al_sting - Montag, 30. November 2020 - 21:12
Der November war ein sehr dankbarer Monat.
1. Mein Musterdepot ist das erste Mal seit März in den grünen Bereich gestiegen
2. Es ist sogar gleich in mein langfristiges Zielfenster von 10-15% Jahresrendite gesprungen.
3. Während die Performance lange Zeit hinter dem DAX hinterherhinkte oder diesen mit Müh und Not einholte, wurde jetzt auch das zweite Zielfenster "DAX+5%" erstmals in diesem Jahr erreicht.

Wenn der Dezember nicht zu Rückschlägen führt, kann dieses in vielen Hinsichten unerfreuliche Jahr zumindest börsentechnisch anständig ausklingen.
Die Kurse enthalten mittlerweile eine Menge Hoffnung auf das nächste Jahr.

prof - Montag, 30. November 2020 - 21:44
Gratulation: Du hast das Ding gedreht und dieses Mal waren es eindeutig Deine Ideen wie ENAV, Mutui, Sixt, Trilogiq und Weng, welche den Ausschlag gaben!

Ob man "zur Abschreckung" die zwei Puts bis zum bitteren Ende halten muss, bezweifle ich!

al_sting - Montag, 30. November 2020 - 22:07
Zu den Puts: Wenn sie in einem Jahr verfallen, kann ich damit gut leben. Ist ja nicht mehr viel wert.
Wenn die Puts aber wieder steigen, weil die Blasen platzen, und ich habe zuvor verkauft, würde ich mich massiv ärgern.
Also besser halten, für den eigenen Emotionshaushalt. :-)

prof - Dienstag, 1. Dezember 2020 - 17:44
Hast Du das als alter Hase mit dem Emotionshaushalt nötig? Es ist immerhin Performance.

al_sting - Dienstag, 1. Dezember 2020 - 18:20
Ja, habe ich. :-)

Bezüglich Performance: Gemeinsames Depotgewicht unter 1%, das sind mittlerweile irrelevant.
Aber bei Verkauf und anschließendem Durchstarten des Puts würde das in die Schublade der zu früh verkauften und anschließend verzigfachten Hypoport-Aktie kommen, Rubrik schmerzhaft.

al_sting - Donnerstag, 31. Dezember 2020 - 17:07
Quartals- und Jahresabrechnung: +17,4% gegenüber einem DAX von +3,8%.

Was für ein 4. Quartal!
In der Auswertung zum letzten Quartal schrieb ich noch: "Mit aktuell -3,2% liege ich erstmals in diesem Jahr nicht hinter dem DAX."
Nach diesem Quartal liegt mein Depot sehr duetlich vor dem DAX und mit 17,4% auch sehr deutlich im Positiven, sogar oberhalb des langjährigen Zielkorridiors von 10-15%.
Der Gesamtbörse tat dieses Quartal gut, meinem Portfolio noch viel besser. Dabei half mir in diesem Quartal sehr glückliches Timing beim Kauf von Sixt und ENAV, aber auch das Anspringen alter Depotschwächlinge wie Salzgitter. Und natürlich der ungebremste Anstieg von MutuiOnline.

al_sting - Donnerstag, 31. Dezember 2020 - 17:20
Teil 2 von Rückblick und Ausblick.
Weniger börsentechnisch als vielmehr gesamtgesellschaftlich, daher in einem gesonderten Eintrag gepostet.

Dem Land bekam dieses 4. Quartal leider nicht so sehr wie meinem Depot: Corona verbreitet sich ähnlich wie die Grippe über Aerosole, und mit Beginn der Grippesaison stiegen im Herbst völlig erwartbar auch die Corona-Infektionen an. Mittlerweile sind wir kurz vor überfordert. Einige Freunde berichten von Verwandten, deren notwendige Operationen zeitlich nach hinten verlegt werden, weil die Krankenhäuser mit Corona überlastet sind. Ich hoffe, es kommt in der Wartezeit nicht zu Todesfällen, zu Kollateraltoten der Epidemie selbst ohne Infektion.

Aber immerhin sehen wir mit dem Impfstoff ein Licht am Ende des Tunnels, und darauf ist auch die Börse so beglückt angesprungen.
Das erste Quartal 2021 wird noch hart werden, aber im April sollten einerseits diegefährdetsten (impfwilligen) Menschen geimpft sein und andererseits die winterliche Grippesaison auslaufen, ab dann sollte der Corona-Druck stetig nachlassen.

Dann lässt sich so langsam der Umfang der Corona-Schäden erkennen:
- Die Zahl der zusätzlichen Todesfälle und der durch Coronaspätwirkungen betroffenen Menschen.
- Die betriebswirtschaftlichen Corona-Verwerfungen, die die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen bedrohte und zerstörte.
- Die volkswirtschaftlichen Verwerfungen unserer Gesellschaft in Form hoher Schulden für Bund, Länder und Kommunen.
- Die gesellschaftlichen Verwerfungen in Form stark verhärteter Fronten zwischen "Covidioten" und "Schlafschafen".
- Die seelischen Schäden und Verwerfungen, die die monatelange nervliche Überforderung bei einigen Menschen hinterlassen.
Und noch einige andere Kollateralschäden und Kollateralnutzen, die ich noch nicht absehen kann.

Wir werden Trümmer beseitigen, miteinander reden, um Verzeihung bitten müssen, anderen verzeihen und daraus lernen.

Für mich war Corona ein "black-swan"-Ereignis wie aus dem Lehrbuch. Heute vor einem Jahr meldete der Spiegel: "Infizierte unter Quarantäne Zentralchina meldet mysteriöse Lungenkrankheit"
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/wuhan-zentralchina-meldet-mysterioese-lungenkrankheit-a-1303225.html
Ich las es, aber ich hätte damals nie erwartet, dass diese Lungenkrankheit unser Leben in diesem Jahr 2020 derart umkrempelt - schwarzer Schwan eben.

Heute hörte ich, dass dieses Jahr das zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war. Wieder einmal (fast) ein Hitzerekord.
Die Klimaerwärmung ist kein black swan. Sie kommt langsamer und ist vorhersehbarer, aber sie kommt mit mehr Macht. Sie dürfte uns nicht nur ein Jahr beschäftigen, sondern über viele Jahrzehnte. Eine Impfung alleine reicht da nicht.

In meinen Augen ist Corona ein kurzer (und vergleichsweise softer) Vorbote auf die externen Herausforderungen, Zumutungen und Beeinträchtigungen, die dieses Naturereignis für uns bedeuten wird. Zum Einen können (und müssen) wir versuchen, die Ursachen anzugehen (CO2-Ausstoß reduzieren), damit zumindest die Geschwindigkeit der Veränderung sinkt. Zum Anderen müssen wir uns aber auf die Klimaerwärmung einrichten. Darauf, dass das Klima heißer, trockener, stürmischer und insgesamt unvorhersehbarer wird, wahrscheinlich auch ungemütlicher.
Ich persönlich denke, ebenso wie bei Corona ist ein gemeinschaftliches Herangehen zielführender als ein individuelles "jeder kämpft für sich". Aber ebenso wie bei Corona drohen die notwendigen Herausforderungen und Einschränkungen die Gesellschaft zu überfordern und zu spalten.

Mal sehen, ob wir aus Corona Lehren ziehen können, die uns beim Umgang mit der Klimaerwärmung helfen können. Weniger wissenschaftlich als vielmehr sozialwissenschaftlich, bezüglich der sozialen Dynamiken unserer Gesellschaft, in Deutschland, Europa und der Welt.

In dem Sinn: Auf ein gutes, neues Jahr.
Es bleibt interessant.

al_sting - Donnerstag, 31. Dezember 2020 - 17:36
Nachtrag: Mit einer Jahresrendite von 17,4% und einem Vorsprung auf den DAX von über 10% der Jahresverlierer dieser erlesenen Gruppe zu sein ist wirklich beachtlich!
In diesem Fall sehe ich mich nicht als Jahresverlierer, sondern als vierter Sieger, und ich freue mich über so starke Sparringpartner!

al_sting - Mittwoch, 3. März 2021 - 20:08
Hinweis: Der Zoom-Put hat mir in wenigen Tagen die Möglichkeiten einer hohen Vola gezeigt:
1.März, morgends, Kauf zu 7,93€
1.März, abends: Absturz auf 6,63€ (-16%)
2.März, mittags: 2. Absturz auf 5,82€ (-12%)
2.März, abends: Anstieg auf 8,02€ (+38%)
3. März, morgends: Abfall auf 7,37€ (-8%)
3.März, abends: Anstieg auf 8,96€ (+22%)

Daraufhin habe ich im Privatdepot von dem Erwerb eines zweiten Put mit der Restposition vorerst abgesehen und endlich (dem Musterdepot folgend) auch eine Position in DSSI eröffnet.
These: Mit besserer Impfstoffversorgung geht der Lockdown global seinem Ende entgegen und der Bedarf nach Kerosin und Öl wird in absehbarer Zeit wieder steigen. Davon sollte DSSI profitieren.

prof - Mittwoch, 3. März 2021 - 20:17
Ein Optionsschein mit einem hohen Hebel auf eine sehr volatilen Aktie. Was erwartest Du da?
;-)

al_sting - Mittwoch, 31. März 2021 - 20:23
Q1-Abrechnung:
Depot 16,6%
versus DAX 9,3%
Outperformance zum DAX: 6,7%

Ganz kurze Rückmeldung: Ich bin sehr zufrieden. Nach dem ersten Quartal sind schon beide Jahresziele (Depotperformance 10-15% sowie >DAX+5%) erreicht.
Weiterhin hat das Musterdepot den Startbetrag von Anfang 2010 mittlerweile verfünffacht, so wie sich auch mein Topwert MutuiOnline (im Depot seit 2015) im Wert mittlerweile verfünffacht hat.

Aber zugegeben, viele Aktien liefen dieses Quartal sehr gut. Ich habe gerade die Quartalsbilanz eines anderen Forenteilnehmers bei antizklisch-investieren gesehen, sagenhafte +63%
Siehe sein Blog unter http://cassiopeiavalueinvesting.wordpress.com/2021/03/31/performancebericht-q1-2021

Eine Einzelwertbetrachtung reiche ich später nach.

al_sting - Donnerstag, 1. April 2021 - 13:03
Einzelfallbetrachtung:

Mutui Online:
- Positive Überraschung des letzten Jahres wie auch diesen Quartals.
- Konzept in wenigen Worten: Digitaltrends erreichen (laut den Gründern von MutuiOnline) West- und Mitteleuropa mit geraumer Verzögerung zu den USA, und Italien noch einmal mit geraumer Verzögerung zu West- und Mitteleuropa. Also schauen sie sich in den USA sowie in West- und Mitteleuropa die erfolgreichen Trends an und versuchen, diese erfolgreich und möglichst frühzeitig in Italien umzusetzen. (Gewissermaßen Copycat a la Rocket Internet in seriös.) Dabei haben sie einen guten Blick auf die Kosten, so dass sie seit Jahren sehr profitabel wachsen.
- Hat im letzten Dezember die Marktkapitalisierung von 1 Mrd.€ überschritten. Gut möglich, dass seitdem auch größere Fonds einsteigen und den Kurs weiter treiben können.
- Haben in diesem Jahr mit einem krassen außerordentlichen Gewinn überrascht, der etwa das Doppelte des regulären Gewinns ausmacht. (Ursache ist mir immer noch nicht ganz klar.)
- Dank des außerordentlichen Gewinns sehe ich derzeit ein temporäres Kurspotential von bis zu 60€. Davor wird nix verkauft.

Trilogiq:
- Hat sich dank eines Sonderauftrags in der Coronakrise sehr gut geschlagen.
- Die Sanierung schreitet stetig fort. Im kommenden Geschäftsjahr könnten die letzten Abschreibungen getätigt werden. Anschließend sehe ich wieder das Potential für ein profitables Geschäft auf einem durch die Sanierung zusammengeschrumpften Level.
- Der Markt hat die Sanierungserfolge anerkannt und ist nach den Jahreszahlen in diesem Quartal erstaunlich stark angesprungen.
- Die hohen Cashreserven bieten Raum für mutige Investitionen oder aber für Übernahmen von Corona-geschwächten Konkurrenten. Es ist aber fraglich, ob der Chef und Großaktionär das anstrebt.
- Ich sehe derzeit ein mittelfristiges (1-2 Jahre) Kurspotential von etwa 10€ als dem ungefähren Buchwert. Genaueres zeigt sich aber erst, wenn das Profitpotential nach der Sanierung offenbar wird.

Nach-Coronawette 1: Sixt und ENAV
Der Timing des Kaufs war sehr glücklich. Kurz danach wurde der erste Impfstoff verkündet, und prompt dachten die Börsen auch Post-Corona.
Sixt hat in der Krise einerseits in den USA wichtige Flughafenstationen eines insolventen Mitbewerbers übernommen. Andererseits haben sie eine gute Liqudität sichergestellt haben, so dass sie anders als Mitkonkurrenten keine finanziellen Engpässe haben, Post-Corona schnell die Mietwagenflotte zu vergrößern.
(Siehe http://www.manager-magazin.de/unternehmen/mietwagen-teuer-in-usa-500-dollar-fuer-einen-kleinwagen-pro-tag-a-0d304a4d-ed1a-4723-9b33-5a25151da5ce)
Sixt ist als Langzeitanlage geplant, der Laden gefällt mir sehr gut.
ENAV hat sich auch sehr gut entwickelt. Hier sehe ich per se wenig Gründe, warum die Aktie den langjährigen Durchschnitt überschreiten sollte. Daher werde ich bei Kursgewinnen über 50% über einen Verkauf nachdenken.

Nach-Coronawette 2: CPLP / DSSI
In der Nach-Coronazeit wird der Bedarf an internationaler Seefracht wieder ansteigen. Das sollte den Logistikern helfen. Mit der Entwicklung der Seelogistiker CPLP (Container) und DSSI (Erdölprodukte) bin ich sehr glücklich.
Nebenbei: Gestern hat DSSI eine Fusion mit International Seaways (INSW) bekanntgegeben, die mir eher wie eine freundliche Übernahme von DSSI durch INSW erscheint.
http://diamondsshipping.com/news/news-details/2021/International-Seaways-and-Diamond-S-Shipping-Announce-Merger/default.aspx
Ich kann die Bedeutung der Fusion noch nicht einschätzen.

Agfa-Gevaert:
- Corona war teuer für das Unternehmen. Durch den Verkauf eines Teilgeschäfts vor einem Jahr konnte es aber genug Reserven aufbauen, um nicht in Probleme zu geraten.
- Wie auch immer, die Sanierung verzögert sich und bei antizyklisch-investieren haben einige Anleger bekundet, vorerst dort auszusteigen.
- In den nächsten Monaten erwarte ich hier keine großen Überraschungen, aber mittelfristig sehe ich nach wie vor ein solides Kurspotential.

IVU Traffic:
Meine Wette auf den schienengebundenen Verkehr hat sich im letzten Jahr auch prächtig entwickelt, in diesem Quartal eher seitwärts.
Ich erwarte auch zukünftig zumindest in Europa steigende Investitionen in das Schienennetz, entsprechend will ich IVU Traffic länger halten.

Weng Fine Arts / Artxxx:
WFA war ein Durchstarter im letzten Jahr. Der Gewinn hat sich mal eben verdreifacht.
In diesem Quartal war der Kursverlauf eher ruhig, aber ich erwarte in diesem Jahr noch ein paar nette Überraschungen, beispielsweise bei einem offiziellen Börsengang von Artxxx.

IAC Interactive:
Ein Abschreiber von stw und letztlich Prof.
Hat sich im letzten Jahr grandios entwickelt, wird gehalten.

Cegedim:
Dass ein IT-Unternehmen in der Gesundheitsbranche im letzten Jahr nicht mehr erreicht hat, finde ich unbefriedigend. Die Aktie steht bei mir auf der Kippe.

Salzgitter:
Meinen Ausstieg aus den deutschen Autobauern bereue ich mittlerweile. Porsche hat seit meinem Ausstieg im letzten Oktober um über 80% zugelegt.
Nun ja, Salzgitter sollte von der wieder gestiegenen Autoproduktion und generell der steigenden Stahlnachfrage profitieren, ebenso von ihren Projekten zu CO2-neutraler Stahlerzeugung. Die Kursentwicklung macht derzeit Freude.

Puts auf Tesla und Uber:
Die beiden Puts laufen nach wie vor schlecht, warnende Beispiele. Ich bin fasziniert, wie lange Tesla und Uber sich auf einer derart krassen Überbewertung halten.

Puts auf Zoom:
Mit diesem jüngsten Put bin ich derzeit sehr zufrieden. Arbeitsthese: Einerseits ist die Konkurrenz in dem Bereich hoch (--> Preis- und Margendruck), andererseits wird Post-Corona die Nachfrage nach Videokonferenzen wieder sinken. Die "Zoommüdigkeit" ist schon sprichwörtlich.

Wikifolio Katjuscha:
Kat ist weiter gut unterwegs. 2021 könnte direkt an sein sehr gutes Jahr 2020 anschließen.

Watchlist:
Eher dünn, ich bin mit den meisten meiner Wertederzeit sehr glücklich.
1. Sofern ich die Branche der Lieferdienste ausreichend gut verstehe, um mir eine belastbare Meinung zu bilden, ist dort ein Engagement vorstellbar.
2. Mein Appetit auf Puts steigt wieder. Das gilt für den geplanten Wework-Börsengang via Spac, aber auch für eine Neuauflage bei Tesla oder Uber, wenn diese "anfälliger" werden.

prof - Donnerstag, 1. April 2021 - 20:21
Eine sehr gute Bilanz - Gratulation!
Meine drei Abschreiber von Dir Mutui, IVU und Weng laufen...

al_sting - Montag, 19. April 2021 - 10:15
Ich trenne mich von meinem Zoom-Put. Und im Rahmen der Depotreinigung auf von den Put-Leichen von Tesla und Uber.

Den Zoom-Put habe ich mit Blick auf die Nach-Corona-Zeit gekauft. Nun sieht es für mich so aus, als könnte uns Corona noch etwas länger im Griff haben.
- Deutschland (und Europa) wird dank der sehr zähen Impfkampagne von der 3. Welle stärker getroffen als erwartet. Meine These, dass sich die LAge ab Ostern mit dem Frühling entspannt und mit einer schnellen Impfkampagne der Sommer wieder nahezu normal wird, zerbröselt gerade. Da mag der klat startende Frühling auf die Seele schlagen, aber auch den halbwegs normalen Sommer sehe ich mit immer größeren Fragezeichen.
- Brasilien, dass den "Durchseuchungsansatz" am schmerzbefreitesten gefahren ist, wird von der 3. Welle dank neuer Mutationen ebenfalls sehr stark getroffen. Die Corona-Toten erreichen dort derzeit neue Höchststände, das Gesundheitssystem ist völlig überfordert. Auch Länder wie Indien scheint es stark zu treffen.
- Die Schlagkraft der Mutationen gegen Geimpfte und bereits Infizierte kannn unerfreulich stark sein, wobei ich das Potential noch nicht abschätzen kann. Sofern die Impfung nicht gegen eine Ansteckung, wohl aber gegen schwere Krankheitsverläufe schützt (meine derzeitige Arbeitsthese), führt die Impfkampagne aus der Krise. Aber der Nebel ist noch dicht.

Mein Fazit: Die Sommersaison fällt leider noch einmal weitgehend flach. Damit können viele Leute noch länger als ursprünglich gedacht mehr Geld beiseite legen und (auch ganz irrational) anlegen: Bitcoin, Tesla, Gamestop, aber auch Uber und Zoom.
Ich dachte, dieser Geldfluss endet im Frühling, jetzt lege ich 3 Monate drauf.
Auch die Notenbanken und die Regierungen werden länger Geld ausschütten (müssen), um die besonders hart getroffenen Branchen in Kultur, Versorgung und Tourismus wie auch die Gesamtwirtschaft zu unterstützen. Teile dieser Gelder werden an der Börse landen.
Der Zoom-Put läuft eh nur bis Weihnachten, diese "Corona-Verschiebung" kann also massiv gegen ihn laufen. Für den Puts von Tesla und Uber gilt dasselbe.
Also Ausstieg.

Der Zoom-Put war etwa ein Nullsummenspiel. Im Musterdepot eine schwarze Null, im Privatdepot nach Gebühren eine rote Null.
Die Puts von Tesla und Uber verbuche ich gedanklich als Totalausfälle. Bei 90% Verlust und mehr ist der Rest auch icht mehr relevant.

Lerneffekt:
- Ich bin von Puts vorerst "geheilt", daher brauche ich die Warnsignale im Depot nicht mehr.
- In den letzten Monaten waren sie im Depot aber nicht verkehrt, da mich immer mal wieder ein erneuter Tesla-Put gereizt hatte.
- Im Privatdepot hat der verzögerte Verklauf den weiteren Vorteil, dass ich die Verluste in diesem Jahr mit zu realisierenden Gewinnen bei anderen Depotwerten steuerlich verrechnen kann.

Ich bin trotzdem nicht ganz unglücklich mit der Entwicklung der Puts. Sie waren auch als Depotabsicherung gegen Einbrüche gedacht. Der Aktienmarkt, und noch mehr mein Depot, hat sich seit dem Sommer 2020 sehr gut entwickelt. Da kann ich den Verlust der Absicherung gut verschmerzen.
Starke Puts und ein insgesamt kriselndes Depot würden mich mehr ärgern.

al_sting - Montag, 19. April 2021 - 10:20
Ich bin mit Cegedim seit geraumer Zeit nicht übermäig glücklich. Daher wird Cegedim vorerst auf eine Position reduziert.
Angesichts der schwachen Entwicklung von Cegedim und der starken Entwicklung des Depots genügt für diese Positionshalbierung der Verkauf von 400 der derzeit 1400 Stück.

al_sting - Montag, 19. April 2021 - 12:20
Zur Quartalsauswertung habe ich angedeutet, dass ich mir die Lieferdienste gerade näher anschaue und auf die Watchlist setze. Das hatte ich auch konkretisiert, mein klarer Favorit war Just Eat Takeaeway (JET), die mit Lieferando auch den deutschen Markt dominieren.

Eine Vorstellung:
- Im Gegensatz zu neueren Lieferdiensten wie Deliveroo, Doordash und Uber Eat setzt JET in erster Linie auf ein "Marktplatzmodell".
Dabei verdienen sie eine Marge (kommuniziert werden etwa 13%) für die Vermittlung von Kunden an Restaurants. Ein klassisches Plattformgeschäft, sehr gut skalierbar und bei Erreichen einer starken Marktstellung sehr profitabel.

- Das Logistikgeschäft der Zulieferung (Marge für Marktplatz+Lieferung ca. 30%) ist eher ein Zusatzgeschäft, um auch Restaurnats ohne eigene Lieferanten anbieten zu können, die Marktdurchdringung und damit die "Burggräben" zu stärken und eben Lieferkonkurrenten wie Deliviery Hero, Deliveroo, Uber Eats und Doordash abzuwehren. Ich halte dieses Geschäftsmodell für schlecht skalierbar und auch perspektivisch wenig profitabel. Aber als Mittel zum Zweck ist es vernünftig. Wenn es etwa gewinnneutral betrieben werden kann, die eigene Marktstellung festigt und das Geld über die Kundenvermittlung (Marktplatz) verdient werden kann, stärkt es das Gesamtgeschäft. (Analog zu Amazon, die mit der Logistik, ja insgesamt mit dem Verkaufsgeschäft eher kein Geld verdienen, aber die Marktmacht zur Sicherung und Ausbau profitabler Nischen erreichen.)

- Die Profitabilität von Plattformmodellen steigt massiv mit der Marktmacht. Der Marktführer ist oft hoch profitabel, der Zweite verdient auch noch Geld, danach wird es so langsam schwierig.
JET hat seinen niederländischen Heimatmarkt stets erfolgreich gegen "Eindringlinge" verteidigt und sich im deutschen Markt 2019 mit dem Aufkauf von Lieferheld & Co. nach einem harten Markt erfolgreich durchgesetzt. Der holländische Markt ist hoch profitabel, Ebdita-Margen von 50%. Der deutsche Markt geht auch in diese Richtung.

- Mit den Gewinnnen aus diesen Ländern kann JET den teuren Marktkampf in anderen Ländern wie UK (Deliveroo und UberEats) und bald den USA (DoorDash, UberEats) führen und finanzieren.

- JET ist zweifellos Corona-Profiteur, und ein Teil der Umsatzgewinne verlieren sie später wieder. Aber wie viel ist Corona, wie viel ist allgemein steigende Marktdurchdringung?
In den letzten Tagen kamen Quartalszahlen heraus, sehr stark, dank Corona.
Die für mich interessanteste Zahl kam aber aus Australien: Da war das Wachstum +200% und das ohne Lockdown.

- JET ist in der westlichen Welt stark vertreten (Westeuropa flächendeckend, Kanada, Australien, Israel, bald auch mit der Grubb-Übernahme auch in den USA), wo aufgrund des hohen Einkommensniveau die erzielbaren Margen besonders hoch sein dürften. Das deutsche DAX-Unternehmen Deliviery Hero hat den deutschen Markt aufgegeben und ist schwerpunktmäig in Schwellenländern weit weg vom Heimatmarkt vertreten. Finde ich schwieriger.

- Die Regierungen gehen zunehmend gegen die Scheinselbstständigkeit in der Lieferbranche vor. Das kann manches Geschäftsmodell zerlegen, dass auch einer Ausbeutung der Lieferanten basiert.
JET rollt international die Festanstellung seiner Fahrer aus, mit einem Lohngefüge über Mindestlohn und inklusive der resultierenden Sozialleistungen. Damit setzen sie auch in Märkten, wo das noch nicht vorgeschrieben ist (z.B. UK, Australien) die Konkurrenz unter Druck, in der öffentlichen Wertschätzung (Kundenimage!) ebenso wie im Wettbewerb um die Mitarbeiter. Auch ich als Aktionär schätze ein Unternehmen ohne derartige Ausbeutung mehr.
Da im Geschäftsmodell sind die fairen Lohn- und Sozialkosten bereits abgebildet und eingepreist sind, besteht auch hier kein wirtschaftliches Risiko durch absehbare Veränderungen.

- Die Marktkapitalisierung von 13 Mrd€ relativiert sich, wenn man bedenkt, dass alleine der 33%-Anteil an der brasilianischen Beteiligung iFood auf über 2Mrd. geschätzt wird. (Sie sind zu einem Verkauf der Beteiligung bereicht, haben aber Angebote von bis zu 2,3 Mrd als unattraktiv abgelehnt). Wenn dazu das Marktpotential, das Marktwachstum im coronafreien Australien und das Profitabilitätspotential am Beispiel von den Niederlanden gesehen wird, ist hier noch Luft nach oben.
Ich traue JET zu, zum globalen Marktführer aufzusteigen. Dafür werden sie noch lange, teure Makrtkämpfe durchstehen müssen, bis sie eine Marktposition wie in Deutschland erreichen, und auch noch einige teure Übernahmen stemmen, aber das Potential ist beachtlich.

- Der Chart hatte mich bislang von einer Aufnahme ins Musterdepot abgehalten - habe ich etwas übersehen und greife in fallende Messer?
Jetzt wurde die 55-d-Linie überwunden, diese Sorge streiche ich also.

Ich war lange Uber short (mit relevanter Tochter UberEats) und gehe jetzt beim Teilkonkurrenten JET long. Ist das ein Widerspruch? Ich denke nicht.
- Bei JET sehe ich den klaren Fokus auf ein profitables Geschäftsmodell, das ausgebaut und auch durchaus agressiv verteidigt wird.
- Bei Uber sehe ich den klaren Fokus auf Umsatzwachstum ohne einen für mich erkennbaren oder gar fokussierten Pfad in Richtung Profitabilität.

Lese- und Sehempfehlungen:
1. Analyse des immer lesenswerten Blogs von MMI vom 11.01.21: "Just EAT Takeaway.com – Just another roll-up or long term growth opportunity?" http://valueandopportunity.com/2021/01/11/just-eat-takeaway-com-just-another-roll-up-or-long-term-growth-opportunity/
2. Der Blog von Newmoon Capital mit mehr als 10 (!) lesenswerten Analysen zu Just Eat Takeaway und den in UK agierenden Konkurrenten Deliveroo und Uber Eats: http://newmooncap.substack.com/archive?sort=new
3. Zum Hören/Sehen ganz nett: "Just Eat Takeaway - Die Lieferando Aktie vor Fusion mit Grubhub -2. grösster Essenslieferer der Welt" (Dezember 2020) http://www.youtube.com/watch?v=KkOxxxelekw


Langer Rede kurzer Sinn: Aufbau einer Position Just Eat Takeaway.
Kauf 275 Stück, Euronext Amsterdam, Kurs 92,89€
--> 275 x 92,89€ = 25.544,75€

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