Diskussionsforum der stw-boerse: Strategiediskussionen: Strategie Al Sting
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xenon - Dienstag, 14. Mai 2019 - 12:14
Ich ertappe mich immer wieder, schlauer als der Markt sein zu wollen - einer meiner größten Fehler im Anlageverhalten - Trends können länger anhalten, als es mit "Vernunft" zu erklären ist.
Wir sind wahrscheinlich alle Anleger, die Krisen und kräftige Kurseinbrüche noch miterlebt haben (Asien, Russland in den 90-igern, Internethype, Neuer Markt, 9/11, Immobilienkrise 2008).
Auch jetzt haben die Meisten von uns das ungute Gefühl, dass es irgendwann einmal deutlicher (20 - 40%) abwärts gehen könnte (müsste) - deswegen das Interesse an "überbewerteten" Aktien, um im "Ernstfall" "kräftig" am Verfall mitverdienen zu können (weil wir so schlau und erfahren waren und das "Elend" haben kommen sehen)- leider liebe Kollegen - mit oben habe ich immer so meine Probleme - ich habe seit Wochen mit einem OS Basis 12.500 LZ 09/19 und einem Reverse Bonus (Schwelle 13.000)gegen den DAX gewettet - das Aufgeld wurde immer niedriger, bei einem VDAX nahe 12 war das Papier ein "Schnäppchen" - der Reverse Bonus schmolz bei DAX 12.500 wie Eis in der Sonne - dann kommt der Einbruch typisch: schnell, kurz und hart: die Vola explodiert auf 20 und ich hatte lediglich Stunden Zeit, um das Beste aus der Situation zu machen - denn nur am Anfangs steigt der OS überproportional sensationell.
Einen Markt am Boden zu erkennen fällt mir deutlich leichter - manchmal braucht man dafür nur Geduld und genug Selbstdisziplin, den davonlaufenden Kurse gelassen hinterherzuschauen ...
Das schöne an der Börse: es gibt immer neue Chancen - wenn man die Verluste begrenzt.

al_sting - Dienstag, 21. Mai 2019 - 22:25
Gedanken zum Frühjahr:
1. Auf die BVB-Sommerwette verzichte ich dieses Jahr. Der BVB hat die Saison mit einem starken 2. Platz abgeschlossen, nur knapp hinter Bayern München. Entsprechend ist die Stimmung sehr positiv und die Aktie entsprechend ziemlich teuer.

2. Es war nicht direkt so geplant, aber in diesem Jahr scheint es in meinem Depot auf "Sell in (April &) May and go away" hinauszulaufen. Gut 60.000 in Cash & gut 30.000 in der virtuellen Cashreserve ergibt etwa mehr als 25% Cashreserve - ungewöhnlich viel für mein Depot.
Covestro, Svenska Handelsbanken, L&S, Wirecard-Put, Tesla-Put: Alle diese Werte standen eigentlich nicht auf meiner potentiellen Verkaufsliste, aber es gab jeweils m.E. gute Verkaufsgründe. Dazu kam als einziger Kauf der Uber-Put, der als Put eigentlich zu einer noch etwas zurückhaltenderen Long-Einstellung des Depots führt.

So defensiv muss das Depot m.E. gar nicht aufgestellt werden. Deshalb würde ich im Juni gerne einen neuen Wert aufnehmen. Dabei führen bei mir derzeit zwei größere deutsche Firmen mit geradezu konträren Stärken und Schwächen:
1. Salzgitter AG, Stahlproduzent:
Pro: Ich schätze Firma und Management
Contra: Der Stahlmarkt ist in Zeiten des Handelskrieges China vs. USA unter Druck, zudem ist die Nähe zum Depotschwergewicht Automobilbau hoch.
2. Kali & Salz
Pro: Hoffnung für Kali-Markt: Nach der Trockenheit und schwachen Ernten im letzten Jahr sollten die Preise für landwirtschaftliche Produkte wieder steigen, was auch die Düngernachfrage fördert.
Contra: DAs Management von K&S hat mich in den letzten Jahren enttäuscht.

In beiden Fällen sind die Kurse niedrig.
Aber in einem Fall steht also ein starkes Management gegen einen schwachen Markt, im anderen Fall ein schwaches Management gegen einen wahrscheinlich starken Markt.

Mich würde eure Einschätzung interessieren: Was ist wichtiger, Stärke des Absatzmarktes oder Qualität des Managements? Welche Firma reizt euch eher?

prof - Mittwoch, 22. Mai 2019 - 09:39
1.) Bei Deiner Sommerwette wollte ich dieses Jahr mitbieten, da meine Cashquote nach wie vor sehr hoch ist. Aber Dein Argument mit Platz 2 ist einleuchtend.

Charttechnisch sind beide Kaufkandidaten ziemlich ausgereizt. Auf Kali & Salz könnten eventuell auch politische Akzeptanzprobleme zukommen.

Gibt´s nichts Besseres?

levdul1 - Mittwoch, 22. Mai 2019 - 11:22
In stws Digital leader Fund gibt es einige Werte, welche sehr niedrig bewertet sind. Klöckner, BMW und BBVA fallen da sofort ins Auge. Ich gehe davon aus, dass diese Werte von stw gut recherchiert wurden und auch beobachtet zu werden. Somit vermindert man das Risiko ganz grosser Überraschungen etwas.
Auch Leoni wird mittlerweile wie ein Pleitekandidat gehandelt. Im deep value Bereich mangelt es derzeit nicht an Kandidaten.

al_sting - Mittwoch, 22. Mai 2019 - 11:22
Ich denke seit kurzem über einen heißen Tipp nach: Surgutneftegaz-Vorzüge, Dividendenrendite 19%.
Die Firma ist so undurchsichtig wie nur irgend möglich, aber 19% Dividendenrendite ist eine Ansage.

http://www.welt.de/wirtschaft/article166527905/Putins-raetselhafte-Rolle-bei-Russlands-reichstem-Oelkonzern.html

al_sting - Mittwoch, 22. Mai 2019 - 17:24
BMW ist bereits in meinem Depot.
Im Bereich Stahlhandel halte ich nicht viel von Klöckner, ich ziehe Salzgitter deutlich vor - und über die denke ich ja nach.
Banken sind derzeit nicht leicht, sonst hätten Cmmerzbank und Deutsche Bank nicht über eine Fusion nachgedacht. BBVA ist gut und noch vergleichsweise teuer, ich habe eher die noch billigere (und schlechtere) Societe Generale im Auge. Aber der Teilverkauf bei Svenska Handelsbanken war für mich auch ein Eingeständnis, die Dynamik in der Branche schlecht einschätzen zu können. Daher habe ich SocGen erst einmal zurückgestellt.

prof - Mittwoch, 22. Mai 2019 - 20:13
Der Surgutneftegaz Chart weist einen permanenten Abwärtstrend auf. Dazu die Ungereimtheiten. Hier ist man bei Gazprom auf jeden Fall sicherer aufgehoben.

al_sting - Mittwoch, 22. Mai 2019 - 20:31
Die Stammaktie vor Surgut weist einen Abwärtstrend auf, die Vorzugsaktie ist relativ stabil. Ich halte die Vorzugsaktie für interessanter und habe, nicht zuletzt wegen des in vielen Hinsichten extrem ungewöhnlichen Unternehmens (Eine wahre Black Box mit riesiger Cashreserve, großzügigen Dividenden und gleichem Chef seit 1984...) mal eine recht ausführliche Unternehmensvorstellung unter "russische Aktien" eingestellt. Ich bin trotzdem unschlüssig und daher besonders neugierig auf euer Feedback.

Ach ja, es würde sich nicht um "Gazprom oder Surgut" handeln, sondern "Gazprom und Surgut".

al_sting - Freitag, 28. Juni 2019 - 21:36
Quartalsabrechnung zum Halbjahr / Q2:
Depot 10,9% (3,9%)
versus DAX 17,4% (9,2%)
Outperformance zum DAX (also Depot/DAX): -5,5% (-4,9%)

Kurzfassung: Dieses Quartal lief gut für mein Depot, aber für den DAX noch mal ein Stück besser.

Mit 10,9% hat mein Depot schon zum Halbjahr den Wunschkorridor eines Gesamtjahres von 10-15% erreicht. Aber der DAX hat diesen Zielkorridor mit 17,4% sogar schon deutlich überwunden.

Es schmerzt, so deutlich hinter der Vergleichsbenchmark zu liegen, die ich doch eigentlich jedes Jahr um 5% übertreffen will.
Zur Relativierung bietet sich der Blick zurück auf das Jahr 2018 an, indem sowohl mein Depot (-9,2%) als auch der DAX (-18,3%) schlecht abschnitten.
Mit Blick zum Jahresanfang 2018 hat mein Depot zumindest die Verluste wieder wettgemacht (+0,7%), der DAX hingegen noch nicht ganz (-4,1%). Die diesjährige Stärke des DAX ist zum Teil als „Reparatur“ der Vorjahresverluste zu verstehen, im gemeinsame Blick sieht mein Depot wieder akzeptabler aus.
Zum bisherigen Quartalshöchststand meines Depots vom Q3/2018 fehlen aber immer noch 2,1%. In dem Sinn: Das Depot ist auf gutem Weg, aber entfernt von Zufriedenheit oder Jubel.

Zur Einzelwertbetrachtung
Ich habe in diesem Quartal recht viele Werte verkauft aufgrund unerwünschter Entwicklungen.

Quartalsverkäufe
Covestro: Der gesamten Chemiebranche weht der konjunkturelle Wind gerade stark ins Gesicht. Die Monsanto-Entwicklung bei Bayer ist geradezu dramatisch, aber in meinen Augen leider eine Katastrophe mit Ansage – mir fehlte und fehlt jedes Verständnis für die Übernahme, die jetzt den Mutterkonzern in der Substanz gefährden kann. Aber auch andere Chemieunternehmen wie BASF, Covestro oder den Chemiegroßhändler Brenntag spüren den Gegenwind. Mein preiswerter Einstieg bei Covestro im letzten Jahr erwies sich als deutlich verfrüht, eine temporäre Kurserholung zur HV bot die Gelegenheit zur günstigen Schadensreduzierung. Seit dem Ausstieg hat der Kurs auf heute weitere 16% verloren.
Ich habe derzeit Brenntag lose auf meiner Watchlist, ein guter, international breit aufgestelltes Unternehmen im Chemiegroßhandel zu fairen Kursen, aber wie in der gesamten Chemiebranche gilt hier: Keine Eile, der Kursboden kann deutlich tiefer liegen.

Wirecard-Put: Dieser Put auf ein in der Seriosität der Rechnungsführung zweifelhaftes, aber dem Papier zufolge hochprofitables, stark wachsendes Unternehmen ging komplett nach hinten los (Verlust von 32%).
Der Einstieg von Softbank überrollte alle Zweifler, die schmerzhafte Notbremse war gewissermaßen alternativlos. Bis heute verlor der Wirecard-Put noch einmal 60% auf meinen Verkaufskurs. Ich sehe es als lehrreiches Beispiel für die Risiken des Shortens profitabler Firmen an!

Lang & Schwarz: Der Ausstieg war nach dem Quartalsbericht fällig – das alte Geschäftsmodell war anscheinend nicht mit dem Steuerrecht kompatibel, was Firma und Aktionäre wie mich komplett unerwartet traf. Shit happens, nicht alles läuft wie erhofft.
Wetten auf erfolgreiche Anfechtungen dieser Steuerbescheide sind meine Sache nicht, zudem kann sich diese Klage über Jahre hinziehen. Der Kurs von L&S hat sich wieder gefangen und liegt heute ungefähr auf Ausstiegsniveau.

Tesla-Put: Diese Put-Wette lief über alle Erwartungen erfolgreich und funktionierte als starker Hedge auf die verhaltene Kursentwicklung der deutschen Automobilhersteller.
Merkwürdiges Detail am Rand: Auch wenn mein Put (WKN CP4DTZ ) noch bis März 2020 läuft, wird für ihn seit Mitte Juni weder in Frankfurt noch bei Euwax/Stuttgart mehr ein Kurs gestellt. Die Logik dahinter verstehe ich immer noch nicht.
Der Kurs von Tesla hat sich wieder etwas erholt, und er könnte mit der Veröffentlichung der Verkaufszahlen zum Quartal 2 weiter steigen, da sich die reinen Absatzzahlen im Juni gut entwickeln. Aber ich gehe von starken Quartalsverlusten aus. Die traditionell margenstarken Baureihen Tesla X und Tesla S sind in der Nachfrage brutal eingebrochen (bei dem Alter dieser Baureihen verständlich), und die Verkaufserfolge beim Tesla 3 scheinen in diesem Quartal durch jede Menge margenzehrende Preisnachlässe erkauft worden zu sein. Daher bin ich versucht, den Tesla-Short im Lauf des Juli wieder aufzunehmen, nach Veröffentlichung der Verkaufszahlen und vor Veröffentlichung der Quartalsprofitabilität.

Im Anschluss an den Wirecard- und Tesla-Put bietet sich ein Blick auf den Uber-Put an. Dieser hat sich bislang nicht sonderlich gut entwickelt. Die harte Abwertung des Aufgeldes in den Tagen nach dem missglückten IPO hat mich geradezu schockiert. Ich ging bis dato von einer relativ schleichenden zeitlichen Reduzierung dieses Aufgeldes aus – aber gut, Lehrgeld.
Meine Lernerfahrung: Vorsicht mit Puts direkt nach einem IPO, bevor sich das Aufgeld relativiert hat! Weiterhin habe ich das Gefühl, die Laufzeit bis Ende des Jahres ist zu kurz bemessen, ich hätte die Veröffentlichung länger laufender Puts abwarten sollen. Mal sehen, ob und wann sich hier noch ein Umstieg anbietet.
Dank des großen Tesla-Erfolgs waren die Puts in der Summe aber profitabel.

Sparta AG: Der Verkauf ist ganz frisch, die Kursentwicklung seitdem irrelevant. Ich wiederhole mich aus dem entsprechenden Thread: „Sparta war so ein Fall, bei dem nach meinem Wiedereinstieg immer mal neue Warnungen einliefen. Teils objektiv belegbare red flags, die ich auch oben angegeben habe, aber subjektive Red Flags, also teils eher subjektive, mir gegenüber nicht mit objektiven Fakten belegte Warnungen von hochgeschätzten Personen vor dem Umgang Balatons mit Kleinaktionären, die ich trotz "Nichtzitierbarkeit" definitiv nicht weniger hoch schätze und gewichte.“
Ich freue mich über solche Warnungen, und dann lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Depotwerte
Autobauer: BMW (~-5% nach Dividenden), Daimler (~10% nach Dividenden) und Porsche (~10% nach Dividenden) haben sich in diesem Jahr bislang besser gehalten als ich angesichts von Gewinnwarnungen, Handelskrieg und Trumpscher Propaganda gegen deutsche Autos erwartet hätte. Sind die schlechten Nachrichten schon längst eingepreist?

Nach wie vor liebäugle ich mit dem Stahlkocher Salzgitter AG, aber dafür muss die Aktie erst einmal einen soliden Boden ausweisen. Die These dazu: Trump will seinen Wahlkampf als Mann der Wirtschaft bestreiten, also irgendwann einen Handelsdeal erreichen, den er als Erfolg verkaufen wird. Mit China oder mindestens mit Europa. Von diesem Deal sollte ein extrem preiswerter und nach wie vor profitabler Stahlkocher wie Salzgitter stimmungsmäßig profitieren.

Amaysim: Gegenüber der Kapitalerholung ist der Kurs ohne Nachrichten um gut 10% gestiegen, damit bin ich zufrieen. Aber spannend werden die nächsten Zahlen. Kann Amaysim liefern, was ich erhoffe?

Cegedim: Turn-Around ist unterwegs. Ich bleibe guten Mutes.

Gazprom: Die heftige Investitionsphase in Pipelines geht dem Ende entgegen, zukünftig steigen die Dividenden, davon profitiert der Kurs in starkem Maß. Ich sehe ein Kurspotential von 10 € und werde deshalb halten.

SBM Monaco: Habe ich nach dem Kursanstieg von Gazprom gekauft, denn ich sehe bei beiden Firmen staatlichem Großaktionär große Parallelen: Die heftige Investitionsphase in Immobilien geht dem Ende entgegen. Zukünftig sollten die Dividenden steigen, davon sollte der Kurs profitieren. Kurspotential locker 50%.

MHP Holding: Der ukrainische Hünchenzüchter ist auf Kurs. Unspektakulär und solide.

Mutui Online: Tolle Firma. Bei Kursen um 14€ möchte ich auf eine dritte Position aufstocken. Daher würde mich hier eine weitere Kursschwäche im Sommer freuen.

NordLB-Anleihen: Meine sichere, relativ reditearme, virtuelle Cashreserve. Bei Kursen oberhalb von 105% ist ein Ausstieg denkbar, ebenso bei akutem Cashbedarf.

- Svenska Handelsbanken: Die Ausweitung und Vertiefung des Niedrigzinsumfeldes belastet durch die Bank alle europäischen Banken. Auch deshalb habe ich diese Position halbiert, deshalb nehme ich von einem Einstieg in andere Banken (Societe Generale auf Watchlist) vorerst Abstand.

Trilogiq: Meine neueste Erwerbung, ein Grahamscher Net-Net mit Versuch eines Turn Arounds. Ich bin auf die Jahreszahlen gespannt, die Ende Jule/Anfang August fällig sind.

Katjuschas Wikifolio: Mit 12,6% in diesem Jahr schlägt sich Kat etwas besser als mein Depot, aber auch etwas schlechter als der DAX. Ein weiteres deutliches Indiz , dass valuehaltige Nebentitel (sein Spezialgebiet) im Vergleich zu anderen Titeln an der Börse etwas verhalten laufen.

Ausblick
Derzeit sehr unschlüssig.
Mir ist meine Cashquote etwas zu hoch, aber im Sommer muss das nicht verkehrt sein. Wobei ich grundsätzlich gar nicht so pessimistisch eingestellt bin.

Die Einstiege bei Trilogiq und SBM Monaco entstanden relativ spontan, als sich für mich schlüssige Investitionsideen entwickelten und das Terrain (Europäische Value-Werte) grundsätzlich gut in mein Beuteschema passte.
Gut möglich, dass weitere Zukäufe auch dieser spontan-offenen Logik folgen, eher auf Einzelwerte als auf Branchen orientiert.

Einige Bereiche meide ich aktiv:
1. Britische Aktien. Ich sehe mittlerweile hohe Chancen auf einen „hard Brexit“, der kurz-, mittel- und langfristig zu schwer absehbaren Kollateralschäden führen dürfte.

2. Bankenwerte. Die Branche ist billig aus Gründen: Das Niedrigzinsumfeld ist vorerst in die Zukunft fortgeschrieben. Damit sinkt auch die Zinsdifferenz, eine zentrale Einnahmequelle vieler Banken. Alte, relativ margenstarke Verträge laufen Schritt für Schritt aus, neue Verträge sind margenärmer.

3. US-IT-Werte long: Die Bewertung ist in großen Teilen astronomisch hoch. Stw mag die Spreu vom Weizen trennen können, aber nicht ich.

In dem Sinn: Auf einen schönen und hoffentlich nicht zu trockenen Sommer! Erstmals zum Sommeranfang wünsche ich mi in den nächsten Wochen sehnlichst viel Regen, Brandenburgs Wälder brennen schon jetzt wie nichts Gutes. Aber der Siebenschläfer macht da leider wenig Hoffnung.

prof - Freitag, 28. Juni 2019 - 22:30
Du hast Dich sehr gut geschlagen. Ich sehe mir SBM Monaco noch einmal an.

1.) Boris Johnson scheint ein ebenso harter Brocken wie Donald Trump zu sein. Ein harter Brexit wird wahrscheinlicher oder eben doch Neuverhandlungen seitens der EU, die ihn ja auch vermeiden möchte. Ich bin mit BP, Astra Zeneca und Admiral in UK investiert und hoffe demzufolge auf steigende Kurse.

2.) Banken: Volle Zustimmung!

3.) US-IT Werte: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Party im Kater endet.

al_sting - Freitag, 28. Juni 2019 - 23:15
Ich sehe nicht, dass sich die EU auf Neuverhandlungen einlässt. So dumm sind sie m.E. nicht. Ein paar nette Worte zur Interpretation und zum Marketing in UK, aber nichts Relevantes. Schon gar nicht als Willkommensgeschenk für BoJo.

Einerseits würde das die Box der Pandora öffnen, und von Krethi bis Plethi würde jeder kommen und Nachverhandlungen fordern. Das könnte im Worst Case zum Zerfall der EU führen.
Andererseits hat die EU anteilig niedrigere Schmerzen als UK. Ein harter Brexis mit hohen Schäden für UK dürfte der EU langfristig in die Karten spielen, weil es die Vorteile der EU-Mitgliedschaft und die Nachteile und Kosten einer Trennung deutlich aufzeigt.

Daher rechne ich mittlerweile mit dem klassischen "Chicken game", bei dem sich beide Seiten verhärten und aufeinander zu rasen, bis es knallt.


Für deine Firmen spricht (bis auf Admiral) ihre hohe Internationalisierung. Nur ein geringer Teil ihres Geschäftes ist in UK verankert, daher sollten sie auch einen chaotischen Brexit gut überstehen. Und auch bei Admiral würde ich nicht mit direkten Brexit-Problemen, sondern höchstens mit indirekten, derzeit schlecht absehbaren Kollateralschäden rechnen.

prof - Samstag, 29. Juni 2019 - 10:36
"Chicken Game" trifft die Sache: Wer sich als erster bewegt, verliert. Nur die Frage ist: Was passiert, wenn sich gar keiner bewegt?

Wir werden im Herbst mehr wissen, ich sehe die 12% Depotanteil in UK recht entspannt.

al_sting - Mittwoch, 17. Juli 2019 - 14:10
Amaysim: Leise, still und heimlich hat sich Amaysim seit der KE um gut 20% auf 0,50€ erholt - ganz ohne neue Zahlen oder Gerüchte. Kapitalerhöhungen bei Aktien unter Stress sind und bleiben eine gute Wette!
Dank des großen Überbezugs bin ich damit hier aus den roten Zahlen raus, ab jetzt kann es profitabel werden.

Gazprom: Der Dividendenabschlag ist wieder einmal überproportional.
Hier wird von einen Dividende für die ADR von 0,526 US$ = 0,47€ geschrieben, aber ich denke, die Depotbank holt sich wie üblich mindestens 2 Cent davon. https://www.dividendinvestor.com/dividend-history-detail/ogzpy/
Ich hatte schon überlegt, meine Aktien vor der HV zu verkaufen und danach zurückzukaufen (auch aus steuerlichen Überlegungen heraus, einerseits Auslandssteuern, andererseits Verrechnungstöpfe), wollte es aber dieses Mal noch beobachten. Meine Arbeitsthese: 2 Wochen nach HV (30.07.2019) ist es noch etwas tiefer, dann wäre ein gutes Timing für den Rückkauf.

PS: Könnten die Cum-Ex-Geschäfte für den Aufschlag vor und den überproportionalen Abschlag nach Dividendenausschüttungen verantwortlich sein? Diese spekulativen Steuerbetrüger interessieren sich doch ausschließlich zum Dividendenstichtag für die Aktien und stoßen sie danach als unnötige Kapitalbindung schnell wieder ab. Falls ja, wäre dieser Missbrauch aber nach wie vor nicht abgestellt.

al_sting - Montag, 5. August 2019 - 20:30
Der Kursverfall an den Börsen hat zumindest ein Gutes: Das wahrscheinlich erste Mal in diesem Jahr ist mein Depot besser als der DAX YTD.
Auch wenn das nur bedeutet, dass mein Depot weniger stark verlor als der DAX.

levdul1 - Montag, 12. August 2019 - 10:32
Das ist doch ein Grund zur Freude. Ein defensiv eingestelltes Depot sollte sich in schlechten Zeiten besser schlagen als die Indizes. In diesen etwas schwierigen Zeiten gilt es, nicht all zu viel Geld zu verlieren.

al_sting - Montag, 12. August 2019 - 18:00
Da hast du recht. :-)

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