Diskussionsforum der stw-boerse: Strategiediskussionen: Strategie Al Sting: Archivierte Beiträge bis 6. Februar 2018
al_sting - Donnerstag, 28. Dezember 2017 - 23:14
Die allgemeine Situation (Risikoaffinität siehe Kryptowährungen, Bewertungen von börsennotierten Firmen, Aktienrückkäufe auf Pump, Fusionen...) ist nicht dauerhaft haltbar. Ich sollte mein Depot wirklich windfester machen. Ich fange mit einem Verkauf von Nutanix an.

Nutanix ist zweifellos eine tolle Firma. Aber die derzeitige Bewertung nimmt die Entwicklung von einigen Jahren vorweg. Und ich gehe davon aus, dass es bis dahin (eigentlich schon in den nächsten 1-2 Jahren) eine Situation geben wird, in der Mr. Market weniger optimistisch und risikoaffin ist und dann auch weniger an seinen Anteilen hängt als heute, sprich der Kurs niedriger ist.
War bislang eine tolle Fahrt, aber so langsam wird mir schummrig.

prof - Freitag, 29. Dezember 2017 - 12:15
Mich stört, dass die Jahresendrally im DAX komplett ausgefallen ist, obwohl es ordentlich Rückenwind vom S&P gab. Eine ähnliche Situation hatten wir schon beim Jahreswechsel 2015 auf 2016. Da ging es dann bis Mitte Februar um 15% runter.

al_sting - Freitag, 29. Dezember 2017 - 23:30
Jahresabrechnung 2017:
Depot 30,8% (nach 3,9%/Q1; 14,3%/Q2; 24,2%/Q3)
versus DAX 12,5% (nach 7,2%/Q1; 7,4% Q2; 11,7%/Q3)
Outperformance zum DAX: 16,3% (nach-3,3%/Q1; 6,9% Q2; 11,2%/Q3)

Fazit in drei Worten: Ich bin begeistert!
Für die Depotdiskussion, die Einzelwertdiskussion und die Zukunftsgedanken werde ich besser mehrere Beiträge verfassen. Sorry, Begeisterung macht schwatzhaft. ;-)

al_sting - Samstag, 30. Dezember 2017 - 00:02
Dieses Jahr verlief für mein Musterdepot auf mehreren Ebenen außergewöhnlich erfreulich:

1. Mein Eigenanspruch liegt bei 10-15% per anno sowie DAX+5%. Beide Schwellen, die m.E. nicht gerade tief liegen, wurden mit großem Abstand übertroffen.

2. Schon im letzten Jahr lag die Depotperformance bei 29,5%. Eine Wiederholung einer so guten Performance halte ich für unwahrscheinlich. Denn nur sehr wenige Firmen steigern ihren inneren Wert in jedem Jahr um 30% - und diese wenigen Firmen finden ihren Weg herzlich selten in mein value-orientiertes Depot, weil sie mir zumeist schlicht zu teuer sind. Eine Wertsteigerung von 15% und damit eine langfristige Existenzberechtigung im Depot traue ich hingegen einigen Werten zu.
Also haben viele Firmen ihre Unterbewertung massiv abgebaut oder sind gar in eine deutliche Überbewertung eingetreten. Die Chancen auf eine baldige Wiederholung dieser Performance sinkt damit spürbar. Für eine Wiederholung so guter Ergebnisse muss also ein Großteil der Werte ausgetauscht werden - und unter den neuen Werte müssen eine Reihe Treffer sein, die direkt "zünden". So etwas glückt mir nicht häufig, in diesem Jahr aber schon.

3. Die Depotvolatilität war dieses Jahr extrem niedrig. Der DAX zeigte Turbophasen (Februar-April, September+Oktober) und deutliche Durchhänger und Ruhephasen. Mein Depot hingegen zeigte eine sehr ungewöhnliche Konstanz. Ganz ruhig, Schritt für Schritt, ging es stetig aufwärts. In den Turbophasen des DAX kam ich diesem nicht hinterher, in den anderen Zeiten hingegen hängte ich ihn ab, in jedem(!) Monat erreichte mein Depot ein neues Rekordhoch. Man kann das stetige Wachstum auch im Vergleich der Quartalsabrechnungen erkennen.
Dieses konstante Wachstum auf recht hohem Niveau dürfte der feuchte Traum eines jeden Vermögensverwalters sein, erfreut und beruhigt es doch alle Kunden - aber ich habe keinerlei Erklärung dafür, so dass ich auch nicht mit einer Wiederholung rechne.

4. Langer Rückblick: Ich führe das Musterdepot jetzt seit 8 Jahren. Die Gesamtrendite in dieser Zeit liegt bei +257%, (gemittelt +17,2% per anno)
Der DAX hat in dieser Zeit um 116% zugelegt (10,2% per anno), meine Outperformance zum DAX liegt bei 6,4% per anno.
Wenn ich die ersten drei (weniger erfolgreichen) Depotjahre als "Lernzeit" bezeichne und großzügig ausblende, liegt die gemittelte Performance in den letzten 5 Jahren sogar bei 24,2% per anno, die Outperformance zum DAX bei 11,8% per anno.

Ich will wirklich nicht klagen!

al_sting - Samstag, 30. Dezember 2017 - 00:37
Rückblick auf geschlossene Positionen in 2017

Gewinner (>10% Kursgewinn seit Ausstieg):
- TLG Immobilien (+25%, 24.01.17)
- BW Offshore (+37%, 15.03.17)
- Coface (+21%, 10.05.17)
- DNO (+18%, 12.06.17)
- Hortonworks (+48%, 20.07.17)

Verlierer (<10% Kursverlust seit Ausstieg)
- Avance Gas (-23%, 07.04.17)
- Magnit (-31%, 27.04.17)
- SW Umwelttechnik (-17%, 10.10.17)

Neutral bzw. value traps (weniger als 10% Kursveränderung seit Ausstieg)
- TGS NOPEC (-4,0%, 11.04.17)
- Pfandbriefbank (+4,8%, 29.05.17)
- Actua (+6,2%, 31.05.17)
- Romgaz (-5,3%, 26.06.17)
- S+T (+5,8%, 05.09.17)
- Shopify (-4,6%, 04.10.17)
- K+S (-3,5%; 08.11.17)
- Nutanix (Verkauf heute)

Mit dem Mix bin ich sehr zufrieden. Der Großteil der Werte hat sich nicht wesentlich verändert, während sich mein Depot zugleich deutlich weiterentwickelt, und den fünf Gewinnern stehen drei solide Verlierer gegenüber.
Die Gewinner sind einen kurzen Blick wert, ob ich meine Entscheidung rückblickend bereue:
- TLG Immobilien (+25%, 24.01.17)
Erstens war die Kauf- und Verkaufsentscheidung nicht fundamental, sondern charttechnisch begründet, und danach war der Verkauf zwingend.
Zweitens hat sich mein Depot in diesem Zeitraum besser entwickelt. Also richtige Entscheidung.
- BW Offshore (+37%, 15.03.17)
BW Offshore gab es nur im Paket mit dem deutlichen Verlierer Avance Gas - und zusammen wären sie eine deutliche Bremse gewesen. Also gute Entscheidung.
- Coface (+21%, 10.05.17)
Coface und die Pfandbriefbank wurden ausgetauscht gegen die FintechGroup und Svenska Handelsbanken.
Jeweils ein Gewinner und ein neutraler Wert, wobei der neue Gewinner (FinTech) deutlich stärker war als Coface. Also gute Entscheidung.
- DNO (+18%, 12.06.17)
Die Situation in der Region hat sich m.E. nicht verbessert, was die kurdischen Perspektiven angeht, die Aktie ist jetzt m.E. reines Glücksspiel. Richtige Entscheidung.
- Hortonworks (+48%, 20.07.17)
Schmerzt etwas, der Verkauf war rückblickend ein Schnellschuss, stw blieb dabei und profitierte. Hmm.

In der Summe bedauere ich nur eine Verkaufsentscheidung - ich will nicht klagen!

prof - Samstag, 30. Dezember 2017 - 14:18
Herzlichen Glückwunsch zu Platz 2 und einer Outperformance zum Dax von sage und schreibe 16%.

1.) Ob Dein Eigenanspruch immer erfüllbar bleibt, bezweifle ich: In einem echten Börsencrash schaffst Du wahrscheinlich die 5% Outperformance zum DAX aber Du kannst dann sehr froh sein, ein Jahr mit relativ weinig Verlust abhaken zu dürfen.

2.) Aus Dir spricht der Valueanleger. Nach meiner Trendfolgestrategie sollten viele der von Dir gehaltenen Aktien auch in 2018 weiter steigen. Aber die Liste Deiner Verkäufe zeigt, dass ein bisschen gekonnte Umschichtung gut tut.

3.) Das ist krass: Stell Dir mal vor, Dein Depot fällt um 5%. Das wäre ja schon der glatte Albtraum für Dich! ;-)

4.) Gut gemacht!

Gespannt blicke ich auf Deine Verkäufe bei S&T bzw. Nutanix.

Viel Erfolg in 2018!

al_sting - Sonntag, 31. Dezember 2017 - 00:17
Danke für die Antwort und das Lob!

Zu 1.: Natürlich werde ich diese Schwellen nicht jedes Jahr überschreiten, das ist auch nicht mein Anspruch. Das Ziel besteht darin, auf lange Sicht diesen Anspruch zu erfüllen. Und natürlich messe ich mich dann jedes Jahr daran, wie es dieses Jahr lief.

Bei der Auswahl meiner Werte hat diese Schwelle aber auch eine Auswirkung: Um sich für mein Depot zu qualifizieren, müssen Werte entweder so unterbewertet sein, dass ich ihnen ein Potential von 50% zutraue, ohne überbewertet zu sein, oder aber bei bereits fair bewerteten Werten sollte die jährliche Wertschöpfung für mich als Aktionär 15% erreichen, bei seltenen, besonders stabilen Fällen auch mindestens 10%. Diese Wertschätzung addiert sich für mich aus Dividendenrendite und durchschnittlichem (profitablem!) Umsatzwachstum. Ich gehe ohne besondere Randinformationen von einer stabilen Umsatzrendite aus, bei Dividende und Geschäftswachstum schaue ich sehr gerne auf die Vergangenheitserfahrungen.

Zu 3. Ja, dieses Jahr war krass. Ich muss aupassen, mich daran nicht zu gewöhnen. ;-)

al_sting - Sonntag, 31. Dezember 2017 - 08:57
Einzelwertbetrachtung

Finanzwirtschaft (5 Anteile)
- Admiral: Direktversicherer mit stetig gutem und profitablem Wachstum, die besonderen Werttreiber (Auslandsgeschäft) müssen in den Gewinnzahlen erst sichtbar werden, ist derzeit MMIs absoluter Lieblingswert. Risiko Brexit.
- FinTech Group: Sehr starker FinTech-Wert, im letzten Jahr auch stark im Kurs angestiegen. Die Zukunft kann aber auch noch viel bringen.
- MutuiOnline: Italienischer FinTech-Laden mit insgesamt sehr stabilem, recht starkem und profitablem Wachstum, bleibt ein Lieblingswert im Depot.
- Svenska Handelsbanken: Schwedische Großbank mit einer sehr eigenen, intensiven Firmenkultur, m.E. die stärkste Retailbank Europas und geplant langfrister Depotwert. Risiken: Immobilienpreisentwicklung in Schweden, Brexit.

IT & Kommunikation (4 Anteile)
- Amaysim: Australischer virtueller Mobilnetzprovider, wachstumsstark, sehr servicestark, onlinestark, weitet das Geschäftsmodell auf andere Bereiche wie Stromverkauf und Breitband aus. Sehr starkes Geschäftsmodell zu nach wie vor günstigem Preis, großer Hoffnungsträger für 2018
- Cegedim: Französischer Anbieter für Krankenhaus-IT sowie allgemein IT für die Gesundheitsbranche. Der Turn-Around schreitet gut voran und sollte sich 2018 oder 2019 im der Kursentwicklung wiederspiegeln, die Entwicklung Frankreichs sollte auch nicht schaden. Ob die doppelte Positionsgewichtung dauerhaft berechtigt ist, muss ich bei Gelegenheit hinterfragen.

Langweilige Wachstumsperlen und Substanzwerte (3 Anteile)
- SalMar: Norwegischer Lachszüchter. 2017 wurde die erste Anlage für Offshore-Lachszucht in Betrieb genommen, ich bin auf die Entwicklung sehr neugierig. Haupteinflussfaktoren darüber hinaus: Lachpreise, Fischläuse im Zuchtbestand.
- Sparta: Spezialist für spezielle Börsensituationen, z.B. Abfindungsspekulationen. Sehr starkes Management! Ich gehe von einer teilweisen Entkopplung von der Börsenentwicklung in den USA und Europa aus.
- Thermador Groupe: Französischer Baugroßhändler und -lieferant mit sehr eigener, starker Firmenkultur. Ist im letzten Jahr auf anorganisches Wachstum durch viele kleine Aquisitionen umgestiegen - man muss schauen, ob sich das bewährt. Die Aktie ist mittlerweile richtig teuer geworden, die Geschäftsentwicklung muss den Vertrauensvorschuss erst noch rechtfertigen. Die anspringende Konjunktur in Frankreich sollte der Baubranche auf jeden Fall helfen.

Gegenwind und antizyklische Schnäppchen (6 Anteile)
- A P Moller Maersk: Zwei Einmalereignisse im letzten Jahr (Verkauf von Ölsparten brachte weniger Geld als erhofft Hackerangriff wurde teuer) kosteten Geld und drückten auf den Kurs, Investitionsthese (Marktkonsolidierung und steigende Frachtraten) ist davon nicht beeinträchtigt.
- Gazprom: Die Kennzahlen sind extrem günstig, Ölpreise sind wieder im Anstieg. Nordstream 2 sowohl Chance als auch Risiko, Russland schwebt als Länderrisiko immer über dem Kurs. Ich gehe von einer teilweisen Entkopplung von der Börsenentwicklung in den USA und Europa aus.
- MHP Holding: Günstig bewerteter exportorientierter ukrainischer Agrarkonzern, Schwerpunkt Hühnerzucht. Länderrisiko Ukraine hat sich m.E. in den letzten Jahren verringert. Ich gehe von einer teilweisen Entkopplung von der Börsenentwicklung in den USA und Europa aus.
- Saga Furs: Finnisches Pelzauktionshaus. Die Geschäfts- und Kursschwäche seit zwei Jahren irritiert mich schon etwas, bin auf die nächsten Jahreszahlen neugierig. Ich gehe von einer teilweisen Entkopplung von der Börsenentwicklung in den USA und Europa aus.
- BMW Stämme: Günstiger Autobauer. Preisfrage Elektromobilität, Wachstumstreiber und Länderrisiko China
- VW Stämme: Günstiger Autobauer. Preisfragen Elektromobilität, Wachstumstreiber und Länderrisiko China, Entwicklungen im Dieselskandal

Besondere Positionen (2 Anteile)
- Berkshire: Stabil und stetig wachsend, kann aber nicht mit der allgemeinen Depotentwicklung mithalten - aber das wünscht man sich ja für eine zu übertreffende Benchmark. Hoffentlich mal wieder als "virtuelle Cashreserve tauglich.
- Wikifolio Katjuscha: Benchmark, die ich in diesem Jahr m.E. erstmals deutlich schlagen konnte. Bleibt aber eine sichere Bank.
- Sapec-Dividende: Im Sommer 2018 sollte noch eine kleine Nachzahlung kommen.

al_sting - Sonntag, 31. Dezember 2017 - 09:04
Ausblick auf 2018
Ich stehe vor einem kleinen Dilemma: Mir ist der allgemeine Markt zu teuer, so dass ich stark zur Vorsicht tendiere und meine Cashquote steigern will. Aber ich sehe bei so ziemlich allen Depotpositionen großes Potential. Die letzten Jahre zeigten, dass Überraschungen nie ausbleiben, sowohl positiv als auch negativ, und sich daraus resultierend regelmäßig Verkaufsentscheidungen aufdrängen. Also gehe ich gelassen in das neue Jahr und warte die Entwicklungen ab.

Die allgemeine Anlegerstimmung ist m.E. derzeit ausgesprochen positiv, Risiken werden gerne ausgeblendet. Das zeigt sich besonders grell bei den Cryptocurrencies, aber auch in den fundamental teuren Kursen vieler Aktien. Wenn dieser Optimismus zerbricht - und ein schmerzhaftes Platzen der Bitcoin-Blase kann (muss aber nicht) ein Auslöser dafür sein - kann es sehr schnell sehr ungemütlich werden. Politisch destabiliserende Ereignisse können ähnliche Stimmungsbrecher sein.
Mir als Fundi gefällt das gar nicht, weil das latente Risiko eines derartigen Stimmungswechsels ein immanent hohes Kursrisiko impliziert. Auf der anderen Seite ist der Zeitpunkt so eines Stimmungswechsels schwer prognostizierbar - das kann auch Jahre dauern.

A. Cortes (den ich hier im Forum gerne poste) hat zur aktuellen IT-Blase und dem Timing des Platzens folgendes geschrieben:
"IT-Blase ist noch nicht dramatisch
Spekulative Blasen bestehen aus drei Komponenten. Eine ist die Bewertung. Allein wegen hoher Bewertungen ist jedoch kein Bullenmarkt je in der Geschichte in einen Bärenmarkt übergegangen. [...]
Die Stimmung im [IT-]Sektor wird allein in den USA gemacht. Auf den US-Teil des Sektors konzentriere ich mich folglich. Darauf treffen vier von meinen sechs Kriterien zur Erkennung einer spekulativen Blase zu.

Das Wesentliche kommt aber jetzt: Von vier Kriterien, die das Platzen der Blase demonstrieren, ist keines erfüllt. Daher sollte man ausser beobachten jetzt nichts tun. Spekulative Blasen können sehr lange bestehen, bevor sie platzen – und enormen Gewinn einbringen.
Ältere Semester werden sich an die Blase in Japan erinnern, die sich nach meinen Kriterien von Mai 1985 bis Dezember 1989 entfaltete und dem Nikkei einen Anstieg von 203% eintrug. Jüngere Jahrgänge werden diejenige des Nasdaq in Erinnerung haben. Sie begann im April 1998 und löste bis März 2000 Kursgewinne von 285% aus. [...]
Diese zwei Beispiele stehen für einen beständigen Befund: Man steigt jeweils unter der Höchstmarke aus spekulativen Blasen aus, aber weit über dem Niveau, ab dem fundamentale und monetäre Daten beginnen, vor ihnen zu warnen. Ich erkenne noch keine Anzeichen für ein bevorstehendes Platzen der Blase in Information Technology."
https://www.fuw.ch/article/it-blase-ist-noch-nicht-dramatisch/

Insofern bin ich für erhöhte Achtsamkeit und Nervosität, ohne direkt vom bockenden Pferd absteigen zu wollen.

Auf jeden Fall gehe ich von einer steigenden Volatilität aus. Ich bin auf der Suche nach Ansätzen, davon zu profitieren. Mein bester Tipp ist bislang noch record plc, aber vor einem möglichen Einstieg sollte sich meine Liquidität erst weiter erhöhen.

Auf ein interessantes und erfolgreiches Jahr 2018!

prof - Sonntag, 31. Dezember 2017 - 13:15
Du bist gut diversifiziert aufgestellt und ein Platzen der Tech Blase würde Dich wohl weniger treffen als alle anderen Musterdepots hier bei stw.

Und Du leidest nicht an Selbstüberschätzung: Niemand weiß, wann die Techs crashen werden. Also kann man nur abwarten und etwas vorsichtiger agieren!

al_sting - Dienstag, 30. Januar 2018 - 13:58
Wir hatten hier im Forum vor kurzem eine Diskussion zu Aktienrückkäufen, ich finde den Thread nur gerade nicht. Ich vertrat dabei den Standpunkt, aus Sicht langfristiger Investoren sei das meist kein gutes Signal, sondern im Gegenteil eher eine Warnlampe.
Die Financial Times widmet sich gerade dem Thema: "Lex in Depth: the case against share buybacks"
http://www.ft.com/content/e7fb2144-fbae-11e7-a492-2c9be7f3120a (Empfehlung: Nach Titel googeln!)

chfin - Dienstag, 30. Januar 2018 - 18:48
Unter Know-How gibt es einen Faden zu Aktienrückkauf. Steht allerdings nicht viel drin.

Hier ein Artikel von Prof Damodaran zu dem Thema. M.E. recht ausgewogen.

http://aswathdamodaran.blogspot.de/2014/09/stock-buybacks-they-are-big-they-are.html

al_sting - Donnerstag, 1. Februar 2018 - 09:01
Der Januar war bei meinem Depot ungewöhnlich stark. Mit einer Performance von fast 7% sowie ca. DAX+3% hatte es den DAX in einem starken Monat noch einmal deutlich geschlagen, sehr ungewöhnlich.
Zudem wurde die Entwicklung ziemlich breit getragen, gleich fünf Werte legten mehr als 10% zu, keiner um mehr als 20%: Cegedim, MutuiOnline, MHP, Thermador und die vor kurzem verkaufte Saga Furs.
Lediglich zwei Werte schwächeln spürbar: Salmar (-13%, internationale Lachspreise) und Admiral (Brexit-Ängste?).

prof - Donnerstag, 1. Februar 2018 - 17:48
Sehr gut!

Leider führst Du fast nur europäische Werte, die fast alle am DAX hängen. Und einige Werte sind nicht im L&S Universum.
Sonst hätte ich schon wohl schon etwas abgeschrieben.

al_sting - Montag, 5. Februar 2018 - 13:42
Die Volatilität ist zurück.
In zwei Tagen hat mein Depot über die Hälfte der Januargewinne wieder abgegeben, der DAX steht YTD sogar schon im roten Bereich - dank Schwerkraft geht es abwärts meist schneller als aufwärts. Mit der Erwartung steigender Zinsen scheint das Risikobewusstsein wieder stärker zu werden, die Kursentwicklung bei den Kryptocurrencies deutet in die gleiche Richtung.
Sowohl den Abschied von den Negativzinsen als auch die Rückkehr der Risikowahrnehmung begrüße ich, natürlich in der Hoffnung, dass de Stimmung nicht direkt ins Gegenteil im Sinn von blinder Panik umschlägt.
Es bleibt interessant.

prof - Montag, 5. Februar 2018 - 14:55
Die Volatilität ist immer noch relativ gering. Wenn es mal täglich um 3 - 5 % schwankt, dann ist es richtig böse.
Im Prinzip war die Korrektur überfällig. Und: Ja es bleibt interessant.

prof - Montag, 5. Februar 2018 - 21:24
Jetzt haben wir die echte Volatilität! Dax Einbruch nachbörslich um 4%!

al_sting - Dienstag, 6. Februar 2018 - 11:06
Ich habe den Eindruck, die Korrektur läuft so langsam aus, und so ziehe ich eine kurze (Zwischen)bilanz.
Mein letztes ATH datiert vom 1. Februar mit einer Jahresperformance von 7,2% (womit das ATH für den Februar auch steht, mal sehen, ob es im März wieder übertroffen wird oder ob diese Reihe gebrochen wird). Jetzt steht das Depot bei 1,9%. Der "Januarspeck" hat erfolgreich als Puffer gewirkt, ist jetzt aber fast verbraucht.

Auffallend gut gehalten haben sich in den letzten Tagen Amaysim, Cegedim, MHP und Sparta.
Auch SalMar und Gazprom waren in den letzten Tagen relativ stark, der richtige Dämpfer kam schon vorher.

stw - Dienstag, 6. Februar 2018 - 11:21
Wie kommst Du darauf, dass die Korrektur schon ausläuft?
Kein Mensch kann doch sagen wie es in den nächsten Tagen weitergeht...

:-) stw

prof - Dienstag, 6. Februar 2018 - 11:37
@al: Du hast Dir einen schönen Vorsprung erarbeitet. Deine Exoten haben den Einbruch gut überstanden.

Ansonsten sehe ich das genau wie stw: Wir haben schon schwere Baissen mitmachen müssen und wissen nicht, was uns dieses Mal bevorsteht.

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