Diskussionsforum der stw-boerse: Auslandswerte: Ölservice-Firmen: TGS NOPEC, DNOW etc.
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al_sting - Sonntag, 28. Januar 2018 - 15:04
Anmerkung: Ich habe mir eine Umbennennung des Fadens erlaubt, um ihn generell auf die Service-Firmen der Ölbranche zu erweitern.

isabellaflora - Sonntag, 28. Januar 2018 - 18:21
al_sting, Du hast aus Anlagesicht die Frage von stw meines Erachtens perfekt beantwortet. Damit ist es in dem hiesigen Forum eigentlich ausdiskutiert. Dennoch gestatte stw mir die Frage, wie Du umgekehrt der so sicheren Annahme seien kannst, dass die Energiewende in 20/30 Jahren gewuppt ist. Ich wünsche und sehne diese mir jeden Tag herbei - allein, der Zweifel nagt auch ganz schön.

Gruß isa

stw - Montag, 29. Januar 2018 - 10:26
Ich bin mir überhaupt nicht sicher wie schnell das mit der Energiewende geht.

Ich weiss nur, dass ich mir einen neuen Wagen zulegen will, zuerst bei den führenden heimischen Herstellern war und dann auch einen Tesla S probegefahren bin. Jetzt interessiert mich kein anderes Auto mehr... aber ich bin natürlich nicht repräsentativ.

Gemäß des "Eyes- und Ears"-Investing von Peter Lynch verbietet es sich mir aber, nach diesen persönlichen Erfahrungen in Ölwerte zu investieren. Sehr wohl kann ich übrigens aber guten Gewissens in die heimischen Auto-hersteller investieren, wenn ich davon überzeugt bin, dass sie den Tesla-Vorsprung schnell genug aufholen (und damit die Ölindustrie schädigen).

:-) stw

trick17 - Montag, 29. Januar 2018 - 15:06
Ich sehe bei Öl und Gas auch keinen signifikanten Nachfragerückgang. Bei Kohle mag das womöglich sein. Dann wird aber auch eine Verlagerung hin zu Öl und Gas kommen.
Elektromobilität bleibt erst einmal eine Nische.
Und Energie brauchen E-Autos.
Es wird sich so schnell nicht viel ändern.

Brent ist wieder bei 70 US$, der Winter in den USA ist ziemlich kalt. Doe Öllagerovrräte sind rückläufig. Ich habe mir letzte Woche eine Position Transocean gekauft. Aktien sind noch nicht wieder angesprungen. Auch die Rig-Betreiber werden wieder Geld verdienen. Aus meiner Sicht ein zyklisches Geschäft. Wenn es am Boden liegt, gibt es immer reichlich Gründe, warum sich der Markt nie erholen sollte. Tut er dann aber doch.

Umgekehrt wird am Top darüber sinniert, dass der Markt nie einbrechen könnte - und es wird massenhaft in neue Kapazitäten investiert.

Die Ölmultis haben in den letzten Jahren das Geld zusammengehalten und nur noch wenige neue Felder erschlossen. Tja, und irgendwann wird plötzlich wieder zu wenig Öl gefördert und der Preis steigt.

trick17

al_sting - Donnerstag, 1. Februar 2018 - 09:34
Kauf Distribution Now (DNOW),
2000 Aktien, Eröffnungskurs NYSE

DNOW ist ein klassischer Fall, wo ich mich erst gegen den Wert aussprach, aber dann ins Denken kam und meine Sicht revidierte.

Am 17.01. schrieb ich hier: "Das bislang beste Jahr für DNOW war 2013. Vorkrisenzeit, die goldenen Zeiten der Frackingbranche, als die Explorer das Geld locker sitzen hatten.
Umsatz 2013: 4,3 Mrd $; Gewinn 2013: 147 Mio $
Aktuelle Marktkapitalisierung: 1,4 Mrd $.
Sollte DNOW die Profitabilität von 2013 wieder erreichen, sähen wir einen KGV von 10. Ich sehe aber die goldenen Zeiten nicht so schnell wiederkommen, weder beim Umsatz noch bei der Umsatzmarge."

Kurz danach stolperte ich wieder daüber bei der Lektüre der von MMI verlinkten Jahresberichte von TGV Partners Fund http://langfrist.de/dokumente/2017_d_Partners_Fund.pdf) und von TGV Rubicon Stockpicker (http://langfrist.de/dokumente/2017Rubicon_d.pdf), wo DNOW als größte Aufstockung bzw. Neuposition vorgestellt wurde. (Ich habe mir erlaubt, hier die deutschsprachigen Versionen zu verlinken).
Matthias Saggau von Partner Funds, dem ich auch die Anregungen zu MutuiOnline und Amasim verdanke, hat im Herbst seine Position an TGS Nopec aufgelöst und in DNOW umgeschichtet. Und der Rubicon Stockpicker hat nach Anregung durch seinen Kollegen Saggau eine große Position neu gestartet.
Bei der weiteren Überlegung las ich auch diese Analyse von "Wisedaily" http://wiserdaily.wordpress.com/2017/08/15/analysis-now-inc-nyse-dnow/ (Die ebenfalls lesenswerte Analyse auf Seeking Alpha aus dem Dezember ist mittlerweile leider kostenpflichtig, daher kein Link)

- Distribution Now ist ein Größhändler für die Ölwirtschaft. Einer der beiden größten in den USA, neben MRC Global, beide haben zusammen einen Marktanteil von 40%. Bei Größhändlern bringt Größe oft Margenvorteile.
- In der Krise sind eine Reihe von Zulieferern auf der Strecke geblieben, auch bei den Distributoren, so dass die Verbleibenden Marktanteile gewonnen haben. DNOW hat in letzter Zeit auch mehrere neue Großkunden präsentiert, was auf den Gewinn von Marktanteilen hindeutet.
- DNOW entstand 2014 als Abspaltung von NOV. DAbei passierte etwas Ungewöhnliches: Der Chef der alten Firma und viele andere alterfahrene Manager sind in die kleinere Abspaltung gewechselt, so dass DNOW auf ein sehr erfahrenes Management vertrauen kann, dass schon bei NOV in den letzten Jahrzehnten eine beeindruckende Wachstumsgeschichte erreichte.
- DNOW (wie auch NOV) haben einerseits in den "goldenen Zeiten" auch viel Geld in Aktienrückkäufe zu aus heutiger Sicht gnadenlos überteuerten Preisen gesteckt (= schlechtes Markttiming), aber sie haben nur freien Cashflow verwendet und keine Schulden dafür aufgenommen.
Die CF reichte auch in der Krise aus, dass DNOW jetzt nahezu schuldenfrei dasteht, anders als viele Konkurrenten, und damit einen neuen Aufschwung voller Kraft begleiten kann.
- Die Ölförderung in den USA ist gerade dabei, den alten Höchstwert von 1974 zu überbieten. Die Ölpreise liegen bei 60-70 US$, das scheint für die Explorer profitabel zu sein. Daher gehe ich davon aus, dass die Branche zukünftig weniger als in den Krisenjahren auf Verschleiß fährt und damit der Umsatz auch für die Servicefirmen und den Großhandel wieder deutlich anspringt und zudem die Umsatzmargen wieder steigen können und werden.

Werden die alten Margen und Umsätze wieder erreicht? Ich sehe dafür eine steigende Chance. Ausreichend hoch, um diese Wette einzugehen.

prof - Donnerstag, 1. Februar 2018 - 11:00
Obwohl ich dringend auf der Suche nach einem weiteren Auslandswert bin, scheiden hier DNOW wegen eines mächtigen Abwärtstrends aus.

Viel Erfolg Dir!

al_sting - Donnerstag, 1. Februar 2018 - 11:11
Hin und wieder muss ich auch antizyklisch agieren, ich habe ja einen Ruf zu verlieren. ;-)
Wegen regionaler Diversifizierung (Auslandsaktie) würde ich die USA auch nicht empfehlen, von hier gehen die Trends doch meistens aus. Spannend ist das eher als eine Diversifizierung in die Ölbranche.

isabellaflora - Donnerstag, 1. Februar 2018 - 16:04
"Die Ölförderung in den USA ist gerade dabei, den alten Höchstwert von 1974 zu überbieten"

... und wenn der Kurs steigen soll, muss es in der Ölbranche noch mehr brummen als bisher - schwer vorstellbar.

Gruß isa

al_sting - Donnerstag, 1. Februar 2018 - 19:02
Nächster Handel 15:31, Kurs (umgerechnet) 9,5508€

--> 2.000 x 9,5508€ = 19.101,60€

Ist immer noch "nur" eine Position, wobei mich die steigende Positionsgröße selber etwas irritiert.

Korrektur: Ich hatte vor längerer Zeit von einem Erlebnis eines Journalisten aus der Zeit des sich anbahnenenden Ölpreiseinbruches gelesen, dass das Management einer Ölservicefirma ihm voller Optimismus mitteilte, dass der (rückblickend noch total harmlose) Kursrückgang wegen der starken Aufstellung der Firma eh nur temporär sei und sie jetzt noch mehr Atien für das gleiche Geld zurückkaufen würden, was sie dann auch taten. In meiner Erinnerung handelte es sich dabei um das Management von DNOW. Darauf basierte meine Aussage, dass DNOW Aktienrückkäufe zu überteuerten Preisen durchgeführt habe. Den Artikel finde ich natürlich nicht mehr, dazu fehlen meiner Erinnerung zu viele begleitende Details.

Ein (hier) stiller Mitleser hat mir nachdrücklich wiedersprochen. Er schreibt (sinngemäß) bezüglich des letzten DNOW-CEO Pete Miller und des heutigen CEO Robert Workman: "NOV hatte unter Pete Miller nie eine Aktie zurückgekauft. Dieser hält Aktienrückkäufe für Teufelszeug und hat immer organisches oder anorganisches Wachstum bevorzugt.
Robert Workman sieht es ähnlich. DNOW hat noch nie eine Aktie zurückgekauft und wird es auch nicht tun. NOV hatte erst nach dem Weggang von Pete Miller mit dem Rückkauf begonnen."

Danke! Eine klare (und für mich hochgradig erfreuliche) Korrektur von jemand, der sich deutlich länger als ich mit DNOW beschäftigt.

al_sting - Freitag, 9. Februar 2018 - 19:07
Verkauf via NYSE, 09.02.18, 18:36 Uhr, Kurs umgerechnet 7,5757€

2.000 x 7,5757€ = 15.151,40€

Verlust: -3.950,20€ (20,7%)

Verkauf aufgrund der eingretrübten Börsen und der resultierenden Notwendigkeit des Cashaufbaus.
Über 20% Verlust in nur acht Tagen, ohne dass mir Neuigkeiten zu dem Wert bekannt geworden wären - das ist schon ein sensationell unglückliches Timing.

trick17 - Mittwoch, 14. Februar 2018 - 10:20
Mein Timing bei Transocean war ähnlich mies.
20% Verlust in zwei Wochen ohne Nachricht.
Sehr unschön. Brent ist auch wieder auf 62 US$
zurück gekommen.

al_sting - Mittwoch, 14. Februar 2018 - 18:55
Es ist faszinierend, wie hoch die Nervosität bei den Ölwerten ist. Ein heißes Spielfeld, nach oben wie nach unten.

levdul1 - Mittwoch, 14. Februar 2018 - 20:33
Ich möchte in diesem Zusammenhang einen Wert vorstellen, welcher mir von einem Kollegen empfohlen wurde: Hi-Crush Partners (HCLP).

HCLP stellt im Prinzip Sand her. Es geht jedoch nicht einfach um Bausand , sondern um Sand mit besonderen Rieseleigenschaften, welcher beim Fracking eingesetzt wird. Und hier hat HCLP eine besondere Marktstellung.

Das KGV wird für 2018 mit 5,3 geschätzt. 42 % des Gewinns sollen als Dividende ausgeschüttet werden, was einer Div-Rendite von > 8 % entspricht.

Das KBV beträgt 1,3 und die Eigenkapitalquote ca 70 %. Gemessen an den erwarteten Gewinnen 2018/2019 ist das Unternehmen ein Schnäppchen. Da das Geschäft stark am Fracking hängt und somit als extrem zyklisch gilt, muss hier allerdings ein Abschlag berücksichtigt werden.

Charttechnisch sieht die Aktie für mich vielversprechend aus. Die 100-d-Linie hat die 200-d-Linie jüngst von unten nach oben durchbrochen.

Für mich eine ungewöhnliche, aber vielversprechende Wette auf den Ölpreis.

al_sting - Mittwoch, 14. Februar 2018 - 22:47
Das erinnert mich fatal an Carbo Ceramics, ebenfalls Spezialsande für Fracking.
Von denen hielt ich früher sehr viel, aber in der Krise sind sie extrem eingebrochen, faktisch bankrott.
Ich würde das Geschäftsfeld mit sehr viel Vorsicht betrachten.

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