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Ad-hoc
Mitteilung
Nach § 15 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) sind Unternehmen
verpflichtet, seine Aktionäre unverzüglich darüber aufzuklären, ob
Ereignisse eingetreten sind, die den Kurs der Aktie
erheblich beeinflussen könnten. Diese Ad-hoc Meldungen sollen eine
gleichmäßige und vor allem gleichzeitige Information aller Aktionäre
einer Gesellschaft sicherstellen. Die häufigsten Ad-hoc Meldungen sind:
Quartals- und Jahresergebnisse, Wechsel der Unternehmensleitung, Firmenübernahmen,
Umsatz- und Gewinnwarnungen.
Aktie
Unter Aktien versteht man solche Wertpapiere,
die Anteils- oder Teilhaberpapiere an einer Aktiengesellschaft (AG) oder
einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) darstellen. Besitzer von
Aktien sind also (Mit-) Eigentümer von Unternehmen. Viele (aber nicht
alle) Aktien werden an Börsen gehandelt.
Amtlicher
Handel
Der Handel mit Wertpapieren
in Deutschland ist in mehrere Marktsegmente
unterteilt. Im Amtlichen Handel (auch Amtliche Notiz genannt) werden vor
allem die Aktien der national und international renommierten großen
Unternehmen (z.B. Allianz, SAP, Deutsche Bank, Siemens, etc.) gehandelt.
Derzeit werden die Aktien von etwa 800 deutschen Unternehmen amtlich
gehandelt.
Zulassungsvoraussetzungen zum Amtlichen Handel sind u.a.:
- Emissionsvolumen > 1,25 Mio. Euro
- Mindestens 50.000 Stück handelbare Aktien
- Streubesitz > 25%
- Das Unternehmen muss bereits seit mindestens 3 Jahren bestehen und 3
Jahresabschlüsse vorlegen
AS-Fonds
Altersvorsorge-Sondervermögen
(Kurz AS-Fonds) oft auch Pensionsfonds genannt, sind Investmentfonds
mit speziellen gesetzlichen Auflagen, die der privaten Altersvorsorge
dienen.
Baisse
Bezeichnung für eine
Abwärtsbewegung an der Börse (Kursrückgang).
Balkenchart
Bei Balkencharts handelt es sich um eine spezielle Art der Charts,
bei der - im Gegensatz zum Linienchart - neben
dem Schlusskurs auch der Hoch- und Tiefkurs grafisch darstellt wird.
Beta-Faktor
Maß für die relative
"Flatterhaftigkeit" (Schwankungsbreite) einer Aktie z.B. gegenüber
einem Index oder einem Referenzwert. Sie wird mathematisch aus dem Verhältnis
der Kovarianz der betrachteten Aktie mit dem Vergleichswert und der
Varianz des Vergleichwerts berechnet. Das Ergebnis ist eine Zahl, die
meist um den Wert 1 schwankt. Ist der Beta-Faktor genau gleich 1, so
entspricht die Schwankungsbreite des betrachteten Wertes exakt der des
Vergleichswert. Ist der Beta-Faktor kleiner als 1 schwankt der betrachtete
Wert weniger stark als der Vergleichswert und umgekehrt. Die Beta-Faktoren
der wichtigsten deutschen Aktien im Bezug auf den DAX werden von vielen
deutschen Tageszeitungen und Fachzeitschriften veröffentlicht. Zur
Messung der absoluten "Flatterhaftigkeit" verwendet man
das Konzept der Volatilität. Beta-Faktoren
bzw. Rendite-Volatilitäts-Betrachtungen spielen eine große Rolle bei der
Portfolio-Selection Theory.
Börse
Börsen sind Märkte (Orte) an denen vertretbare (handelbare) Güter ge-
und verkauft werden. Man unterscheidet Warenbörsen (z.B. für Gold,
Kaffee, Rohöl), Devisenbörsen (für den Handel mit verschiedenen Währungen)
und Wertpapierbörsen (für Aktien, Anleihen, etc.).
Broker
Broker sind Unternehmen, die als Börsenhändler tätig sind. Im Gegensatz
zu den Börsenmaklern dürfen Broker auch Aufträge von Privatkunden ausführen.
Brokerage
Brokerage ist die Gebühr, die ein Broker für seine Tätigkeit erhält
(vergleichbar der Maklergebühr). Von den Marketingabteilungen
vieler Online-Brokern (insbesondere ComDirektBank und Fimatex) wird dieser
Begriff fälschlich statt "Broking" genutzt, womit der Bergriff
jedoch nichts zu tun hat.
Candlestick
Bei Candlesticks handelt
es sich um eine spezielle Art der Charts, deren
Ursprung in Japan liegt (daher oft auch als Japanische Charts bezeichnet).
Bei Candlesticks werden - im Gegensatz zum Linienchart
- sowohl Eröffnungs-, als auch Schluss-, Hoch und Tiefkurs berücksichtigt
und grafisch dargestellt.
Cashflow
Unter dem Cashflow versteht man den Zugang an liquiden Mitteln eines
Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Mathematisch berechnet
sich der Cashflow vereinfacht dargestellt als Summe aus Jahresüberschuss,
Ertragssteuern, Abschreibungen und den Veränderung der langfristigen Rückstellungen
innerhalb des betrachteten Zeitraums abzüglich Zuschreibungen. Siehe
auch: Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCV).
Chart
Charts sind grafische
Darstellungen von historischen Kursen bzw. Werten. Meist wird der Wert (in
Euro, US$, Indexpunkten,. etc.) gegen den Zeitverlauf abgetragen. Man
unterscheidet dabei z.B. Liniencharts, Balkencharts,
Candlesticks, Point
& Figure-Charts.
Charttechnische
Analyse (kurz: Charttechnik)
Teildisziplin der Technischen
Analyse. Grundprinzip der Charttechnischen Analyse ist es, auf Basis
der historischen Kursentwicklungen mit Hilfe von grafischen Darstellungen
(Charts) Rückschlüsse auf die zukünftige
Kursentwicklung zu ziehen.
Commodity
Channel Index (CCI)
Der von Donald Lambert entwickelte Commodity Channel Index (kurz CCI) wird
im Rahmen der Chartanalyse als
langfristiger Indikator eingesetzt. Mathematisch handelt es sich bei dem
CCI um die Differenz des Kurses einer Aktien zum jeweiligen Gleitenden
Durchschnitte - ins Verhältnis gesetzt zum gewichteten statistischen
Mittelwert der Abstände der vergangenen X-Tage. Das Ergebnis wird
wiederum mit dem Kehrwert der Standardabweichung der Kurse bezogen auf die
letzten X-Tage multipliziert, weshalb der CCI positive wie negative Werte
annehmen kann.
Bei Durchbruch der 0-Linie von unten nach oben ergibt sich ein Kaufsignal
bzw. von oben nach unten ein Verkaufsignal.
Coppock
Edwin Sedwick Chittenden konzipierte den Coppock als Weiterentwicklung des
Momentums als langfristiger Indikator. Hierzu
werden zwei langfristige Momentumwerte (z.B. 100 Tage und 200 Tage) einer
Aktie errechnet, aufaddiert und von dieser Summe wird dann der
gewichtete gleitende Durchschnitt
gebildet.
Das Ergebnis schwankt folglich um die 0-Linie. Bei Durchbruch der 0-Linie
von unten nach oben wird als Kaufsignal bzw. ein Durchbruch von oben nach
unten als Verkaufsignal interpretiert.
Dividende
Vom Gewinn, den eine Gesellschaft (z.B. AG) innerhalb eines Zeitraumes
erwirtschaftet, wird ein bestimmter Teilbetrag an die Anteilseigner (z.B.
Aktionäre) ausgeschüttet. Diesen ausgeschütteten Gewinn nennt man
Dividende. Meist wird die Dividende in der Dimension [Euro pro Aktie]
angegeben.
Dynamische
Trendlinie
Bei der dynamischen Trendlinie handelt es sich um eine Regressionslinie,
die - ähnlich dem gleitenden
Durchschnitt - die Richtung des Kursverlaufs anschaulicher
verdeutlichen soll. Im Gegensatz zum Gleitenden Durchschnitt ist die
dynamische Trendlinie aber immer eine Gerade, was bei uneinheitlichen
Kursausschlägen (Seitwärtsbewegung) das Erkennen der Trendrichtung
vereinfacht.
Emission
Unter einer Emission versteht man die Börsenplatzierung (Ausgabe) von Wertpapieren.
Kommt ein Wertpapier erstmals in den Börsenhandel,
so spricht man auch von einer Neuemission - englisch Initial
Public Offering (IPO).
Fundamentalanalyse
Grundprinzip der Fundamentalanalyse ist es, dass der Kurs eines
Wertpapiers durch einen "inneren Wert" des Unternehmens
determiniert ist. Aus gegebenen Daten der Gesellschaft (z.B. Kurs-Gewinn-Verhältnis,
Dividende, Cashflow und
sonstigen relevanten betriebswirtschaftlichen Größen) bzw. dem Vergleich
dieser Daten mit denen anderer Unternehmen, sollen Rückschlüsse auf künftige
Kurspotentiale getroffen werden.
Geregelter
Markt
Der Handel mit Wertpapieren in Deutschland ist
in mehrere Marktsegmente unterteilt. Der 1987
eröffnete Geregelte Markt stellt das Bindeglied zwischen Amtlichem
Handel und dem ungeregelten
Freiverkehr dar. Er ist insbesondere für solche Unternehmen gedacht,
die sich über Börsen Kapital beschaffen wollen,
die Zulassungsvoraussetzungen zum Amtlichen Handel nicht erfüllen aber
dennoch Ihre Aktien unter einer gesetzlichen Börsenaufsicht gehandelt
haben wollen.
Zulassungsvoraussetzungen zum Geregelten Markt sind u.a.:
- Emissionsvolumen > 0,25 Mio. Euro
- Mindestens 10.000 Stück handelbare Aktien
- Jahresumsatz des Unternehmens > 10 Mio. Euro.
Gleitende
Durchschnitte (Moving Averages)
Oftmals betrachtet man bei der Technischen
Chartanalyse den Durchschnittskurs eines Wertes in den letzten
X-Tagen. Berechnet man nun für jeden neuen Kurs den dazugehörigen neuen
Durchschnittskurs der letzten X-Tage, so erhält man den Gleitenden
Durchschnittswert (kurz: GD) zu jedem beliebigen Kurswert, die oftmals als
eigene Linie in den Chart eingezeichnet wird.
Sinn dieser gleitenden Durchschnitte ist es, den Kursverlauf zu glätten
und längerfristige Trends herauszulesen. Gebräuchliche Durchschnitte
sind 20-Tage (repräsentiert in etwa einen Börsenmonat), 38-Tage (2 Börsenmonate),
100-Tage (6 Börsenmonate) und 200-Tage (ein Börsenjahr).
Ein charttechnisch interessantes Signal ist immer dann gegeben, wenn die
Kurslinie die Linie der gleitenden Durchschnitte von unten nach oben
(Kaufsignal) oder von oben nach unten (Verkaufsignal) schneidet.
Gewinnwarnung
Eine Gewinnwarnung
ist nicht - wie der Name fälschlich vermuten lässt - eine Warnung vor
einem Gewinn, sondern eine Warnung eines börsennotierten Unternehmens vor
drohenden Verlusten bzw. dass der Gewinn die erwartete Höhe deutlich
unterschreitet. Die Gewinnwarnung ist nach § 15 des
Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) eine Pflichtmitteilung oder Ad-hoc
Mitteilung.
Hausse
Bezeichnung für
eine Aufwärtsbewegung an der Börse (Kursanstieg).
Hedge
Fonds
Bei einem Hedge
Fonds handelt es sich um einen speziellen Investmentfonds
der eine möglichst schnelle und hohe Vermehrung des angelegten Gelds
anstrebt, hierzu aber auch sehr spekulative Anlageformen wie
Baisse-Spekulationen und (Waren-) Termingeschäfte eingeht. Die Idee der
Hedge Fonds kommt urspünglich aus den USA und diese unterliegen dort
nicht dem Investment Company Act. Neuere Ansätze, die das Hedge Fonds
Konzept auch Kleinanlegern eröffnen wollen, werden oft als Mutual Fonds
bezeichnet.
Index
(Indizes)
Um Aussagen über die Entwicklung des Gesamtmarktes oder eines Teilmarktes
zu erhalten, werden Kennzahlen bestimmter Werte gebildet, die sogenannten
Indizes. So wird z.B. beim Deutschen Aktienindex (DAX) aus 30 bedeutenden
Aktien mit Hilfe eines mathematischen Verfahrens (auf Basis der
Laspeyres-Formel) eine Kennziffer gebildet, die Aufschluss über die
Entwicklung des deutschen Aktienmarktes geben soll. Weitere bekannte
Indizes sind der Dow Jones Index (USA), der Dow Jones STOXX (Europa), der
Nikkei (Japan) oder aber der Financial Times Stocks Exchange Index (FTSE).
Indikatorenanalyse
(oder auch Indikatortechnik)
Teildisziplin der Technischen Analyse.
Die Indikatorenanalyse beschäftigt sich mit mathematisch-statistischen
Analysen historischer Kursdaten. Hierbei werden sogenannte Indikatoren
berechnet, wie z.B. Momentum, Relativer
Stärke, Gleitende Durchschnitte.
Initial
Public Offering (IPO)
Unter IPO versteht man die Neuemission (Börsenplatzierung) von Wertpapieren.
Siehe auch unter Emission.
Investgesellschaft
Investgesellschaften (auch
Kapitalanlagegesllschaft) unterliegen dem Gesetz über
Kapitalanlagegesellschaften (KAG) und haben den Status von
Kreditinstituten. Die Investmentgesellschaften fassen die Ihnen von
Anlegern anvertrauten Gelder in sogenannten Investmentfonds
zusammen. Die bekanntesten Investmentgesellschaften in Deutschland sind
DIT, ADIG, Activest, DWS oder die Deka-Gruppe.
Investmentfonds
(Fonds)
Investmentfonds (auch Fonds oder
auch engl. Fund) sind Sondervermögen einer Investmentgesellschaft,
die nach bestimmten festgelegten Richtlinien angelegt werden (z.B. nur in
europäischen Aktien oder nur in Immobilien). Eine Investmentgesellschaft
kann durchaus mehrere Fonds auflegen. Die wichtigsten Fondsarten sind
Aktienfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds und Immobilienfonds. Der kleinste
Anteil an einem Investmentfonds wird Investmentzertifikat genannt.
Junge
Aktien (oft auch nur "Junge")
Gibt ein Unternehmen im
Rahmen einer Kapitalerhöhung Aktien aus, so werden diese bis zu dem
Zeitpunkt, an dem sie voll dividendenberechtigt sind, als "junge
Aktien" bezeichnet.
Kurs-Cashflow-Verhältnis
(KCV)
Verhältnis (Quotient) aus Chashflow eines
Unternehmens pro Aktie und dem aktuellen Kurs der
Aktie. Das KCV ist neben dem KGV eine der wichtigsten
Kennziffern der Fundamentalanalyse.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
(KGV)
Verhältnis (Quotient) aus Gewinn eines Unternehmens pro Aktie
(nicht zu verwechseln mit Dividende!) und dem
aktuellen Kurs der Aktie. Das KGV ist neben dem KCV
eine der wichtigsten Kennziffern der Fundamentalanalyse.
Linienchart
In einem Linienchart
werden die Schlusskurse bzw. Kassakurse im Zeitverlauf grafisch als Chart
dargestellt. Eröffnungs-, Hoch- und Tiefkurse werden dabei nicht berücksichtigt.
Market-Maker
Börsenhandelsteilnmehmer
(meist Banken oder Broker), die die Verpflichtung übernehmen,
jederzeit verbindliche An- und Verkaufskurse zu stellen, um so den Handel
in diesen Werten "am Leben" zu halten, unabhängig davon, ob
konkrete Handelspartner gerade kaufen oder verkaufen wollen.
Marktsegmente
Der Börsenhandel wird
meist in verschiedene Ebenen (Segmente) unterteilt, für die verschieden
strenge Zulassungskriterien gelten. Beispiele für Marktsegmente in
Deutschland sind z.B. der Amtliche Handel,
der Geregelte Markt, der ungeregelte
Freiverkehr oder der Neue Markt.
Momentum
Mit Hilfe des Momentums wird im Rahmen der Chartanalyse
die Geschwindigkeit bzw. die "Zugkraft" einer Kursbewegung
gemessen. Hierzu subtrahiert man vom aktuellen Kurs den Kurs von vor
X-Tagen. Oftmals wird auch die Differenz der Kurse ins Verhältnis zum
Kurs vor X-Tagen gesetzt. Das Ergebnis schwankt dann nicht um eine 0-Linie
sondern um eine 100%-Linie. Diese Variante des Momentums wird in der
Literatur auch "Rate of Change" oder kurz "ROC"
genannt.
Ein Momentum über 0, zeigt dass die aktuellen Kurse höher sind als vor
X-Tagen - ein negatives Momentum zeigt, dass die aktuellen Kurse niedriger
sind als vor X-Tagen.
Eine steigende Momentum-Linie zeigt an, das ein Aufwärtstrend intakt ist.
Ein fallendes Momentum ist Hinweis auf einen ungebrochenen Abwärtstrend.
Bei Durchbruch der 0-Linie von unten nach oben (Kaufsignal) bzw. von oben
nach unten (Verkaufsignal) sind Anhaltspunkte für eine Trendwende
gegeben.
NASDAQ
Abkürzung für "National Association of Securities Dealers Automated
Quotation". 1980 gegründetes Marktsegment
in den USA für Technologie- und Wachstumswerte (vergleichbar dem Neuen
Markt in Deutschland).
Neuer
Markt
Der Handel mit Wertpapieren in Deutschland ist
in mehrere Marktsegmente unterteilt. Im Neuen
Markt werden vor allem Unternehmen aus innovativen Branchen gehandelt, wie
z.B. Singulus oder Technotrans (vergleichbar der NASDAQ
in den USA)
Zulassungsvoraussetzungen zum Neuen Markt sind u.a.:
- Emissionsvolumen > 5 Mio. Euro
- Streubesitz > 15%
- nur stimmberechtigte Stammaktien werden im
Neuen Markt gehandelt
OTC
(Over the Counter)
Mit OTC wird der außerbörsliche Handel mit börsennotierten Werten (ungeregelter
Freiverkehr) vor allem in den USA bezeichnet.
Point&Figure
Chart (kurz auch P&F)
Wesentliches Merkmal der
Point & Figure Charts ist, dass im Gegensatz zu anderen Charts,
die Zeitdimension vollkommen außer Betracht gelassen wird. Vielmehr
werden Aufwärtsbewegungen (mit einem X) und Abwärtsbewegungen (mit einem
O) gekennzeichnet. Das horizontale Fortschreiten des Charts wird lediglich
durch die Richtungsänderungen (Abwärtsbewegung zu Aufwärtsbewegung oder
umgekehrt) bestimmt, die einen festgelegten Schwellenwert (Umkehrminimum)
überschreiten muss.
Point & Figure Charts eignen sich daher insbesondere für mittel- bis
langfristige Chartanalysen, da sie mit
relativ wenigen Spalten von X und O viele Jahre der Kursentwicklung
beschreiben und abdecken können.
Portfolio
Selection Theory
Die Portfolio Selection Theory wurde in den 50er Jahren von dem Amerikaner
Harry M. Markowitz entwickelt und wird deshalb auch oft "Markowitz
Theory" oder "Markowitz Model" genannt. Wichtigste
Kernaussage ist, dass sich durch geeignete Streuung der Einzelwerte eines
Depots die Gesamtvarianz minimieren lässt ("Risikovernichtung")
ohne dass die Depotrendite dadurch (nennenswert) sinkt. Renditen,
Varianzen (Volatilität), Kovarianzen und Betafaktoren
spielen daher bei der Portfolio Selection Theory eine entscheidende Rolle.
In der Praxis wird meist versucht, das sogenannte
"Minimum-Varianz-Portfolio" zu erhalten, d.h. eine möglichst
große Rendite zu erzielen und dabei nur ein absolut notwendiges Risiko
einzugehen.
Quantitative
Analyse
Die Quantitative Analyse versucht, die mathematisch-technische Indikatorenanalyse
und die Fundamentalanalyse miteinander
zu verbinden. Wichtigste Vertreter dieser Disziplinen sind James P.
O'Shaughnessy und Harry M. Markowitz, bzw. dessen Portfolio
Selction Theory.
Real
Estate Investment Trust (REIT)
Meist an US-Börsen gehandelte Immobiliengesellschaften, die
besondere Steuervorteile genießen (z.B. Befreiung von der Körperschaftssteuer).
Man unterscheidet Equity-REITs, die direkt selber in Großimmobilien, wie
Hotels, Einkaufszentren (Malls) oder Bürohäuser investieren und
Mortage-REITs, die lediglich Hypothekendarlehen zum Bau solcher Großimmobilien
zur Verfügung stellen.
Relative
Stärke (Relative Strength)
Mit Hilfe der Relativen Stärke werden zwei Werte (meist eine Aktie
und ein Index) aus chartechnischen
Gesichtspunkten miteinander verglichen. Hierbei setzt man den Quotienten
der aktuellen Kurse der Werte A und B und den Quotienten der Kurse vor
X-Tagen der Werte A und B ins Verhältnis und normiert auf 100. Ergebnis
ist folglich eine Zahl, die um den Wert 100 herum schwankt.
Ist die Relative Stärke größer als 100, so ist die relative Performance
des Wertes A (meist die Aktie) größer als die relative Performance des
Wertes B (meist der Index) und umgekehrt.
Relativer
Stärke Index nach Welles Wilder (RSI)
Der RSI nach Welles Wilder hat nichts, wie der Name fälschlicherweise
vermuten lässt, mit der Relativen Stärke
eines Wertes zu tun. Vielmehr wird anhand des RSI die "innere Stärke"
eines Wertes gemessen . Der RSI ist eine somit eine spezielle Form des Momentums.
Hierbei werden in einer komplexem mathematischen Formel die Differenzen
der Kurse von heute und von vor X-Tagen verglichen. die Anzahl der Tage
mit Differenzen > 0 und die Anzahl der Tage mit Differenzen < 0
werden aufsummiert und jeweils durch die Anzahl der beobachteten Tage
dividiert und schließlich zueinander in ein bestimmtes Verhältnis
gesetzt, so daß der RSI nur Werte zwischen 0 und 100 annehmen kann.
Bei einem RSI zwischen 0 und 30 ist der Wert überverkauft, bei einem RSI
zwischen 70 und 100 übergekauft.
Sharpe
Ratio
Die nach dem
amerikanischen Wissenschaftler William F. Sharpe benannte Sharpe Ratio
misst den Erfolg eines Depots gegenüber einer risikolosen Anlageform
(z.B. einer Spareinlage) im Sinne der Portfolo
Selection Theory - also neben der erzielten Performance auch unter
Einbeziehung des eingegangenen Risikos.
Mathematisch wird die Sharpe Ratio aus der Diferenz zwischen der Rendite
des betrachteten Depots abzüglich der "sicheren Rendite" der
risikolosen Analgeform, dividiert durch die Standardabweichung des Depots.
Bei einer Sharpe Ratio > 1 konnte überproportional mehr Rendite im
Verhältnis zum eingegangenen Risiko erzielt werden und umgekehrt.
Stammaktien
(kurz: Stämme)
Gegenteil von Vorzugsaktien.
Meist mit vollem Stimmrecht ausgestattete Aktien.
Technische
Analyse
Die Technische Analyse
versucht auf Basis von historischen Kursdaten Erkenntnisse über künftige
Kursentwicklungen zu gewinnen. Zu dieser Disziplin gehören die Charttechnische
Analyse und die Indikatorenanlyse.
Trendbestätigungsindikator
(TBI)
Unter dem TBI versteht man das Verhältnis (Quotient) zweier Gleitender
Durchschnitte eines Wertes, meist normiert auf den Wert 100.
Also z.B. [(GD-38 Tage / GD-200 Tage) * 100]. Ist der TBI größer als 100
ist Indikator für einen Aufwärtstrend, umgekehrt weist ein TBI unter 100
auf einen Abwärtstrend hin. Trendwendesignale sind jeweils bei
Durchbrechen der 100-Linie von unten nach oben (Kauf) oder von oben nach
unten (Verkauf) gegeben.
Trend-Oszillator
(TO)
Unter dem Trend-Oszillator (kurz TO) versteht man das Verhältnis eines
Kurses zu dem dazugehörigen Gleitenden
Durchschnitt, meist normiert auf 100. Ist der TO größer als 100 ist
Indikator für einen Aufwärtstrend, umgekehrt weist ein TO unter 100 auf
einen Abwärtstrend hin. Trendwendesignale sind jeweils bei Durchbrechen
der 100-Linie von unten nach oben (Kauf) oder von oben nach unten
(Verkauf) gegeben.
Ungeregelter
Freiverkehr
Der Handel mit Wertpapieren in Deutschland ist
in mehrere Marktsegmente unterteilt. Im
umgeregelten Freiverkehr werden - wie der Name schon sagt - weitgehende
ohne regelnden Eingriff der Börsenaufsicht Wertpapiere
frei (meist direkt unter Banken) gehandelt.
Vorzugsaktien
(kurz: Vorzüge)
Gegenteil von Stammaktien.
Meist nicht mit Stimmrecht ausgestattete Aktien, die
zum Ausgleich eine höhere Dividende
(Vorzugsdividende) gegenüber den Stammaktien erhalten.
Volatilität
Maß für die absolute
"Flatterhaftigkeit" (Schwankungsbreite) einer Aktie. Sie
entspricht mathematisch der Standardabweichung (Wurzel der Varianz) der
Kurse vom arithmetischen Mittelwert. Zur Messung der relativen
"Flatterhaftigkeit" (z.B. gegenüber einem Index) verwendet man
den Beta-Faktor. Beta-Faktoren bzw. Rendite-Volatilitäts-Betrachtungen
spielen eine große Rolle bei der Portfolio-Selection
Theory.
Wertpapier
Unter Wertpapieren versteht man
Urkunden, die bestimmte Rechte verbriefen. Wertpapiere sind z. B. Aktien,
Anleihen, Pfandbriefe, Genussscheine und Optionsscheine aber auch Schecks
und Wechsel.
Zeichnung
Unter Zeichnung versteht man das
verbindliche Vorbestellen von Wertpapieren,
deren Emission in Kürze bevorsteht. |