Diskussionsforum der stw-boerse: Deutsche Nebenwerte: Hornbach Baumarkt
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Archivierte Beiträge bis 10. Dezember 2015 20    10.12. - 14:30

al_sting - Montag, 21. Dezember 2015 - 12:19
Die Zahlen zum 3. Quartal sind da: http://hornbach-holding.de/de/news/newsdetail_10048.html
Rückgang des EBIT um 10% auf 9-Monatsbasis, um 43% auf 3-Monatsbasis (Laut Handelsblatt)

Und die Erklärungen schmecken mir immer noch nicht.
- Kosten für Online-Handel: War das im September nicht absehbar?
- Verluste wegen zu warmer Wintersaison: Für mich sehr unerwartet. Bislang kannte ich es so, dass die Baubranche bei einer warmen Wintersaison jubelt, weil weniger Arbeitstage ausfallen. Und Hornbach mit seiner Orientierung auf Handwerker sollte davon seinen Teil abbekommen.

Ich sehe derzeit drei Erklärungsansaätze:
1. Hornbach wusste im September noch nicht, wie sich die Kosten für den Online-Handel entwickeln
--> Probleme bei der internen Kommunikation. Wäre ein schlechtes Omen, weil so etwas die Reaktionszeit bei Problemen verlängert.
2. Hornbach wusste im Setember schon um die Kosten des Online-Handels, hielt diese Nachrichten aber zurück, weil man den guten Newsflow nicht stören wollte und hoffte, es später mit anderen Erfolgen bemänteln zu können.
--> Nachteil für Kleinanleger, die von schlechten Informationen nur mit deutlicher Verspätung erfahren.
3. Hornbach sucht sich Gründe, den Aktienpreis zu senken, um dann auf günstigere Art und Weise die Gesellschaftsform zu ändern oder die Aktie von der Börse zu nehmen und Anteile zurückzukaufen.
--> Bewusste Diskuriminierung von Kleinaktionären. Dickfelligkeit könnte sich auszahlen, kann aber auch deutlich in die Hose gehen.

In allen drei Erklärungsansätzen sehe ich Nachteile für den Kleinaktionär, die mir nicht schmecken.

Dazu kommt noch eine halbversteckte Gewinnwarnung für das 4. Quartal:
"Betriebsergebnis (EBIT) nach neun Monaten minus 9,8% auf 172,5 Millionen Euro
[...] „Vielmehr halten wir es für wahrscheinlicher, dass das EBIT den Vorjahreswert von 165,1 Millionen Euro um höchstens 15% unterschreiten wird“, heißt es im heute veröffentlichten Zwischenbericht des Hornbach Holding AG & Co. KGaA Konzerns."

Grobe Daumenkalkulation: Wenn
1. regulär jedes Quartal 25% zum Jahresebit beiträgt
2. das Ebit nach 3 Quartalen um 10% gesunken ist (75% des Jahresebit x 90% =67,5% des Jahresebit)
3. das Ebit nach 4 Quartalen um 15 gesunken sein soll (100% x 85% = 85% des Jahresebit)
--> dann sinkt das EBIT für Q4 um 30% (85%-67,5% = 17,5%; 17,5%/25% = 0,7; 1-0,7 = 0,3 Verlust).

Wären dann Q3 (EBIT -43%) und Q4 (EBIT -30%) einmalige Ergebnisausreißer oder ein Hinweis für die Ergebnisentwicklung in 2016?
So wie ich die Meldung lese, dürften zumindest die Verluste aus dem Online-Handel auch zukünftig das Ergebnis belasten.

Bei einem VW-analogen Rabatt von 50% (also Kursen um 15€) würde die Aktie wieder interessant werden, aber zum derzeitigen Kurs sehe ich die Risiken nicht ausreichend eingepreist.

prof - Montag, 21. Dezember 2015 - 12:31
Gute Analyse, urplötzliche Gewinnwarnungen können normalerweise nur aus zwei Gründen entstehen:
- Unfähigkeit, den eigenen Gewinn zu planen
- Bewusste Täuschung im Vorfeld
Bei Dir kommt hier ausnahmsweise noch eine dritte Komponente hinzu. Es gibt aktuell einfach viel, viel bessere Aktien.

Ob man den 50% Rabatt verallgemeinern kann, stelle ich mal in Frage.
Prof

al_sting - Mittwoch, 15. Februar 2017 - 21:35
Ennismore mag Hornbach: http://www.ennismorefunds.com/documents/OEIC/Newsletters/2017/NL%20OEIC%20Jan%2017.pdf

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