Diskussionsforum der stw-boerse: Deutsche Nebenwerte: Schaltbau
helmut - Dienstag, 4. Januar 2011 - 20:48
Eigendefinition von Schaltbau:

"Die Schaltbau-Gruppe gehört mit einem Umsatz von mehr als 270 Millionen Euro und 1.600 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von Komponenten und Systemen für die Verkehrstechnik und die Investitionsgüterindustrie.

Die Unternehmen der Schaltbau-Gruppe liefern komplette Bahnübergangs-systeme und unterschiedlichste Türsysteme für Busse und Bahnen, Industrie-bremsen für Containerkrane sowie Energieversorgungsanlagen und Hoch- und Niederspannungskomponenten für Schienenfahrzeuge. Innovative und zukunftsorientierte Produkte machen Schaltbau zu einem maßgeblichen Partner in der Verkehrstechnik und Industrie."

Dazu noch die letzte Adhoc in der Schaltbau sehr konkrete Prognosen für 2011 abgibt:


Schaltbau-Konzern gibt Prognose für 2011 bekannt

München, 08. November 2010 - Die Unternehmen der Schaltbau-Gruppe haben
sich auch im dritten Quartal 2010 positiv entwickelt. Für das laufende
Geschäftsjahr 2010 werden sich nach heutigem Kenntnisstand bei einem Umsatz
von rund 280 Mio. EUR das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) auf
22,4 Mio. EUR sowie das Konzernjahresergebnis auf 14,3 Mio. EUR belaufen.
Nach Abzug der Anteile der Minderheitsgesellschafter resultiert daraus ein
Anteil der Aktionäre der Schaltbau Holding AG am Konzernjahresergebnis von
11,9 Mio. EUR, dies entspricht, wie bereits berichtet, einem Gewinn je
Aktie unverwässert in Höhe von rund 6,40 Euro.

Für das Jahr 2011 rechnet der Konzern mit einem weiterhin stabilen
Bahngeschäft. Das industrielle Komponentengeschäft wird sich aus heutiger
Sicht auf hohem Niveau stabilisieren, gleichzeitig wird eine Belebung des
Bremsengeschäfts erwartet, so dass insgesamt mit einem Umsatz von rund 290
Mio. EUR und einem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) von 23,5
Mio. EUR gerechnet wird. Das Konzernjahresergebnis wird demnach 15,8 Mio.
EUR und der Gewinn je Aktie 7,20 Euro (unverwässert) betragen.

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Schaltbau hat eine ziemlich bewegte Vergangenheit mit Beinahe-Pleite hinter sich. Das zeigt sich auch noch in der Bilanz. Erst letztes Jahr ist es gelungen das negative Eigenkapital wieder aufzufüllen (jetzt 29 Mio. EK per Ende Sept 2010 (inkl. Minderheiten exkl. Genussrechtskapital, EK-Quote von knapp 20% inkl. Genussrechtskapital)

Heute ist Schaltbau äusserst profitabel aufgestellt. Das zeigt sich auch daran, wie schell sich das Kapital auffüllt. Die Bankverbindlichkeiten werden zügig zurückgeführt bzw. sind schon wieder Übernhahmen (Bode) möglich gewesen.

Das Geschäftsfeld Verkehrstechnik erachte ich grundsätzlich als äusserst zukunftsträchtig. Der Auftragseingang ist auch entsprechend hoch. In der Krise hat man dabei sicher auch von öffentlichen Investitionen in die Bahn-Infrastruktur profitiert. Das dämpft den ansonsten doch eher zyklischen Charakter des Unternehmens.

Mit dem prognostizierten Ergebnis je Aktie von 7,2 Euro hat Schaltbau derzeit ein KGV von unter 8. In Anbetracht der Wachstumsperspektiven und der Tatsache, dass dies mit einem EK von nur 14 je Aktie erzielt wird, ist das sehr attraktiv. Bei den Zahlen ist allerdings zu beachten, dass mit der Wandlung der Genussrechte eine Verwässerung eintreten wird.

Schaltbau traue ich in den nächsten Jahren eine sehr gute Entwicklung zu. Die Aktie bleibt für mich auch auf dem deutlich höheren Kursniveau sehr attraktiv.

Helmut

tk_boerseninfo - Dienstag, 24. April 2012 - 10:31
Die Zahlen liefen gerade über den Ticker:

Schaltbau rechnet 2012 mit einem Umsatzanstieg auf €350 Mio, einem EBIT von €28,9 Mio und einem Konzernergebnis von €20,8 Mio.
Schaltbau Holding AG 10:06:30 82,10 € 0,02%
10:03 - Echtzeitnachricht

Schaltbau steigert Umsatz im ersten Quartal auf €84,7 Mio (VJ: €74,1 Mio) und erzielt ein EBIT von €6,6 Mio (VJ: €7,2 Mio). Das Periodenergebnis beträgt €4,5 Mio (VJ: €7,1 Mio).
Schaltbau Holding AG 10:06:30 82,10 € 0,02%
10:03 - Echtzeitnachricht

levdul1 - Freitag, 6. Mai 2016 - 12:05
Nach 2 Jahren Konsolidierung ist die Aktie recht günstig bewertet. Allerdings sind in 2015 die Margen gegenüber den Vorjahren stark gesunken.

Hier werde ich wohl etwas recherchieren müssen.

Gibt es im Gesamtumfeld Dinge welche ich übersehen könnte ?

levdul1 - Mittwoch, 7. September 2016 - 11:51
Nun ist die Gewinnwarnung bei Schaltbau raus. Allerdings klingen die beschriebenen Gründe eher nach Einmaleffekt. Umsatz ist weiterhin steigend.

Was haltet Ihr davon ? Von der Bewertung her müßte man zugreifen (Levdul-Zahl von 17).

Charttechnisch eher schwierig ?

prof - Mittwoch, 7. September 2016 - 13:54
Charttechnisch sieht es richtig böse aus. Der Aufwärtstrend und auch der jahrelange Seitwärtstrend sind hinüber. Man kann immer auf eine technische Erholung nach solch einer Meldung spekulieren, aber ich rate davon ab.

covacoro - Donnerstag, 1. Dezember 2016 - 21:39
Was denkt denn das Forum über den Weggang des CFO und jetzt auch noch des CEO Dr. Camann?

http://www.onvista.de/news/schaltbau-holding-ag-dr-juergen-cammann-sprecher-des-vorstands-legt-mandat-nieder-48153323

al_sting - Donnerstag, 1. Dezember 2016 - 23:00
Ohne Kenntnis der Firma sehe ich dicke rote Warnlampen.
Gewinnwarnung im Herbst, jetzt Ablösung / Abgang von gleich zwei Vorständen - gar nicht gut.
Rücktritt "aufgrund kontroverser Vorstellungen bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat" ist auch sehr sehr ungewöhnlich deutlich.
Und die Charttechnik ist auch schon seit längerer Zeit sehr negativ.
Um die Aktie jetzt haben zu wollen, sollte sie extrem billig sein (nach Buchwert, nicht nach Gewinn) und/oder man sollte die Firma wirklich gut kennen und einschätzen können.

covacoro - Mittwoch, 11. Januar 2017 - 19:37
Der Schaltbau-Kurs hat die Turbulenzen zuletzt einfach weggesteckt. Jetzt schickt er sich an, nach oben auszubrechen. Dazu trägt ggf. bei, dass China eine neue Runde Investitionen in das Bahnnetz angekündigt hat:
http://www.nzz.ch/wirtschaft/uebersicht-wirtschaftsthemen/hochgeschwindigkeitszuege-china-investiert-480-milliarden-euro-in-zugnetz-ld.137214

prof - Mittwoch, 11. Januar 2017 - 20:51
Das ist mir zu heiß, eine Bodenbildung sieht anders aus. Als Idealfall lässt sich hier Nimble Storage anführen. Hier steigt man mit kalkulierbarem Risiko von 15% in ein lange Bodenbildung ein.

helmut - Donnerstag, 12. Januar 2017 - 22:16
al_sting hat schon Recht, dass die offiziell vorliegenden Informationen zu viel Vorsicht mahnen. Ich führe die relative Stärke auf die Übernahmephantasie zurück. Cammann ist ja nicht freiwillig gegangen. Da gab es einen klaren Machtkampf. Und er ist ja noch immer Großaktionär. Mich würde nicht überraschen, wenn er versuchen würde, mit Hilfe von PE-Geld die Macht zurückzuholen - z.B. mittels eines Übernahmeangebotes.
Und dann gibt es in der Firma einfach Perlen - insbesondere im Bremsenbereich. Das wäre z.B. für jemanden wie Herrn Thiele sehr interessant.
Im Moment ist Schaltbau unter strategischen Gesichtspunkten - ggf. auch einer Filletierung - attraktiver als auf Basis des laufenden Geschäftes.
Ich fühle mich damit eigentlich auch nicht wohl - eine absehrbare positive operative Entwicklung ist eine deutlich bessere Basis für eine Investitionsentscheidung als die Hoffnung auf eine Übernahme. Ich kann mich aber im Moment auf dem Niveau nicht zu einem Verkauf durchringen.

helmut - Sonntag, 25. Juni 2017 - 14:25
In der Zwischenzeit hat sich auch bei Schaltbau einiges getan. Active Ownership (AOC ist eingestiegen und hat sich dabei die Stimmen von Cammann gesichert. Auf der HV ist es zum Show-Down gekommen. Wobei es dann so war, dass Herr Zimmermann (AR-Vorsitzender und Rivale von Cammann) im Rahmen der HV (vor dem Abwahlantrag) seinen Rückzug verkündet hat.

Ich gehe davon aus, dass jetzt dort richtig aufgeräumt wird. Ein Vorstandsmitglied ist in der Zwischenzeit schon zurückgetreten. Ich fühle mit mit AOC im driving seat sehr wohl. Ich habe Herrn Schuhbauer und Herrn Röhrig auch persönlich agieren sehen und traue denen zu, dass die Weichen auf nachhaltige Wertsteigerung gesetzt werden.

al_sting - Sonntag, 25. Juni 2017 - 16:24
Rückblickend hätte man zum Zeitpunkt von covacoros Frage im Dezember zum Tiefstpreis einsteigen können. Damals war mir die Lage aber zu suspekt, unentschiedene Machtkämpfe können Firmen schnell nachhaltig beschädigen bis zerstören.
Die von Helmut berichteten neuen Entwicklungen, Showdown auf der HV mit neuen und geklärten Machtverhältnissen und in Helmuts Augen fähigen Leuten an verantwortlicher Stelle, das klingt schon deutlich interessanter. Und auch ein Chartie müsste mit der Bodenbildung und dem Kursanstieg ganz zufrieden sein.

Mein Interesse ist damit geweckt, anders als noch zum Jahreswechsel. Daher meine Frage an Helmut, covacoro oder andere bei Schaltbau involvierte Leser: Wie schätzt ihr das mittel- bis langfristige Potential von Schaltbau ein, wenn der Turnaround gelingt? Worauf sollte ich achten? (Ich freue mich auch auf den Link zu einem öffentlich einsehbaren Statement oder Analyse, die ihr für überzeugend und lesenswert haltet.)

prof - Sonntag, 25. Juni 2017 - 19:57
Charttechnisch ist die Gefechtslage eher unklar, da man nach dem 50% Anstieg auch einen Rückschlag in Erwägung ziehen muss.

helmut - Montag, 26. Juni 2017 - 16:35
Also nach unten sehe ich eine relativ gute Absicherung. AOC wollte ja die ganze Kapitalerhöhung zu 36 Euro zeichnen. Schaltbau hat die KE dann aber noch vor der HV zu 34,12 bei "befreundeten" Investoren durchgezogen. Dh die haben trotz der klammen Finanzlage einfach auf einen Millionenbetrag zulasten aller Alt-Aktionäre verzichtet, nur um ein genehmes Stimmverhalten sicherzustellen! Ihr könnt euch vorstellen, welche Reaktionen das dann in der HV ausgelöst hat. Der Rücktritt von Zimmermann war mehr als überfällig. Das war einfach eine Frechheit, wie man hier vorgegangen ist.
Nebeneffekt ist aber, dass AOC und andere Investoren sicher Interesse haben, bei einem Kursniveau von 36 Euro weiter zuzukaufen.

Ob es andererseits schnell nach oben geht? Das sehe ich auch kaum. Die Probleme von Schaltbau sind schon tiefgehend (Keine Standardisierung über die Gruppe hinweg, jede Tochter macht was sie will, Projekte, denen man nicht gewachsen war und deren Abbruch noch mehr Verluste erzeugen würde, als ein Durchziehen mit Schmerzen, ...).
Andererseits macht genau das das Potential von Schaltbau in der derzeitigen Situation aus. Der neue Vorstand hat - trotz klarer Benennung der Probleme - auch klar gemacht, dass die Bahnindustrie auf starke Wettbewerber z.B. zu Knorr-Bremse wartet. Und wenn man die starken Produktbereiche gut managed, dann kann man dort auch ganz andere Wertbeiträge generieren.

Nicht dass man das 1:1 vergleichen kann, aber Haldex wird von Knorr-Bremse zu einem Umsatzmultiple von 1,25 übernommen. Bei Schaltbau sind wir auch bei einem Kurs von 40 erst bei 0,5.

covacoro - Donnerstag, 29. Juni 2017 - 20:59
Schaltbau ist bei mir auf der ToDo-Liste für eine tiefergehende Analyse. Ärgere mich auch ein wenig, dass ich Ende 2016 nicht mutiger war, aber den Einstieg von AOC konnte man nicht vorhersehen.

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