Diskussionsforum der stw-boerse: SDAX: Clere AG (ehemals Balda)
prof - Donnerstag, 2. Dezember 2004 - 12:10
Kauf 1000 Stück zum nächsten Xetra-Kurs!

prof - Donnerstag, 2. Dezember 2004 - 12:51
Ausgeführt um 12:15 Uhr zu 8,85
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phlipster - Dienstag, 7. Dezember 2004 - 18:09
Auch mal was Fundamentales (wenn auch schon älter):

25.10.04 Balda erhöht nach kräftigem Quartalsgewinn Vorsteuer-Gewinnziel für 2004

BAD OEYNHAUSEN (dpa-AFX) - Der Handyteile-Hersteller Balda hat seinen Gewinn im dritten Quartal dank der weltweit positiven Konjunktur für Mobiltelefone verdreifacht. Deswegen und angesichts des erfolgreichen Starts des brasilianischen Gemeinsachaftsunternehmens Balda-Lumberg stockte die die im SDAX notierte Balda AG am Montag ihre Jahresprognose erneut auf.

"Danach soll im Rahmen der bislang erwarteten Umsatzerlöse das Vorsteuerergebnis (EBT) auf 42 bis 44 Millionen Euro steigen", hieß es in der Pflichtmitteilung. Ende Juli hatte Balda sich als Ziel gesetzt, dem Umsatz um 35,6 bis 37,4 auf 370 bis 375 Millionen Euro zu steigern. Damals hatte die Gesellschaft vor Steuern noch einen Zuwachs von 44,7 bis 53,5 Prozent auf 33 bis 35 Millionen Euro angestrebt. Auf das nächste Jahr blickt Balda zuversichtlich: "Das Unternehmen schätzt den Markt für 2005 positiv ein", hieß es nun.

QUARTALSZUWÄCHSE

Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte die Gesellschaft ihren Umsatz im Jahresvergleich um rund ein Drittel (35%) auf 100,8 Millionen Euro. Die erstmals konsolidierte Region Südamerika mit dem Haupt-Produktionsstandort im brasilianischen Manaus steuerte 4,2 Millionen Euro bei. Die Auslastung aller Fertigungsstätten lag bei rund 80 bis 85 Prozent.

Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg im Zeitraum Juli bis September auf 17,4 Millionen Euro von 8,7 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Vor Steuern hat Balda den Gewinn fast verdreifacht. Das Vorsteuerergebnis (EBT) wuchs von 5,6 auf 16,2 Millionen Euro. Der Überschuss verdreifachte sich auf 9,7 Millionen Euro (Vorjahr: 3,2 Mio Euro).

MEHR BESCHÄFTIGTE

Balda beschäftigte Ende September 6.495 Menschen und damit 14,5 Prozent mehr als zum Halbjahres-Ende. Der Konzern ist nach eigenen Angaben der weltweit zweitgrößte Systemlieferant von Präzisionskomponenten aus Hochleistungskunststoffen für die Mobilfunkindustrie. Balda beliefert zudem Unternehmen der Automobil- und Medizintechnik-Branche./sbi/sk

Quelle: dpa-AFX

prof - Mittwoch, 2. Februar 2005 - 09:32
Prognose 2004 übertroffen, allerdings leichter Ergebnisrückgang in 2005 erwartet. Kurz zuckt erst mal nach unten. Mein Sorgenkind hat aber noch ca. 10% Luft zum Stopploss.
Prof

Ad-hoc-Meldung nach §15 WpHG

Vorläufiges Jahresergebnis

Balda AG wird ihre Prognose für 2004 bei Umsatz und Ergebnis übertreffen

Ad-hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.


Balda AG wird ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2004 bei Umsatz und Ergebnis übertreffen - Planzahlen 2005 über den Prognosen für den Mobilfunkmarkt

-Umsatzplus von 38,5 Prozent auf 378 Millionen Euro

-Vorsteuerergebnis mit 47 Millionen Euro mehr als verdoppelt

-Für 2005 Wachstum von 12 Prozent, damit stärker als die Prognosen des Mobilfunkmarkts

Die an der Frankfurter Wertpapierbörse notierte Balda AG hat das Geschäftsjahr 2004 nach vorläufigen Berechnungen mit dem besten Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Der Spezialist für Präzisionskomponenten aus Hochleistungskunststoffen hat danach seine Umsatzerlöse um rund 38,5 Prozent auf 378 Millionen Euro (Vorjahr: 272,9 Millionen Euro) gesteigert. Das Vorsteuerergebnis (EBT) hat sich voraussichtlich mit rund 47 Millionen Euro (Vorjahr: 22,8 Millionen Euro) mehr als verdoppelt. Damit hat der Balda-Konzern seine zuletzt im Oktober nach oben berichtigten Prognosen noch übertroffen. Der Konzern erwartete bisher Umsatzerlöse zwischen 370 und 375 Millionen Euro und ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 42 bis 44 Millionen Euro. Wachstumsträger war auch im Berichtsjahr die Unternehmenssparte Infocom mit Komponenten und Systemen für Handys. Die ausländischen Produktionsstandorte in Brasilien, China, Malaysia und seit November letzten Jahres auch in Ungarn trugen überproportional zum Umsatz- und vor allem zum Gewinnwachstum bei. Die Nachfrage nach Mobiltelefonen im traditionell besonders starken Schlussquartal übertraf auch 2004 die Erwartungen der Handyhersteller. Diese Entwicklung sicherte auch im letzten Vierteljahr eine gute Auslastung der Produktionskapazitäten bei Balda. Für das Geschäftsjahr 2005 rechnet der Vorstand bei organischem Wachstum mit einem Umsatzplus von rund 12 Prozent auf 420 bis 430 Millionen Euro. Der außerhalb Deutschlands erzielte Umsatzanteil wird sich voraussichtlich auf rund 60 Prozent belaufen, nach rund 25 Prozent in 2004. Der Balda-Konzern plant damit erneut ein über den Prognosen für den Mobilfunkmarkt liegendes Wachstum. Das Vorsteuerergebnis (EBT) soll sich im laufenden Geschäftsjahr zwischen 42 und 44 Millionen Euro bewegen. Der weiter zunehmende Umsatz- und Ergebnisanteil der Produktionsstandorte außerhalb Deutschlands wird zu einer sinkenden Steuerquote führen.

Bei Rückfragen: Balda AG, Cersten Hellmich und Kathrin Wiederrich (Investor Relations), Telefon: (05734)922-2706 / 2751, Telefax: (05734) 922-2691, E-Mail: chellmich@balda.de, kwiederrich@balda.de, Internet: http://www.balda.de

stw - Mittwoch, 2. Februar 2005 - 11:50
Es freut mich ja immer wieder, dass auch Prof sich die Mühe macht, solche Zahlen zu studieren...

:-) stw

prof - Montag, 7. Februar 2005 - 11:33
Verkauf alle zum nächsten Xetra-Kurs - habe was Besseres im Auge - Prof

prof - Montag, 7. Februar 2005 - 12:18
ausgeführt um 11:41 zu 7,90
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Prof

stw - Mittwoch, 27. September 2006 - 18:08
Nach dieser Gewinnwarnung könnte Balda für die Antizykliker unter uns so richtig interessant werden. Die große Frage lautet: ist das eine Wachstumsdelle oder das Ende der Wachstumsstory ?
Dem Chartie dürften die Haare zu Berge stehen, wenn er an Balda denkt...

:-) stw

Frankfut am Main - Die Balda AG hat gestern ihre Prognose für den Umsatz im Gesamtjahr 2006 deutlich zurückgeschraubt. Das Unternehmen aus Bad Oeynhausen werde die bisherige Schätzung von 450 bis 460 Mio. EUR voraussichtlich nicht erreichen. Ein neues Umsatzziel nannte Balda nicht. Gleichzeitig senkte der Handyschalenspezialist die Erwartung für den Vorsteuergewinn (EBT) von bislang 46 bis 48 Mio. EUR auf nur noch 20 Mio. EUR.

Die Gewinnwarnung verfehlte ihre Wirkung nicht. Die Balda-Aktie brach gestern erdrutschartig ein. Heute setzt sich die Talfahrt mit einem Minus von weiteren 4 Prozent fort. Für Brancheninsider dürfte die Gewinnwarnung letztendlich jedoch wenig überraschend kommen. Bereits die Zahlen für das zweite Quartal 2006 waren dürftig ausgefallen und die Aktie markiert seit April einen intakten Abwärtstrend.

Balda begründete die Gewinnwarnung zum jetzigen Zeitpunkt mit den Ergebnissen eines Sales Meetings in China in der vergangenen Woche. Demnach sei man nach einer Bewertung von Kundenpotenzialen und möglichem Neugeschäft zu dem Schluss gekommen, dass sich die Entwicklungen der Ergebnisse aus den Monaten Juli und August bestätigten und die in ihrer Prognose von Mitte Juli zugrunde liegende Belebung des Geschäfts nicht eingetreten sei. Zudem geht Balda davon aus, dass Neuprojekte später als terminiert anlaufen werden.

Balda wurde zwar wie erwartet von Nokia auch in Asien als Lieferant gelistet und hat erste Projekte gewonnen. Diese Aufträge starten jedoch erst 2007 in die Massenproduktion. Der Konzern geht allerdings nicht mehr davon aus, dass Nokia Balda noch im vierten Quartal als Zweitlieferant zu laufenden Projekten hinzuzieht. Die vorgenannten Effekte treffen vor allem in Asien zu. Die bereits im zweiten Quartal in China angefallenen Abweichungen zum Plan werden sich im Verlauf des Restjahres 2006 fortsetzen. Den erhöhten Fixkosten aus dem Aufbau des neuen Werks in Beijing stehe somit eine geringere Auslastung durch rückläufige Umsätze gegenüber. Diese Situation werde sich vermutlich erst im Jahr 2007 durch den verbesserten Kundenmix zum Positiven verändern.

Gleichzeitig berichtete Balda auch über schärferen Wettbewerb in Europa. Zwar befand sich die Region bei Umsatz und Ertrag zum Halbjahresende 2006 noch im Plan. Diese Entwicklung werde sich aber für das Gesamtjahr nicht halten lassen. Das Unternehmen könne den Druck der Kunden aus dem Mobilfunkmarkt auf die Preise nicht vollständig auffangen. Dieser Druck ist so stark, dass der globale Markt für Mobiltelefone zwar im Volumen gewachsen ist, umsatzseitig aber eher schrumpft.

Diese Entwicklung ist auf die scharfe Konkurrenzsituation der Balda-Kunden im weltweiten Mobilfunkmarkt, aber auch auf den zunehmend intensiveren Wettbewerb unter den Lieferanten der Handyhersteller zurückzuführen. Balda will dieser Situation mit einem über die bisherigen Maßnahmen hinausgehenden Kostensenkungsprogramm speziell für die Region Europa begegnen.

Buy on bad News – das könnte auch im Fall Balda die Devise sein. Nach dem Kurssturz ist die Aktie vergleichsweise günstig bewertet. Das Kerngeschäft im Mobilfunkmarkt wird 2007 nach Schätzungen des Unternehmens wieder wachsen und eine höhere Ertragsstärke ausweisen. Durch die Beteiligung am Touchscreen-Geschäft von TPK hat sich Balda zudem den Einstieg in einen interessanten Wachstumsmarkt gesichert. 2007 wird bei TPK mit 300 bis 350 Mio. EUR Umsatz sowie einem EBT von 30 bis 35 Mio. EUR gerechnet.

chinaman - Donnerstag, 28. September 2006 - 04:45
Balda ist auch bei mir auf die Watchlist gerückt. Wobei die Meinungsbildung noch ziemlich offen ist ...


Gruß
Chinaman


Handelsblatt Nr. 187 vom 27.09.06 Seite 19


Handy-Zulieferer Balda schockt die Märkte

Revidierte Prognose schickt die Aktie auf Talfahrt

FRANKFURT. Der Handyschalen-Hersteller Balda gerät zunehmend unter Druck. Der Vorstand musste gestern seine Ergebnisprognose drastisch nach unten korrigieren. Statt mit einem Vorsteuergewinn von 46 Mill. bis 48 Mill. Euro rechnet das Management für 2006 nun nur noch mit 20 Mill. Euro. Die Folge: Der Kurs des Unternehmens brach gestern um bis zu 23 Prozent ein, erholte sich aber am Nachmittag wieder leicht, Balda kämpft an mehreren Fronten. Das Unternehmen produziert Kunststoffteile für Mobiltelefone. Doch unter den Handy-Herstellern wie Nokia oder Motorola herrscht in Europa ein ruinöser Preiskampf, der auch zu Lasten der Zulieferer geht. Zum anderen hat Nokia, einer der größten Kunden von Balda, seine Aufträge auf das neue Jahr verschoben. Das wiederum wird negative Folgen für das neue Werk in Peking haben, da hier nun den hohen Aufbaukosten zunächst niedrigere Umsätze gegenüberstehen. Deshalb werde auch das Umsatzziel von rund 460 Mill. Euro verfehlt, warnte die Balda-Spitze gestern.

Die schlechten Nachrichten kommen nicht überraschend. So hatte der Balda-Rivale Perlos erst vor kurzem seine Prognose revidieren müssen. Und auch die beiden Handy-Zulieferer Elcoteq und CSR hatten vor schlechten Geschäftszahlen gewarnt. Deshalb gehen Analysten für die gesamte Branche von einem schwierigen zweiten Halbjahr aus.

Dass die Aktie von Balda dennoch so heftig reagierte, hängt vor allem mit dem Vertrauensverlust des Managements zusammen. Trotz der negativen Nachrichten von den Wettbewerbern hatte die Balda-Spitze erst in der vergangenen Woche die eigenen Ziele bestätigt. Diese Irreführung haben die Investoren übel genommen. Zudem ist es nicht das erste Mal, dass Balda die Erwartungen verfehlt.

Das Management will nun mit drastischen Sparmaßnahmen gegensteuern. So sollen in Europa und in Amerika Stellen abgebaut werden. Auch Werksschließungen werden nicht ausgeschlossen. Außerdem steht das gesamte Brasiliengeschäft zur Disposition, da die Handy-Hersteller selbst mit ihrer Fertigung nach China gehen. jkn

jkn



27. September 2006

chinaman - Freitag, 29. September 2006 - 05:23
Handelsblatt Nr. 188 vom 28.09.06 Seite 15


Nachwehen bei Balda

Erneuter Kurseinbruch bei der Balda AG. Die Aktie des Handyschalen-Herstellers verlor gestern zeitweise mehr als vier Prozent erholte sich bis zum Abend aber wieder. Erst am Dienstag hatte das Papier heftig geblutet und zeitweise über 20 Prozent an Wert eingebüßt. Ursache für die Bergund Talfahrt dürften diverse Analystenberichte sein. Sie sind nach der zurückgenommenen Prognose des Balda-Managements für die nähere Zukunft eher skeptisch, die Anleger sind verunsichert.

"Die avisierte Erholung fällt für das zweite Halbjahr aus!", titelte etwa Stephan Wittwer von der Landesbank Baden-Württemberg. Noch deutlichere Worte fand Nicolas von Stackelberg von Oppenheim Research. "Das Vertrauen in das Management ist verbeult", klagt er.

Hintergrund der teils heftigen Reaktion der Branchenbeobachter: Wegen des hohen Preisdrucks sowie schleppender Nachfrage seitens der großen Handy-Hersteller hat das Balda-Management seine Prognosen für Gewinn und Umsatz nach unten revidiert. Statt eines Vorsteuergewinns von 46 Mill. bis 48 Mill. Euro sollen nun noch rund 20 Mill. Euro in den Büchern erscheinen. Dabei hatte die Balda-Spitze vor nicht allzu langer Zeit die ursprüngliche Prognose ungeachtet zahlreicher Warnsignale im Markt bestätigt. jkn

jkn



28. September 2006

chinaman - Mittwoch, 4. Oktober 2006 - 05:01
Handelsblatt Nr. 190 vom 02.10.06 Seite 20


Übernahmeofferte eines Fonds erhöht Druck auf Balda-Management

Britische Audley Capital will den Handyschalen-Hersteller von der Börse nehmen

FRANKFURT. Beim Handyschalen-Hersteller Balda folgt ein Schlag dem nächsten. Nach massiven Absatzproblemen und verfehlten Gewinn- und Umsatzzielen muss sich das Management des Unternehmens jetzt mit einer Übernahmeofferte des Londoner Finanzinvestors Audley Capital auseinander setzen. Die Gesellschaft will das Unternehmen nach eigenen Angaben für 260 bis 300 Mill. Euro übernehmen. "Vorstand und Aufsichtsrat werden sich hiermit befassen", teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Der Kurs der Balda-Aktie schnellte daraufhin um knapp 17 Prozent auf 6,33 Euro in die Höhe. Dennoch traut der Markt der Offerte nicht so ganz, schließlich bewertet Audley Balda mit bis zu 7,50 Euro. Analysten etwa von der LBBW zeigten sich skeptisch.

Audley ist für das Balda-Management kein Unbekannter. Bereits seit längerem ist der Fonds bei dem Unternehmen engagiert. Gemeldet war zuletzt ein Anteil von 5,01 Prozent. Allerdings hat der Finanzinvestor nach den Worten von Fondsmanager Michael Treichl den jüngsten Kurseinbruch dazu genutzt, um aufzustocken. Noch liege der Anteil aber unter zehn Prozent.

Der jüngste Vorstoß von Audley Capital ist nicht der erste. Bereits im Frühjahr hatte die Gesellschaft Kontakt mit dem Balda-Management aufgenommen. Doch das lehnte eine Übernahme ab. Balda-Chef Joachim Gut hält eine Börsennotierung für das Beste sowohl für Mitarbeiter als auch für Aktionäre. Das sieht Treichl anders. Er steht auf dem Standpunkt, dass die dringend notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen viel besser jenseits der Börsenhektik erledigt und umgesetzt werden könnten.

Tatsächlich steht das Geschäft von Balda unter Druck. Zum einen tobt derzeit in Europa unter den großen Handy-Herstellern ein Preiskrieg, den auch Zulieferer wie Balda zu spüren bekommen. Zum anderen hat Nokia als wichtigster Kunde seine Aufträge ins neue Jahr verschoben. Die Pleite von BenQ Mobile dürfte die Situation zusätzlich verschärfen.

Als Folge hatte die Balda-Spitze in der vergangenen Woche die Investoren auf deutlich schlechtere Zahlen vorbereitet. So werden am Jahresende statt des erwarteten Vorsteuergewinns von 46 Mill. bis 48 Mill. Euro nur noch 20 Mill. Euro in den Büchern stehen. Auch der geplante Umsatz von rund 460 Mill. Euro werde deutlich verfehlt. Das Management will mit einem Sparprogramm gegensteuern, das einen Stellenabbau sowie Werksschließungen vorsieht.

Ob das allerdings ausreichen wird, um Druck von der Balda-Spitze zu nehmen, ist offen. Es steht von mehreren Seiten unter Beschuss. Analysten nehmen die sehr späte Prognosekorrektur übel. Rivalen wie Perlos hatten früher auf die schwierige Situation aufmerksam gemacht. Auf der Investorenseite scheint nicht nur Audley Capital Druck zu machen. Die Fondsgesellschaft Cycladic, die 10,69 Prozent der Anteile hält, hatte auf der Hauptversammlung im Juni gegen den Vorstand opponiert. Auch Hedgefondsmanager Florian Homm ist bei Balda im Boot. Er hat seinen Anteil allerdings von knapp 15 auf 4,4 Prozent gesenkt. jkn

jkn



02. Oktober 2006

chinaman - Mittwoch, 4. Oktober 2006 - 05:06
Handelsblatt Nr. 190 vom 02.10.06 Seite 20


Übernahmeofferte eines Fonds erhöht Druck auf Balda-Management

Britische Audley Capital will den Handyschalen-Hersteller von der Börse nehmen

FRANKFURT. Beim Handyschalen-Hersteller Balda folgt ein Schlag dem nächsten. Nach massiven Absatzproblemen und verfehlten Gewinn- und Umsatzzielen muss sich das Management des Unternehmens jetzt mit einer Übernahmeofferte des Londoner Finanzinvestors Audley Capital auseinander setzen. Die Gesellschaft will das Unternehmen nach eigenen Angaben für 260 bis 300 Mill. Euro übernehmen. "Vorstand und Aufsichtsrat werden sich hiermit befassen", teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Der Kurs der Balda-Aktie schnellte daraufhin um knapp 17 Prozent auf 6,33 Euro in die Höhe. Dennoch traut der Markt der Offerte nicht so ganz, schließlich bewertet Audley Balda mit bis zu 7,50 Euro. Analysten etwa von der LBBW zeigten sich skeptisch.

Audley ist für das Balda-Management kein Unbekannter. Bereits seit längerem ist der Fonds bei dem Unternehmen engagiert. Gemeldet war zuletzt ein Anteil von 5,01 Prozent. Allerdings hat der Finanzinvestor nach den Worten von Fondsmanager Michael Treichl den jüngsten Kurseinbruch dazu genutzt, um aufzustocken. Noch liege der Anteil aber unter zehn Prozent.

Der jüngste Vorstoß von Audley Capital ist nicht der erste. Bereits im Frühjahr hatte die Gesellschaft Kontakt mit dem Balda-Management aufgenommen. Doch das lehnte eine Übernahme ab. Balda-Chef Joachim Gut hält eine Börsennotierung für das Beste sowohl für Mitarbeiter als auch für Aktionäre. Das sieht Treichl anders. Er steht auf dem Standpunkt, dass die dringend notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen viel besser jenseits der Börsenhektik erledigt und umgesetzt werden könnten.

Tatsächlich steht das Geschäft von Balda unter Druck. Zum einen tobt derzeit in Europa unter den großen Handy-Herstellern ein Preiskrieg, den auch Zulieferer wie Balda zu spüren bekommen. Zum anderen hat Nokia als wichtigster Kunde seine Aufträge ins neue Jahr verschoben. Die Pleite von BenQ Mobile dürfte die Situation zusätzlich verschärfen.

Als Folge hatte die Balda-Spitze in der vergangenen Woche die Investoren auf deutlich schlechtere Zahlen vorbereitet. So werden am Jahresende statt des erwarteten Vorsteuergewinns von 46 Mill. bis 48 Mill. Euro nur noch 20 Mill. Euro in den Büchern stehen. Auch der geplante Umsatz von rund 460 Mill. Euro werde deutlich verfehlt. Das Management will mit einem Sparprogramm gegensteuern, das einen Stellenabbau sowie Werksschließungen vorsieht.

Ob das allerdings ausreichen wird, um Druck von der Balda-Spitze zu nehmen, ist offen. Es steht von mehreren Seiten unter Beschuss. Analysten nehmen die sehr späte Prognosekorrektur übel. Rivalen wie Perlos hatten früher auf die schwierige Situation aufmerksam gemacht. Auf der Investorenseite scheint nicht nur Audley Capital Druck zu machen. Die Fondsgesellschaft Cycladic, die 10,69 Prozent der Anteile hält, hatte auf der Hauptversammlung im Juni gegen den Vorstand opponiert. Auch Hedgefondsmanager Florian Homm ist bei Balda im Boot. Er hat seinen Anteil allerdings von knapp 15 auf 4,4 Prozent gesenkt. jkn

jkn



02. Oktober 2006

chinaman - Donnerstag, 26. Oktober 2006 - 04:17
HANDELSBLATT, Mittwoch, 25. Oktober 2006, 09:25 Uhr


Infineon und Balda


BenQ-Insolvenz erschüttert Zulieferer


Nicht nur beim deutschen Handy-Hersteller BenQ Mobile selbst gehen durch die Insolvenz hunderte Arbeitsplätze verloren. Auch die deutschen Zulieferer müssen bluten, allen voran Chiphersteller Infineon und Handyschalen-Produzent Balda. Letzterer verkauft gleich mehrere Werke. Die Aktie befindet sich im Sturzflug.


HB MÜNCHEN. Die Insolvenz von BenQ Mobile schmälert das Infineon-Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/2006 um rund 80 Mill. Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Im neuen Geschäftsjahr 2006/2007 fielen zudem 150 Mill. Euro Umsatz weg. Aus diesem Grund baut Infineon weltweit 400 Arbeitsplätze ab, davon 200 an den deutschen Standorten München, Salzgitter und Nürnberg. Wie der Stellenabbau vollzogen werde, stehe noch nicht fest, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage.

Die Restrukturierungskosten betragen nach Firmenangaben rund 30 Mill. Euro. Infineon wolle sich künftig auf seine neuen Kunden konzentrieren. In den vergangenen Monaten hat Infineon sich nach Kräften bemüht, unabhängiger von BenQ Mobile zu werden; beide Unternehmen haben ihre Wurzeln im Siemens-Konzern und waren deshalb geschäftlich eng verbunden. Mit LG, Samsung und der chinesischen Ningbo Bird ist Infineon bereits ins Geschäft gekommen. Allerdings sind die Volumina noch relativ gering. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Ziebart sagte, Infineon habe eine Reihe von Projekten mit neuen namhaften Kunden laufen.

Der Anteil von BenQ Mobile am gesamten Infineon-Umsatz beträgt nach Firmenangaben 5 Prozent. Der Bereich Com machte zuletzt 15 Prozent seines Umsatzes mit BenQ Mobile, nachdem Infineon schon in den vergangenen Quartalen unter dem Verfall der BenQ-Marktanteile gelitten hatte. Das Ziel, die Sparte Mitte des kommenden Jahres in die Gewinnzone zu führen, muss Ziebart nach der Pleite des Großkunden aufgeben. Das Geschäft mit Handyhalbleiter werde voraussichtlich erst Ende 2007 schwarze Zahlen schreiben, hieß es. Infineon hatte bisher in Aussicht gestellt, die Gewinnschwelle in der Sparte Com bis zum Ende des dritten Quartals 2006/2007 zu erreichen, das im Juni nächsten Jahres endet.

BenQ Mobile, die frühere Siemens-Handysparte, musste nur ein Jahr nach der Übernahme durch den taiwanesischen Elektronikhersteller BenQ Insolvenz anmelden. Von den 3 000 Mitarbeitern bleibt wohl nur für 1 000 Arbeit. Der Insolvenzverwalter will BenQ Mobile zum Entwicklungs- und Produktions-Dienstleister für andere Handyhersteller umbauen.

Auch Balda muss bluten

Die BenQ-Krise reißt auch Balda tief in die Verlustzone. Der Hersteller von Handy-Schalen musste seine Ergebnisprognose für 2006 erneut drastisch reduzieren. Balda rechne für 2006 nun mit einem Verlust von 45 bis 50 Mill. Euro, teilte das Unternehmen aus Bad Oeynhausen mit. Erst Ende September hatte der Vorstand seine Gewinnprognose vor Steuern auf 20 Mill. Euro gesenkt. Auch die Umsatzprognose reduzierte das Unternehmen nach eigenen Angaben deutlich, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Die Anleger reagierten geschockt; im frühen Handel verloren die Aktien mehr als 10 Prozent an Wert, während es bei Infineon knapp 1 Prozent war.


Durch die wegbrechende Nachfrage von BenQ – sowohl der taiwanischen Mutter als auch der insolventen deutschen Tochter –und Nokia sei Balda gezwungen, sich von drei Werken in Deutschland zu trennen. Die Werksanlagen in Herford (Nordrhein-Westfalen), Oberlungwitz (Sachsen) sowie in Seelbach (Baden-Württemberg) sollen möglichst noch 2006 veräußert werden. Daraus erwartet das Unternehmen hohe Buchverluste.

Durch die Abgabe der Anlagen verringerten sich die Produktionskapazitäten in Deutschland um gut 50 Prozent, teilte Balda mit. „Dadurch und durch die im Stammwerk erforderlichen Kapazitätsanpassungen wird sich die Zahl der deutschen Balda-Mitarbeiter von rund 1 600 auf etwa 600 reduzieren. Rund 750 dieser Arbeitsplätze sollen durch den Verkauf der Werke gesichert werden, in Bad Oeynhausen müssen 250 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut werden.“

Nach Umsetzung der Schritte sollen im kommenden Jahr zu einer Besserung führen, der eingeschlagene Wachstumskurs solle dann „fokussiert“ fortgesetzt werden. Für 2007 erwartet der Konzern Umsätze von 650 bis 700 Mill. Euro bei einem Vorsteuerergebnis von 50 bis 55 Mill. Euro.

Balda hatte in der Vergangenheit immer wieder einen sich verstärkenden Preiskampf in der Branche beklagt. Der Vorstand hatte gehofft, die sinkenden Preise mit Produktionsverlagerungen nach China zu kompensieren. Dass sich Trend der Handyhersteller, zunehmend in Asien kaufen, kurzfristig so extrem verstärke, sei jedoch nicht zu erwarten gewesen, teilte Balda nun mit.

Interessent für Balda

„Es ist davon auszugehen, dass die BenQ-Insolvenz in Deutschland auch negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit weiterer BenQ-Gesellschaften hat, die ebenfalls Balda-Kunden sind“, kündigte die Firma an. Die taiwanische BenQ war wegen wegen hoher Verluste im Handygeschäft tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte ein hartes Sparprogramm angekündigt. Nach der Insolvenz der deutschen Tochter soll das Mobiltelefongeschäft künftig aus Asien heraus geführt werden.

Balda produziert Kunststoffteile vor allem für für die Mobilfunkindustrie und hat Werke in Europa, Amerika, China, Malaysia und Indien. Das Unternehmen will die Produktpalette ausbauen, etwa auf Touchscreens und Metallgehäuse. Zuletzt hatte der britische Investmentfonds Audley Capital Interesse an Balda angemeldet. Der Fonds plane eine tief greifende Umstrukturierung des Unternehmens, hatte Audley mitgeteilt.


Auch der deutsche Chip-Entwicklers Dialog Semiconductor wurde durch die BenQ-Mobile-Insolvenzt im dritten Quartal schwer belastet. Mit 18,1 Mill. Euro überstieg der Nettoverlust sogar die Umsätze von 14,9 Mill. Euro, wie das Unternehmen aus Kirchheim unter Teck am Mittwoch mitteilte. Im dritten Quartal 2005 hatte die Firma bei Erlösen von 39,9 Mill. Euro einen Verlust von 1,9 Mill. Euro verbucht. Die Insolvenz von BenQ ist den Angaben zufolge für gut 40 Prozent der Verluste verantwortlich. Darüber hinaus belastete der Preiskampf bei Displaytreiber-Chips das Ergebnis ebenso wie der Umstieg auf die Produktion höherwertiger Chips. Mit einem harten Sanierungsprogramm, das allein im dritten Quartal 4,5 Mill. Euro kostete, will Dialog Semiconductor 2007 auf den Wachstumskurs zurückfinden.

Sondereffekt bewahrt Rohwedder vor roten Zahlen

Ebenfalls von der Insolvenz von BenQ Mobile betroffen ist der schwäbischen Maschinenbauer Rohwedder. Das Unternehmen teilte am Dienstag in Bermatingen am Bodensee mit, der Vorstand habe eine Rückstellung in Höhe von 1,2 Mill. Euro gebildet, um das Ausfallrisiko aus der Insolvenz abzudecken. Es sei noch nicht absehbar, ob der Forderungsausfall in voller Höhe eintreten werde. Auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2006 schlage die Rückstellung dennoch voll durch.

Wegen des außerordentlichen Ertrags aus dem Börsengang der Photovoltaik-Tochter Roth & Rau AG von fast 10 Mill. Euro werde das Konzernergebnis in diesem Jahr dennoch deutlich positiv ausfallen, bekräftigte der Vorstand.

Der auf Automatisierungstechnik für die Automobil-, Telekommunikations- und Elektronikindustrie spezialisierte Konzern hatte bereits Mitte September wegen schwächerer Auftragslage und Kostendrucks seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr gesenkt. Der ursprünglich in Aussicht gestellte Gewinn vor Steuern und Zinsen in Höhe von 2 bis 3 Mill. Euro wird nicht erreicht. 2005 war Rohwedder mit 3,6 Mill. Euro wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im ersten Halbjahr 2006 profitierte das Unternehmen vom Börsengang seiner Tochter und erwirtschaftete einen Gewinn vor Zinsen und Steuern in Höhe von 8,9 Mill. Euro.

levdul1 - Donnerstag, 26. Oktober 2006 - 17:26
Das riecht doch schon fast wieder nach einer antizyklischen Investmentchance.
Besonders wenn Audley da wirklich einsteigen will.

chinaman - Freitag, 27. Oktober 2006 - 05:54
"Das riecht doch schon fast wieder nach einer antizyklischen Investmentchance. "


Hallo levdul1,


ja es riecht danach. Hattest Du schon Zeit, Dich mal genauer bei Balda einzulesen ???


Gruß
Chinaman


Handelsblatt Nr. 207 vom 26.10.06 Seite 13


BenQ-Pleite reißt Zulieferer mit

Rote Zahlen, Stellenstreichungen, Werksverkäufe: Die Handy-Branche in Deutschland wird dezimiert

MÜNCHEN.Die Pleite des Mobilfunkherstellers BenQ Deutschland trifft einen ganzen Industriezweig. Drei Wochen nachdem der taiwanische Mutterkonzern seiner vor einem Jahr von Siemens übernommenen Tochter den Geldhahn zugedreht hat, erreicht die Krise die Zulieferer. Die Chiphersteller Infineon und Dialog Semiconductor melden kräftige Umsatzeinbrüche, der Handyschalenhersteller Balda kündigt einen drastischen Stellenabbau an.

BenQ Deutschland wird derzeit von einem Insolvenzverwalter geführt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehrere hundert Zulieferer, von denen die meisten in den vergangenen Jahren bereits drastische Einbußen hinnehmen mussten. Der weltweite Marktanteil von BenQ sank seit dem Jahr 2000 von neun auf weniger als drei Prozent.

Noch produziert BenQ Deutschland auf bescheidenem Niveau weiter. "Wir suchen nach einem Investor", sagte ein Unternehmenssprecher. Insolvenzverwalter und Management versuchen, das Unternehmen als Entwickler und Auftragsfertiger neu aufzustellen. Trotzdem wird BenQ Deutschland wahrscheinlich zwei Drittel seiner 3 000 Mitarbeiter entlassen müssen.

Am härtesten trifft die Entwicklung den Handyschalenproduzenten Balda. Das Unternehmen wird sich von 1 000 seiner insgesamt 1 600 Mitarbeiter trennen. Balda gab bekannt, am Stammsitz in Bad Oeynhausen - künftig einziger Produktionsstandort in Deutschland - 250 Jobs zu streichen. Außerdem müssen bis zu 900 Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen in Deutschland und Ungarn gehen. Noch in diesem Jahr will Balda drei Werke verkaufen.

Branchenexperte Tobias Loskamp von der BHF-Bank in Frankfurt erwartet, dass der Balda-Umsatz in diesem Jahr um sieben Prozent auf 370 Mill. Euro schrumpfen wird, obwohl der weltweite Handymarkt zweistellig wächst. Noch im September lag Baldas Umsatzziel bei 450 Mill. Euro. Und anstatt einen Gewinn auszuweisen, wird Balda jetzt mit 50 Mill. Euro in die roten Zahlen rutschen. An der Börse verlor die Aktie gestern gut zwölf Prozent ihres Wertes und schloss mit 5,32 Euro.

Balda-Großaktionär Audley Capital will Balda trotzdem übernehmen. So würde der Londoner Fonds den Aktionären rund sieben bis acht Euro pro Aktie zahlen. Audley ist mit weniger als zehn Prozent an Balda beteiligt. Die Übernahme würde den Fonds rund 300 Mill. Euro kosten. Audley glaubt, Balda selbst erfolgreich sanieren zu können.

Der Halbleiterhersteller Infineon verliert mit der ehemaligen Siemens-Schwester seinen wichtigsten Kunden im Mobilfunkgeschäft. "BenQ hat uns zu einem ungünstigen Zeitpunkt erwischt", sagte Vorstandschef Wolfgang Ziebart in einer Telefonpressekonferenz. 80 Mill. Euro muss Infineon für das abgelaufene Geschäftsjahr abschreiben (bis Ende September), im neuen Geschäftsjahr soll der Umsatzausfall 150 Mill. Euro betragen. Das entspricht 15 Prozent des Umsatzes im Geschäft mit Handychips, das als Sparte wiederum die Hälfte der Erlöse bestreitet. Weltweit will der Konzern 400 Stellen streichen, 200 Jobs sollen in München, Nürnberg und Salzgitter wegfallen.

Der Chipspezialist und BenQ-Lieferant Dialog Semiconductor hat für das dritte Quartal rote Zahlen gemeldet. "Unter dem Strich wird wohl ein deutliches Minus stehen", sagte Vorstandschef Jalal Bagherli.

Weitere Konsequenzen zeichnen sich ab. Balda-Chef Joachim Gut berichtet von einem "extremen Preisdruck" im Handygeschäft und wird hier zu Lande die Produktion noch weiter zurückfahren. Nokia, der mit Abstand größte Balda-Kunde, kauft seine Handyschalen zunehmend in Asien. Dialog Semiconductor kündigte an, Teile der Produktion nach China verlegen zu wollen. Infineon sucht sein Heil in neuer Kundschaft. So konnte der Münchener Konzern Samsung und LG aus Korea als Großkunden gewinnen. fas/mjh/lip

mjh
fas
lip



26. Oktober 2006

levdul1 - Freitag, 27. Oktober 2006 - 10:09
Ganz tief 'reingeschaut habe ich bei Balda noch nicht. Aber immerhin weiß ich, daß die außer Mobiltelefonschalen auch Produkte für die Automobilindustrie und die Medizintechnik herstellen. Somit sollte der Ausfall von BenQ den Umsatz nicht auf null drücken.
Die Maßnahmen, die bei Balda im Gespräch sind, würde ich auch eher als drastisch bezeichnen.

Ich interessiere mich eher für den Einstieg von Audley. Somit gibt es jemanden auf der Käuferseite.

levdul1 - Freitag, 27. Oktober 2006 - 10:11
Noch ein Nahtrag. Hatte der Prof nicht 'mal die Balda gehabt ? Er müßte doch noch ein paar mehr Infos haben.

levdul1 - Freitag, 27. Oktober 2006 - 12:09
Ich habe mir heute ein Discount-Zertifikat mit Cap 6,50 auf Balda geholt. DB0HAA. Wenn bis Ende 2007 die 6,50 erreicht sind, winkt eine Rendite von 39% maximal. Dafür gibt es rund 14% Discount im Anschaffungspreis.
Leider gibt es nichts Konservativeres im Augenblick.

chinaman - Samstag, 28. Oktober 2006 - 06:40
"Ich habe mir heute ein Discount-Zertifikat mit Cap 6,50 auf Balda geholt. DB0HAA. "

Hallo levdul1,


das Zertifikat klingt auch für mich interessant. Danke für Deinen Hinweis darauf ...


Gruß
Chinaman

prof - Montag, 30. Oktober 2006 - 10:16
Katastrophaler Chart, mehr fällt mir dazu nicht ein ...
Prof

levdul1 - Montag, 30. Oktober 2006 - 10:37
Das mit dem Chart ist natürlich richtig, aber darum geht es mir nicht. Auch Loewe, Maxdata, Ford, Karstadt etc. hatten unmögliche Charts bevor sie zu rasanten Aufholjagden angesetzt haben.

Meines Erachtens war die Reaktion des Marktes übertrieben, da ich die Balda-Aktie bei 9 Euro schon nicht zu teuer fand.

Mal sehen, was die nächsten Wochen bringen.

chinaman - Freitag, 17. November 2006 - 10:26
Handelsblatt Nr. 221 vom 15.11.06 Seite 16


INSIDE: BALDA

Heuschrecken-Köder

JENS KOENEN | FRANKFURT Das Ganze erinnert an die geplatzten Träume der New-Economy. Noch Ende vergangenen Jahres strotzte das Management des Handy-Zulieferers Balda vor Selbstbewusstsein. Jährlich sollte der Umsatz um 20 Prozent zulegen, spätestens 2010 die magische Grenze von einer Milliarde Euro erreicht sein. Doch binnen weniger Wochen wandelte sich das Bild komplett. Aus dem für dieses Jahr prognostizierten Vorsteuergewinn von rund 48 Millionen Euro wird wohl ein Verlust von bis zu 50 Millionen Euro werden.

Dem Management von Balda ist in den letzten Monaten alles andere als ein Meisterstück gelungen. Es hat nicht nur viel zu spät auf die nahende Krise hingewiesen und damit viel Vertrauen verspielt. Seine Argumente und die Konsequenzen, die es aus dem Desaster zieht, lassen Zweifel auch an seiner Strategie laut werden.

Das beginnt mit dem Kerngeschäft, der Herstellung von Handyschalen aus Kunststoff, die 90 Prozent zum Umsatz beiträgt. Nach Lesart der Manager leidet Balda zum einen unter dem Zusammenbruch des Großkunden BenQ, zum anderen unter der schleppenden Nachfrage von Nokia. Doch gerade die letzte Begründung lahmt. Schließlich floriert Nokias Handy-Geschäft in Asien, aber auch in Europa. Dass der weltweite Handyabsatz insgesamt relativ stabil ist, nimmt dem Argument der Balda-Manager einiges an Glaubwürdigkeit.

Tatsächlich müssen es wohl doch vor allem firmeninterne Gründe sein, die das Unternehmen in die Bredouille gebracht haben. Auf der Suche nach ihnen wird man schnell fündig. Da ist vor allem der Trend zu den eher hochwertigen Handys mit Metallgehäusen, vornehmlich aus Magnesium oder Aluminium. Der Kunststoffverarbeiter Balda hat hier nichts vorzuweisen, will erst jetzt in dieses Geschäft einsteigen, viel zu spät.

Damit bleibt das Unternehmen aus dem beschaulichen Bad Oeynhausen unter hohem Margendruck. Denn die Kunststoffschalen werfen weitaus weniger Rendite ab als die edleren Metallgehäuse. Besserung ist nicht Sicht. Branchenkenner erwarten, dass sich der Preisdruck noch erhöhen wird, bei gleichzeitig weiter sinkendem Marktanteil der Kunststoffschalen.

Dennoch verbreitet das Balda-Management Zuversicht. Ein Umsatz von 650 bis 700 Millionen Euro und ein Vorsteuergewinn von rund 50 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr in den Büchern stehen. Wie sie diese Ziele erreichen will, darüber sagt die Balda-Spitze nur wenig. Unter anderem sollen Touch-Screens - die Berührungs-Displays sind ein neuer Markt für Balda - die Wende bewirken. Als erster Abnehmer wird Apple mit dem neuen Video-Ipod genannt. Doch welches Marktpotenzial die Zukunftssparte hat und welche Kunden noch in Frage kommen, das weiß bis heute niemand.

Ebenso unscharf ist der jüngste Plans von Balda-Chef Joachim Gut, stark auf die Medizintechnik zu setzen. Selbst das Sparprogramm wirft Fragen auf, fertigen die drei zum Verkauf stehenden Werke in Herford, Oberlungwitz und Seelbach doch auch Folien für die Autoindustrie. Dieses zweite Standbein von Balda hat aber nichts mit dem Sorgenkind Handy-Schalen zu tun.

Mit dieser Gemengelage ist Balda ein idealer Spielball für Hedge-Fonds. Schon gibt es beharrliche Übernahme-Drohungen durch den Londoner Finanzinvestor Audley Capital. Wie ernst dieses Anliegen ist, kann derzeit zwar niemand sagen. Klar ist allerdings, dass die Fonds die Balda-Spitze in den kommenden Wochen und Monaten kräftig beschäftigen werden. Das stimmt nicht gerade zuversichtlich für ein Unternehmen, dessen Management sich primär um den Umbau des operativen Geschäftes kümmern sollte.

koenen@handelsblatt.com

Koenen, Jens



15. November 2006

chinaman - Montag, 20. November 2006 - 12:51
20.11.2006 08:02


DGAP-Adhoc: Balda AG (deutsch)
Balda AG (Nachrichten/Aktienkurs) : Balda erhöht die Beteiligung an der Balda Investments Singapore auf 95 Prozent

Balda AG / Kapitalerhöhung/Kapitalerhöhung

20.11.2006

Ad-hoc-Meldung nach § 15 WpHG übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich. -------------------------------------------------------------------- -------

Balda erhöht die Beteiligung an der Balda Investments Singapore auf 95 Prozent -Finanzierung über Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen und Barkomponente -TPK Gründerfamilie Chiang wird mit 15 Prozent größter privater Aktionär bei Balda -Durch die Übernahme steigt der Gewinn je Aktie voraussichtlich um 30 Prozent auf über 0,90 Euro für 2007 Balda übernimmt die von der TPK-Gründerfamilie Chiang gehaltene Beteiligung an der Balda Investments Singapore (BIS) im Dezember 2006 nahezu vollständig. BIS ist die Holdinggesellschaft, über die die Aktivitäten des Balda-Konzerns in Asien gesteuert werden. Nach der Übernahme hält Balda 95 Prozent der BIS. Die Übernahme wird durch eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen und eine Barkomponente dargestellt. Nach der Kapitalerhöhung ist die Familie Chiang mit 15 Prozent der Balda-Aktien der größte private Aktionär des Unternehmens. Durch die Übernahme wird der Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2007 voraussichtlich um etwa 30 Prozent steigen. Dabei sind die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung berücksichtigt. Die Übernahme hat einen Wert von insgesamt 82,6 Millionen Euro. Davon fließen 40,0 Millionen Euro der Familie Chiang direkt zu. Balda wird diesen Teilbetrag im Wesentlichen aus freier Liquidität abdecken. Die verbleibenden BIS-Anteile mit einem Gegenwert von 42,6 Millionen Euro werden in Balda-Aktien getauscht. Die Familie erwirbt so rund 7,1 Millionen Balda-Aktien zum Ausgabepreis von 6,00 Euro je Aktie. Das Grundkapital der Balda AG beträgt nach der Kapitalerhöhung 47,4 Millionen Euro. Der XETRA-Schlusskurs der Balda-Aktien lag am vergangenen Freitag bei 5,26 Euro. Der entsprechende Durchschnittskurs der letzten 21 Handelstage vor der Beschlussfassung über die Kapitalerhöhung betrug ebenfalls 5,26 Euro je Aktie. Damit zahlt die Familie Chiang einen Aufschlag von 14,1 Prozent. Die neuen Aktien unterliegen einer Marktschutzvereinbarung.

chinaman - Dienstag, 21. November 2006 - 15:11
Handelsblatt Nr. 225 vom 21.11.06 Seite 14


Balda holt Hilfe aus Asien

Übernahme verschafft dem Management Zugang zur Zukunftstechnik und einen sicheren Aktionär

JENS KOENEN | FRANKFURT Der angeschlagene Handyschalen-Hersteller Balda stärkt mit einer Übernahme seine Präsenz in Asien und bekommt im gleichen Atemzug einen neuen Großaktionär. Wie das Unternehmen aus Bad Oeynhausen gestern mitteilte, übernimmt Balda 95 Prozent der Balda Investments Singapore (BIS), der Holding für das Asiengeschäft von Balda. Die BIS ist ein Joint-Venture mit der Familie Chiang. Diese wiederum hat TPK gegründet, einen Spezialisten für so genannte Touchscreens, Bildschirme, die auf Berührung reagieren. Im Gegenzug wird Chiang mit 15 Prozent der größte Privataktionär von Balda.

Balda-Vorstandschef Joachim Gut sprach gestern vom "konsequenten nächsten Schritt", sich Zugang zu einer Schlüsseltechnologie und einer sehr erfolgreichen Zukunft zu sichern. Spekulationen, durch den Deal wolle die Balda-Spitze einer drohenden Übernahme entgegenwirken und sich die Zustimmung eines großen Aktionärs sichern, widersprach er. "Die Transaktion hat rein strategische Gründe und ist eindeutig langfristiger Natur", sagte er. Zudem zahle Chiang einen Aufschlag von 14 Prozent. "Das ist ein klares Bekenntnis zu Balda und der Strategie."

Balda steht seit einiger Zeit mächtig unter Druck. Die Londonder Investmentfonds-Gesellschaft Audley Capital hat eine Übernahmeofferte für die Firma angekündigt, allerdings noch kein offizielles Angebot abgegeben. Audley glaubt, dass wichtige Restrukturierungsschritte wesentlich besser jenseits der Börsenhektik erledigt werden können. Gut lehnt dies jedoch ab und will an der Börse bleiben. Mit einem großen Aktionär an Bord, der die Politik des Managements unterstützt, könnte eine mögliche Audley-Offerte Akzeptanzprobleme bekommen.

Gut bekräftigte seine ablehnende Haltung gegenüber dem Audley-Plan. "Den avisierten Preis von sieben bis acht Euro je Aktie halten wird für nicht ausreichend", sagte er. Audley Capital wollte gestern auf Anfrage zu der aktuellen Entwicklung nicht Stellung nehmen. Aus dem Umfeld des Investors ist zu hören, dass die Bereinigung des Beteiligungsportfolios auf Zustimmung stößt. Dennoch habe die Transaktion Irritationen ausgelöst.

Dabei geht es vor allem um die Barkomponente des Deals. Balda zahlt der Familie Chiang neben Aktien aus einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zusätzlich 40 Mill. Euro. Dabei hätte die Firma in den Augen von Audley einen weitaus größeren Teil des Preises mit Aktien begleichen können. Ein Hauptversammlungsbeschluss für eine entsprechend größere Kapitalerhöhung liege vor, berichten Finanzkreise. Angesichts dessen sähe der Deal ein wenig nach gekaufter Loyalität aus.

Auch Analysten fiel dieses Detail auf. Sie konfrontierten Balda-Chef Gut gestern mit der Frage, warum er nicht mehr Aktien ausgegeben und die Barmittel für künftige Investitionen behalten habe. Doch der hielt dagegen: "Nach unserer Auffassung ist eine Verwässerung von 15 Prozent das Maximum dessen, was man den Anlegern zumuten kann", rechtfertigte er die Konstruktion des Deals.

Ungeachtet dieser Kritik stieß die Übernahme gestern überwiegend auf Zustimmung. Die Balda-Aktie legte rund drei Prozent zu. Das dürfte vor allem an dem positiven Effekt der Transaktion auf das Firmenergebnis liegen. Gut rechnet damit, dass sich der Gewinn je Aktie im kommenden Jahr um etwa 30 Prozent erhöhen wird. Statt der prognostizierten 70 Cent je Aktie werden es nach seiner Ansicht im kommenden Jahr nun wohl gut 90 Cent werden.

Zudem bekommt Balda den kompletten Zugriff auf die Zukunftstechnologie der Berührungsbildschirme. TPK ist spezialisiert auf Touchscreen-Displays im Format zwei bis acht Zoll, also Bildschirme für tragbare Geräte. "Wir rechnen mit dem Start der Massenfertigung dieser Displays im Frühjahr 2007", zeigte sich Gut zuversichtlich.

Balda musste mehrmals in Folge die eigenen Umsatz- und Ergebnisprognosen nach unten korrigieren, und hat am Kapitalmarkt viel Vertrauen verspielt. Grund ist die abflauende Nachfrage nach Kunststoffschalen für Handys sowie sinkende Margen in diesem Kerngeschäft der Bad Oeynhauser Firma. Deshalb ist Balda auf der Suche nach neuen Wachstumsfeldern. Die Touchscreens gelten als ein solches.

Koenen, Jens



21. November 2006

levdul1 - Mittwoch, 22. November 2006 - 18:05
chinaman, bist du eigentlich nach unserer Diskussion eingestiegen ?

chinaman - Donnerstag, 23. November 2006 - 07:43
@ levdul1: Nein, bisher noch nicht ...


Gruß
Chinaman

al_sting - Mittwoch, 22. Juli 2015 - 18:55
Kauf 3.800 Stück, nächster Kurs Tradegate

Ansatz: Grahamscher Zigarrenstummel
Kursziel: +50% (Buchwert erreichen)

Balda wurde in den letzten Jahren ziemlich erschreckend heruntergewirtschaftet und wäre eigentlich nicht meine Sache. Allerdings sind sie mittlerweile so gut wie schuldenfrei, Buchwert deutlich über Aktienwert, ja alleine die liquiden Reserven decken vielleicht 2/3 der Marktkapitalisierung.
Das Geschäft läuft auf kleiner Flamme (Großkunde abgesprungen) im Bereich eines neutralen Ergebnisses.
Risiken und Grund für schlechte Bewertung: Ein problematischer Großaktionär, eine zerrüttete Börsenhistorie sowie Prozessrisiken mit jenem Großkunden. Jetzt organisieren Kleinaktionäre eine Stimmenbündelung, um ihre Interessen gegenüber dem Großaktionär besser zu vertreten.

Die komplette Situation wurde sehr schön in diesem Beitrag beschrieben: http://www.preis-und-wert.com/analyse-balda-aktie/
Ein Kommentar zeigt, dass auch Katjuscha dieser Einschätzung zustimmt. Und in seinem Wikifolio ist der Wert mit etwa 10% recht hoch gewichtet.

al_sting - Mittwoch, 22. Juli 2015 - 19:52
Nächster Handel, 19:43 Uhr, Kurs 2,617€

--> 3.800 x 2,617€ = 9.944,60€

prof - Donnerstag, 23. Juli 2015 - 00:01
Charttechnisch geht der Daumen schwer nach unten.
Prof

al_sting - Mittwoch, 23. September 2015 - 07:27
Holla, Paukenschlag!
Balda verkauft mal eben sein komplettes operatives Geschäft und plant eine Ausschüttung von 2€/Aktie. Das entspricht 75% meines Kaufkurses!
------------------------------------------------
http://www.ariva.de/news/Ad-hoc-Balda-AG-Verkauf-des-gesamten-operativen-Geschaefts-Ausschuettungen-von-2-00-Euro-je-Aktie-Zustimmung-der-HV-erforderlich-5496973
Bad Oeynhausen, 23. September 2015 - Die Balda AG hat heute einen Kaufvertrag zum Verkauf ihres gesamten operativen Geschäfts für einen Kaufpreis von 62,9 Mio. Euro abgeschlossen. Käufer sind Erwerbergesellschaften, die von der Beteiligungsgesellschaft Paragon, München, verwaltet werden. Der Kauf umfasst sämtliche operativen Einheiten des Balda-Konzerns, nämlich die Balda Medical GmbH & Co. KG, Bad Oeynhausen, die Balda C. Brewer, Inc., und die Balda Precision, Inc., beide Kalifornien, USA, sowie die Balda Medical Systems SRL, Rumänien, und weitere Vermögensgegenstände. Der Käufer übernimmt sämtliche Mitarbeiter der operativen Einheiten sowie Mitarbeiter und Management der Balda AG. Die Balda-Gruppe soll als operative Einheit entsprechend der heutigen strategischen Ausrichtung fortgeführt und weiter ausgebaut werden. Insgesamt fließt der Gesellschaft aus dem Verkauf (einschließlich des auszuschüttenden Gewinns für das abgelaufene Geschäftsjahr) ein Bruttobetrag (vor Freistellungen, Steuern und Kosten) von circa 66,7 Mio. Euro zu.

Der Vertrag steht unter der aufschiebenden Bedingung der Zustimmung der Hauptversammlung der Balda AG sowie der Kartellfreigabe. Der Vorstand wird in Kürze zu der für den 19. November 2015 geplanten ordentlichen Hauptversammlung 2015 einladen. Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen zudem, eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vorzuschlagen. Des Weiteren planen Vorstand und Aufsichtsrat, bei Zustimmung zum Kaufvertrag das Grundkapital von derzeit 58.890.636,00 Euro auf 5.889.063,00 Euro herabzusetzen und das so freigewordene Grundkapital an die Aktionäre zurückzuzahlen. Dies entspricht einem Betrag von weiteren 0,90 Euro je derzeitiger Aktie.

Die Hauptversammlung soll in diesem Zusammenhang auch über eine Änderung des Unternehmensgegenstandes und des Firmennamens beschließen.

prof - Mittwoch, 23. September 2015 - 09:11
Glückwunsch, ein warmer Regen für Deine Depotperformance. Hier hat sich Abschreiben bei Katjuscha wieder mal gelohnt.
Prof

al_sting - Mittwoch, 23. September 2015 - 19:16
Mein Depot kann das gut gebrauchen, nach all den verlorenen Wetten im 1. Halbjahr. :-)
Ih überlege schon, ob ich Balda nicht noch aufstocken sollte. In zwei Monaten wird ja eh der größte Teil wieder ausgeschüttet.

prof - Mittwoch, 23. September 2015 - 20:07
Prima, Deine aktualisierte Musterdepotperformance liegt jetzt über dem DAX! Ob ein Zukauf sinnvoll ist, kann ich nicht einschätzen.
Prof

al_sting - Donnerstag, 24. September 2015 - 13:31
Kauf 2.200 Stück Balda, Limit 3,00€, Tradegate

al_sting - Donnerstag, 24. September 2015 - 13:47
Kurze Einschätzung zu Balda und Erklärung des Zukaufs:
Balda hatte vor dem Deal Cashreserven in Höhe von ca. 180 Mio€, nach Abzug von Verbindlichkeiten etc. Diese liegen großenteils in Singapur. Gut möglich, dass die Überweisung nach Deutschland nicht ganz einfach ist und Steuern kostet, aber das ist erst einmal die Hausnummer.
Der Verkauf des organischen Geschäftes soll 66,7 Mio€ bringen. Ich gehe davon aus, dass die Verlustvorträge Teil des Verkaufs waren.
Aktienzahl: 58,87 Mio€
-->
Cash alt: ~ 180 Mio€ = 3,06€/Aktie
Cash neu: 66,7 Mio€ = 1,13€/Aktie
--> Buchwert, als Cash vorliegend: ~ 4,20€/Aktie
(Einschätzung hier abgeschrieben: http://de.balda.wikia.com/wiki/Wesentliche_Positionen)

Davon sollen ausgeschüttet werden:
- 1,10€/Aktie zur HV am 19.11.2015 (Dividende, mit 25% zu versteuern)
- 0,90€/Aktie nach Aktienzusammenlegung, geschätzt 6 Monate nach HV = Mai 2016.

Das verbleibende Geld will die dann umzubenennende Gesellscahft ganz anders investieren. Dabei dürfte es sich um etwa 2,20€/Aktie handeln, die derzeit nur mit 0,90€ bewertet werden (2,90€ abzüglich angekündigter Ausschüttungen).
Mit anderen Worten: Den aktuellen Preis von 2,90€ unterteile ich in 2,00€ als zinslosen Kredit für 2 bzw. 8 Monate und 0,90€ als Wette mit Verdopplungspotential. Um diese Wette aber in einer angemessenen Größenordnung (ca. 1 Position) durchzuführen, habe ich sie auf 6.000 Aktien aufgestockt.

al_sting - Donnerstag, 24. September 2015 - 14:18
Nachster Handel, 14:15 Uhr, Kurs 2,91€
--> 2.200 x 2,91€ = 6.402 €

Neuer durchschnittlicher Kaufpreis: 2,72€

al_sting - Donnerstag, 26. November 2015 - 12:53
Bei Balda ist ein netter Bieterwettkampf um das operative Geschäft entbrannt.
Es begann mit einem vom Vorstand eingefädelten Verkaufsangebot von Paragon:
- 62,9 Mio€: Kaufangebot von Paragon vom 23.09.2015, schon mit Vorvertrag besiegelt.
- 70,0 Mio€, (Brutto 73,9 Mio): 1. Gegenangebot von Heitkamp & Thumann, 01.10.2015
- 65,9 Mio€ (Brutto 75,9 Mio€): Erhöhtes Angebot von Paragon vom 20.10.2015 Verknüpft mit dem Versprechen, bei einem Gegengebot > 74 Mio€ das eigene Gebot zurückzuziehen, gegen Entschädigungszahlung von 1,4 Mio€
- 74,0 Mio€: Heitkamp & Thumann erhöht am 30.10. das Angebot, damit zieht Paragon seinen Vorvertrag zurück
- 80,0 Mio€: Stavanato-Gruppe, 26.11.: Heute hat die italienische Stevanato-Gruppe ein Angebot über 80,0 Mio€ angekündigt: http://www.4investors.de/php_fe/index.php?sektion=stock&ID=98284
Sie wollen zuerst eine Due Diligence durchführen und bis zum am 14.12. ein verbindliches Angebot vorlegen.

Es sieht so aus, als würde die HV am 30.11.&1.12. dem verbindlichen Angebot von Heitkamp & Thumann unter Vorbehalt zustimmen, aber im Fall eines verbindlichen und deutlich höheren Angebots von anderen Bietern in nicht zu ferner Zeit eine neue HV einberufen, um über das bessere Angebot zu diskutieren und evtl. neu zu entscheiden.

Durch die konkurrierenden Angebote ist der innere Wert der Balda-Aktie weiter gestiegen. Trotzdem gab es in den letzten Tagen ein paar merkwürdige Verkäufe und Kurseinbrüche bis auf 3,13€. Ich lege mal ein Schnäppchenangebot für einen kurzfristigen Trade in den Markt:
Kauf 1.000 Stück, Limit 3,15€, Tradegate, Verfall Ende November.
(Ab 1.12. wird Balda mit Dividendenabschlag gehandelt)

prof - Donnerstag, 26. November 2015 - 12:59
Ich denke, dass solche Einbrüche bei kleinen Werten oft Kaufgelegenheiten darstellen. Da braucht ein Aktionär Geld für irgendetwas ...
Prof

al_sting - Dienstag, 1. Dezember 2015 - 16:20
Balda wird heute schon mit Dividendenabschlag gehandelt, auch wenn die Dividende erst morgen eingezahlt wird.
1,10€ pro Aktie, das sind 40,4% vom Kaufpreis.
Mit Dividendenabschlag steht Balda gerade mal 5% unter dem Kaufpreis.
Ich bin sehr zufrieden. :-)

prof - Dienstag, 1. Dezember 2015 - 18:53
Q4 läuft sehr gut bei Dir, selbst an einem solchen Tag.
Prof

al_sting - Dienstag, 15. Dezember 2015 - 16:32
Der Bieterwettbewerb geht weiter.
Wie schon angekündigt, haben jetzt die Italiener von Stevanato ein Übernahmeangebot für 80 Mio abgegeben. Und nebenbei, anscheinend als erster Bieter, auch ein festes Übernahmegebot für die Mitarbeiter abgegeben.
Nur zur Erinnerung, das erste Gebot ging über 62,9 Mio, und schon das fand ich sehr erfreulich.

http://www.ariva.de/news/Ad-hoc-Balda-AG-Vorstand-und-Aufsichtsrat-befuerworten-das-Angebot-der-italienischen-Stevanato-Gruppe-ueber-EUR-80-Mio-fuer-Erwerb-des-operativen-Geschaefts-Ausserordentliche-

al_sting - Dienstag, 15. Dezember 2015 - 16:34
Korrektur, ein Teil ging verloren:

Der Bieterwettbewerb geht weiter.
Wie schon angekündigt, haben jetzt die Italiener von Stevanato ein Übernahmeangebot für 80 Mio abgegeben. Und nebenbei, anscheinend als erster Bieter, auch ein festes Übernahmegebot für die Mitarbeiter abgegeben.
Nur zur Erinnerung, das erste Gebot ging über 62,9 Mio, und schon das fand ich sehr erfreulich.

http://www.ariva.de/news/Ad-hoc-Balda-AG-Vorstand-und-Aufsichtsrat-befuerworten-das-Angebot-der-italienischen-Stevanato-Gruppe-ueber-EUR-80-Mio-fuer-Erwerb-des-operativen-Geschaefts-Ausserordentliche-Hauptversammlung-voraussi-5591046

Bad Oeynhausen, 15. Dezember 2015 - Wie bereits gestern per ad
hoc-Mitteilung bekanntgemacht, hat die Balda AG am 14. Dezember 2015 ein
verbindliches Angebot der italienischen Unternehmensgruppe Stevanato
("Stevanato") zum Verkauf ihres gesamten operativen Geschäfts für einen
Kaufpreis von EUR 80 Mio. erhalten.

Die Hauptversammlung der Balda AG vom 30. November / 1. Dezember 2015 hat
bereits einem verbindlichen Angebot der Unternehmensgruppe Heitkamp &
Thumann, Düsseldorf, ("H&T") zum Verkauf ihres gesamten operativen
Geschäfts zu einem Kaufpreis von EUR 74 Mio. zugestimmt. Dieses Angebot hat
die Balda AG bislang nicht angenommen.

Auch das Angebot von Stevanato umfasst den Verkauf von sämtlichen
operativen Einheiten des Balda-Konzerns, nämlich die Balda Medical GmbH &
Co. KG, die Balda C. Brewer, Inc., und die Balda Precision, Inc., beide
Kalifornien, USA, sowie die Balda Medical Systems SRL, Rumänien, und
weitere Vermögensgegenstände. Stevanato bietet ferner ebenfalls an,
sämtliche Mitarbeiter der operativen Einheiten sowie Mitarbeiter der Balda
AG zu übernehmen. Anders als H&T bezweckt Stevanato auch den Erwerb der
Marke "Balda" und damit im Zusammenhang stehender (immaterieller)
Vermögensgegenstände. Das Angebot von Stevanato steht ebenfalls unter der
aufschiebenden Bedingung der Zustimmung der Hauptversammlung der Balda AG.

Vorstand und Aufsichtsrat haben das Angebot von Stevanato zwischenzeitlich
eingehend geprüft und halten es gegenüber dem Angebot von H&T unter
Berücksichtigung aller Umstände für vorzugswürdig. Der Vorstand wird in den
nächsten Tagen zu einer außer¬ordentlichen Hauptversammlung einladen, die
voraussichtlich am 29. Januar 2016 in Hannover stattfinden wird. Auf dieser
außerordentlichen Hauptversammlung soll das Angebot von Stevanato der
Hauptversammlung zur Zustimmung vorgelegt werden.

al_sting - Freitag, 29. Januar 2016 - 18:25
Krass, der Bieterwettbewerb geht noch weiter.
Heute ist HV. Weitere Entwicklungen:
- 90 Mio €: Eneut erhöhtes Angebot von H&T, vorgelegt heute auf der HV
- 95 Mio €: Erneut erhöhtes Gegenangebot von Stevanato, ebenfalls heute vorgelegt.
Und die HV läuft noch...
Siehe http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/balda-wettbieten-um-den-kunststoffhersteller/12898654.html

al_sting - Dienstag, 2. Februar 2016 - 14:30
Das operative Geschäft wurde für 95 Mio€ an Stevanato verkauft. Das sind pro Aktie etwa 0,50€ mehr als beim Erstgebot vor einigen Monaten. Nach meiner groben Schätzung hat Balda damit Cashreserven von durchgerechnet etwa 3,80€/Aktie. Nach Kapitalkürzung um 0,90€/Aktie und Zusammenlegung 1:10 im Sommer sollten diese 29€ betragen - gegenüber einem von heute weitergerechneten Kurs von etwa 15€/Aktie.
Ob ich hier noch einmal aufstocken sollte?

Die Firma wird übrigens in Clere AG umbenannt, der Markenname "Balda" war Teil des Deals mit den Italienern.

al_sting - Dienstag, 2. Februar 2016 - 14:30
Sorry, Quelle zur Umbenennung vergessen: http://www.nw.de/nachrichten/wirtschaft/20695715_Alte-Balda-AG-wird-in-Clere-AG-umbenannt.html

prof - Dienstag, 2. Februar 2016 - 20:04
So eine Position (auch Berkshire und Salmar) hilft in diesen Zeiten wirtschaften!

al_sting - Dienstag, 2. Februar 2016 - 20:42
Oh ja!
Thermador ist auch noch ein Lichtblick.
Wobei mich die gute Entwicklung bei Salmar verblüfft. Die ganze norwegische Ölbranche bricht ein, aber Salmar lässt sich nicht von der Stimmung im Land anstecken...

prof - Mittwoch, 3. Februar 2016 - 18:29
... und TLG!
;-) Prof

al_sting - Samstag, 13. Februar 2016 - 19:43
Auch Balda ist etwas unter Druck geraten, und hier verstehe ich es besonders wenig. Der Verkauf des operativen Geschäfts ist besser gelaufen als erwartet. Für den Sommer ist eine Kapitalherabsetzung und eine Ausschüttung von 0,90€ angekündigt. Nach aktuellem Stand hält Balda bei erfolgtem Verkauf etwa 3,60-3,80€ Cash je Aktie, bei einem Kurs von knapp 2,30€ je Aktie.
Nach der Kapitalherabsetzung im Sommer bleiben es etwa 2,70-2,90€ Cash bei einem heruntergerechneten Kurs von 1,40€ €/Aktie, also ein Rabatt von 50% auf die Cashsubstanz. Zugegeben, das verbleibene Kapital wird nicht ausgeschüttet, sondern soll investiert werden. Aber man muss sich schon sehr clever anstellen, um dabei die Hälfte der Cashreserven zu verbrennen.

Die Börse ist derzeit massiv unter Feuer. Es gibt sicherlich perspektivreichere Aktien. Aber es gibt kaum viele faktisch schuldenfreie Aktien, deren Bewertung in etwa 6 Monaten 50% ihres Cashbestandes ausmacht.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich will Balda weiter aufstocken. Kauf 4.000 Stück, Limit 2,30€, Tradegate

al_sting - Montag, 15. Februar 2016 - 09:21
Nachster Handel, 8:00 Uhr, Kurs 2,91€
--> 4.000 x 2,252€ = 9.008 €

Neuer durchschnittlicher Kaufpreis: 2,54€

al_sting - Dienstag, 15. März 2016 - 12:09
Der Verkauf des operativen Geschäfts von Balda (mitsamt Markennamen) an die Stevanato-Group wurde vollzogen, es gab keine der befürchteten, verzögernden Aktionärsklagen. http://www.kunststoffweb.de/ki_ticker/Balda_UEbernahme_durch_Stevanato_vollzogen_t233599

Seitdem ist der Kurs von Balda auf Steilflug, vielleicht auch für Charties ganz interessant.

Die Holding der alten Balda AG nennt sich jetzt Clere AG, ich habe das im Threadtitel nachgetragen.

al_sting - Freitag, 8. April 2016 - 21:30
1. Aus Clere wird Balda
2. Kapitalherabsetzung 10:1 sehr abld = April, mit neuer WKN etc.pp.
3. 6-7 Monate danach wird das herabgesetzte Kapital von 0,90€/Altaktie = 9,00€/Neuaktie an die Akionäre ausgeschüttet --> Oktober/November 2016:
http://www.balda-group.com/investoren/ir-news/corporate-news/newsdetail/article/dgap-news-balda-ag-aus-balda-ag-wird-clere-ag.html
4. Der Hauptaktionär Aubel hat ein paar Aktien zugekauft und damit die 30%-Hürde überschritten. In den nächsten Tagen ist ein Pflichtangebot zu 2,55€/Aktie erwartbar.
http://www.wallstreet-online.de/nachricht/8497413-dgap-wpueg-kontrollerlangung-de0005215107

al_sting - Mittwoch, 27. April 2016 - 18:08
Die Zusammenlegung der Aktien wurde vollzogen: Je 10 alte Balda-Aktien gibt es 1 Clere-Aktie.
Das vollziehe ich im Depot nach, der Wert je gekaufter Aktie steigt entsprechend.

Da der Wert einer Clere-Aktie mit 1€ definiert wird, und zuvor jede Balda-Aktie 1€ wert war, wurden je neuer Clere-Aktie 9€ gebundenes Kapital befreit. Diese werden in 6 Monaten ausgeschüttet, also voraussichtlich im Oktober 2016.

al_sting - Mittwoch, 28. September 2016 - 15:44
Meine Kurzzusammenfassung:

- Die Ausschüttung aus der Kapitalherabsetzung findet Mitte Oktober statt (siehe S. 5, Bericht des Aufsichtsrates).
- Das Eigenkapital zum 30.06.2016 (also Ex Kapitalherabsetzung) beträgt 143,8 Mio€. Bei 5,89 Mio Aktien entspricht das 24,41€ je Aktie
- Die verfügbaren Cashbestände betragen 172,5 Mio€. Abzüglich 53 Mio € für die Ausschüttung verbleiben 119,5 Mio€. Das entspricht 20,29€ je Aktie nach Ausschüttung.

Wir haben also nach wie vor eine Grahamsche Net-Net-Aktie.
Der aktuelle Kurs von 27,19€ entspricht einem Kurs von 18,19€ nach Ausschüttung. Das sind 74,5% des Buchwerts sowie 89,7% der Cashreserven.

- Elector hielt zum 30.06. 32,47% aller Clere-Aktien. Das sind geschätzt 145.500 Aktien über der Schwelle von 30%, wegen dessen Überschreitung Elector sein Übernahmeangebot starten musste. Für mich sieht das so aus, also würden diese langsam weitere Aktien an der Börse aufkaufen. Ich habe allerdings nicht verfolgt, wie viele Anteile ihnen beim Übernahmeangebot zu 25,50€ angedient wurden.

Meine Einschätzung: Ich bin im letzten Jahr gut mit Balda/Clere gefahren:
Kauf 1, 22.07.2015 zu 2,617€ --> Rendite beim aktuellen Kurs von 27,19€ = 45,9%
Zukauf 2, 24.09.2015 zu 2,91€ --> Rendite beim aktuellen Kurs von 27,19€ = 31,2%
Zukauf 3, 15.02.2016 zu 2,25€ --> Rendite beim aktuellen Kurs von 27,19€ = 20,7%

So gut wird es zweifellos nicht weitergehen. Aber so lange die Aktie ein Grahamscher Net-Net mit überschaubaren Risiken ist, der minimale Gewinne schreibt (durch Erwerb von Anleihen und Beteiligungen, so das neue Geschäftsmodell), kann ich Clere auch nach der Kapitalherabsetzung als ruhige, depotstabilisierende Aktie halten - so lange mir nicht etwas wesentlich Attraktiveres über den Weg läuft. Net-Nets gibt es ja jetzt nicht sooo häufig.

al_sting - Freitag, 14. Oktober 2016 - 11:15
http://www.clere.de/investoren/ir-news/corporate-news/singleview/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1013&cHash=25004eac775104912cfbd7569e1be6b0
Bekanntmachung über die Kapitalrückzahlung im Rahmen einer ordentlichen Kapitalherabsetzung nach §§ 222 ff. AktG durch Zusammenlegung von Aktien
13.10.2016

Bekanntmachung über die Kapitalrückzahlung im Rahmen einer ordentlichen Kapitalherabsetzung nach §§ 222 ff. AktG durch Zusammenlegung von Aktien

Die Hauptversammlung der Gesellschaft vom 29. Januar 2016 hat u.a. beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft von EUR 58.890.636,00 um EUR 53.001.567,00 auf EUR 5.889.063,00 nach den Vorschriften über die ordentliche Kapitalherabsetzung gemäß §§ 222 ff. AktG herabzusetzen. Die Kapitalherabsetzung ist zum Zweck der Rückzahlung eines Teils des Grundkapitals an die Aktionäre in der Art erfolgt, dass die Aktien der Gesellschaft im Verhältnis von 10:1 zusammengelegt worden sind.

Mit Eintragung des Kapitalherabsetzungsbeschlusses am 8.April 2016 im Handelsregister der Gesellschaft sind die Kapitalherabsetzung und die entsprechende Satzungsänderung wirksam geworden. Die gemäß § 225 AktG für die Kapitalrückzahlung maßgebliche Bekanntmachung der Kapitalherabsetzung wurde am 8. April 2016 gemäß § 10 HGB veröffentlicht.

Die Kapitalrückzahlung von
EUR 9,00 je konvertierter Stückaktie
(WKN A2AA40 / ISIN DE000A2AA402)

erfolgt am 14. Oktober 2016 über die Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main. Anspruch auf die Zahlung haben diejenigen Aktionäre, die am Abend des 13. Oktober 2016 konvertierte Aktien der Clere AG in ihrem Depot halten. Die Aktionäre brauchen für die Auszahlung nichts zu veranlassen.

Bad Oeynhausen, im Oktober 2016
Clere AG
Der Vorstand

al_sting - Montag, 17. Oktober 2016 - 21:55
Die Kapitalherabsetzung beginnt zu wirken.
Seit der Dividende im letzten Jahr kam Clere nie über die Schwelle von 27€. Wenige Tage nach Kapitalherabsetzung um 9€ überspringt Clere heute die 18€-Marke.

Ich schätze , dass nicht wenige Aktionäre Gelder aus der Kapitalherabsetzung in neue Aktien reinvestieren - allen voran der dominante Großaktionär. Zumal durch die Herabsetzung die Unterbewertung noch viel offensichtlicher wurde.
Kurs 27€ bei 33,41€ Buchwert = KBV 0,81
Kurs 18€ bei 24,41€ Buchwert = KBV 0,74

prof - Montag, 17. Oktober 2016 - 22:26
Sehr gut herausgearbeitete Chance, die unter der Rubrik Sondersituationen läuft!

al_sting - Donnerstag, 20. Oktober 2016 - 21:57
"Ich schätze , dass nicht wenige Aktionäre Gelder aus der Kapitalherabsetzung in neue Aktien reinvestieren - allen voran der dominante Großaktionär."

Sieh an, schon kommt die Bestätigung als Directors-Dealing-Veröffentlichung. Der Großaktionär Elector hat alleine in den letzten Tagen etwa 20.000 Anteile zu Kursen um 19 € erworben:
http://www.dgap.de/dgap/News/directors_dealings/dgapdd-clere-deutsch/?newsID=967581
http://www.dgap.de/dgap/News/directors_dealings/dgapdd-clere-deutsch/?newsID=967577
http://www.dgap.de/dgap/News/directors_dealings/dgapdd-clere-deutsch/?newsID=967573

al_sting - Montag, 12. Dezember 2016 - 10:46
Erneute Aufstockung bei Clere auf insgesamt 2 Positionen = 1.500 Aktien.
Gründe:
1. In den ersten Wochen nach der Kapitalkürzung hatte Elector fleissig gekauft, siehe letztes Posting, seitdem ist Schweigen im Walde. Meine These: Sie dürfen gerade nicht agieren (Insidertrading), weil sie von Verhandlungen wissen, die zu kursrelevanten Veränderungen führen - schließlich will Clere sein freies Geld anlegen.
2. Seitdem hat der Kurs von Clere wieder deutlich geschwächelt. Für den aktuellen Kurs von 16,22€ gilt: Kurs 16,22€ bei 24,41€ Buchwert = KBV 0,66. Das ist schon krass. Ich sehe das Abwärtspotential hier eng begrenzt.
3. Ich erwarte tendenziell eher steigende als fallende Zinsen, damit einen eher steigenden Wert von Cashreserven. Der Buchwert von Clere besteht so gut wie nur aus Cash.
4. Ich habe meine virtuelle Cashreserve in Berkshire aufgelöst, weil ich dem Dollarkurs unter Trump misstraute. Zugegeben kurzfristig gesehen ein klarer Fehler, seitdem stieg Berkshire in Euro gerechnet um locker 15%. Aber damit steigt mein Interesse an einer grundsoliden Position mit hoher Sicherheitskomponente. Clere mit seinem Cashkonto erfüllt diese Kriterien für mich hervorragend. Da fühle ich mich mit einer doppelten Position wohl.

--> Kauf 500 Stück, nächster Kurs Xetra

al_sting - Montag, 12. Dezember 2016 - 11:13
Nächster Handel, 10:49 Uhr, Kurs 16,01€
--> 500 x 16,01€ = 8.005 €

Zur Kalkulation des durchschnittlichen Kaufpreises ziehe ich in diesem Fall ausnahmsweise die Sonderdividende von 1,10€ vom 2.12.2015 und die Kapitalkürzung von 0,90€ vom 14.10.2016 vom Kaufskurs der jeweils früheren Käufe ab, da diese jeweils relevante Ausschüttungen aus der Substanz und nicht "nur" aus dem Gewinn waren. Weiterhin wird die Aktienzusammenlegung im Verhältnis 10:1 berücksichtigt.
Damit beträgt der neue durchschnittliche Kaufspreis 11,84€.

prof - Montag, 12. Dezember 2016 - 11:24
Deine Argumente klingen überzeugend!
Ich finde knapp 2% Spread ziemlich dicke, andererseits könnte man bei Überspringen des GD 10 mal einen Kauf wagen.

prof - Dienstag, 13. Dezember 2016 - 16:39
Kauf 600 Stück zum nächsten Tradegate Kurs. Der Spread ist auf unter 0,5% runter und der GD 10 überschritten.

prof - Dienstag, 13. Dezember 2016 - 18:02
Ausgeführt um 17:37 Uhr zu 16,25 €.

chfin - Mittwoch, 14. Dezember 2016 - 20:44
@al_sting
Kurs 16,xy bei Cash 20,yz, schuldenfrei und Verlustvorträge macht mich (neu)gierig.

Wie schätzt Du die Gefahr eines Delistings ein? Gründe dafür oder dagegen?

al_sting - Mittwoch, 14. Dezember 2016 - 22:46
Ein Delisting halte ich für sehr unwahrscheinlich.
1. Der Großaktionär Elector hat derzeit etwa 31%. Der Weg zu einer Mehrheit, die ein Delisting ermöglicht wäre sehr weit und dürfte die finanziellen Möglichkeiten von Aubel überfordern. 2. Selbst wenn dieser Weg geplant wäre, dürfte das Absaugen des Freefloat auf dem Weg dahin den Aktienkurs deutlich treiben.
3. Es wäre wirtschaftlich kontraproduktiv vom Großaktionär, seinen Anteil massiv weiter zu steigern. Nach allem, was ich von intelligenten Menschen in Foren las, sinkt der Verlustvortragproportional mit dm Ansteigen des Anteils des Großaktionärs, und über 50% (?) geht dieser sogar komplett verloren. Die rechtliche Begründung dafür kenne ich nicht, hier vertraue ich einfach mal der Herdenintelligenz.
4. Clere will sich neu als Windanlagenparkbetreiber (globale Orientierung, nicht nur D) aufstellen. Man kauft Windparks und betreibt diese hoffentlich profitabel.
Derzeit ralistisches Investitionsvolumen etwa 450 Mio, 1/3 aus EK, 2/3 aus Fremdkapital.
Wenn sich das Modell etabliert hat, rechne ich mit dem Versuch, weitere Gelder einzutreiben - durch Kapitalerhöhungen. Mit einem Delisting nimmt man sich diese Chance, das wäre unlogisch.
5. Van Aubel und Elector sind mir im letzten Jahr nie als wirtschaftlich kontraproduktiv oder unlogisch aufgefallen. Daher rechne ich auch in absehbarer Zeit nicht mit einem derartigen Verhalten.

chfin - Donnerstag, 15. Dezember 2016 - 00:33
Danke für Deine Antwort.

Referenz/Nummerierung wie bei dir:
1) Du meinst vermutlich einen Squeece out. Dafür braucht es aktienrechtlich eine entsprechende Mehrheit von 95%. Aber braucht es auch eine xy% Mehrheit für ein Delisting? Ich denke dafür reicht die Entscheidung des Vorstandes der Firma. Und der macht vermutlich das, was der Großaktionär anschafft.
2) §8c. So die Hoffnung. Aber - Preise beim Delisting: Alles verkauft - rette sich wer kann. Steigende Kurse gibt es in diesem Fall, wenn ein zweiter (weisser Ritter) als Konkurrenz beim Aufkauf auftritt. Das erwarte ich nicht, denn der läger erst mal >30% hinten.
3) Ob ggf. der Verlust der Verlustvorträge nicht günstiger ist verglichen zum Kauf der kompletten Firma zu Sonderangebotspreisen im Rahmen eines Delistings z.B. zu 3 bis 6.-/Aktie. Bei dem Preis wäre der Verlustvortrag zu vernachlässigen, oder nicht?
4) ...Windparkanbieter ... ok, soweit die Story fürs Volk. Falls ich "nur" an das Geld der Firma wollte, dann wäre mir der Part erst einmal egel.
5) ok

Fazit: no risk no fun. Ich bin dabei, traue dem Braten aber noch nicht.

al_sting - Donnerstag, 15. Dezember 2016 - 11:07
Letztlich bleibt es eine Vertrauensfrage: Ist das Management vertrauenswürdig oder lügen sie schamlos und ohne mit der Wimper zu zucken?

Für antizyklische Investoren stellt sich diese Frage regelmäßig: Ist eine gute Chance real, oder ist sie zu gut um wahr zu sein? Aus dem Grund interessiere ich mich ganz besonders für Warnsignale, für merkwürdige und mit guten Intentionen nur schwer erklärbare Vorgänge. Das hat mich bei einigen Investments ausreichend früh gerettet, Stichworte Globo und Astaldi. Die meisten frauds stinken schon eine Weile vor der Enttarnung.

Bei Clere habe ich in den letzten 18 Monaten keine derartigen Warnsignale gefunden, daher ist mein Vertrauen mittlerweile recht hoch. Eine Sicherheit ist das natürlich nicht.

chfin - Donnerstag, 15. Dezember 2016 - 11:43
Ich habe Balda/Clere bisher nicht verfolgt, also auch noch kein starkes "Bauchgefühl". Das meinte ich mit "traue dem Braten noch nicht (ganz)". Dann folge ich erst mal Deinem Eindruck. Danke für die Info.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Meine Frage zielte ganz gerade auf Delisting-Gefahr ab ohne weitere Hintergedanken. Unter Fraud verstehe ich was anderes (Globo z.B.).

al_sting - Donnerstag, 15. Dezember 2016 - 12:10
"...Windparkanbieter ... ok, soweit die Story fürs Volk. Falls ich "nur" an das Geld der Firma wollte, dann wäre mir der Part erst einmal egel."

Windparkanbieter ist auch die Story, die sie auf der HV detailliert dargelegt haben. Sofern sie das nicht meinen, sondern "nur" an das Geld der Firma wollen, haben sie hier eiskalt gelogen und gehören damit m.E. klar in die Schublade der frauds. Daher meine Einsortierung.

al_sting - Freitag, 31. März 2017 - 17:18
Als Teil des Umbaus von Balda zu Clere wurde auch der Jahresabschluss vom 1.Juli auf den 1. Januar verlegt. Entsprechend gab es ein "Rumpfgeschäftsjahr" über 6 Monate, deren Geschäftsbericht jetzt vorgelegt wurde:
http://www.clere.de/investoren/ir-news/corporate-news/singleview/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1050&cHash=1ed028f752e17af43018c8e835222f85
Downloads: http://www.clere.de/investoren/publikationen/geschaeftsberichte/

Im Rumpfgeschäftsjahr wurde Balda abgewickelt und in Clere umbenannt, man zog nach Berlin um, reduzierte das Team auf 11 Mitarbeiter, erste kleinere Investitionen wurden gestartet... Da Rückstellungen aufgelöst werden konnten (Klagen in den USA wurden beigelegt), gab es trotz der relevanten Kosten bei minimalen Erlösen einen positiven Ertrag von 4 Mio€ = 0,67€/Aktie.

Aktienbestand: 5.889.063
Eigenkapital zum 31.12.2016: 148,5 Mio€
--> EK je Aktie = 25,22 €
Zahlungsmittel (CasH) zum 31.12.2016: 139,6 Mio€
--> Cash je Aktie = 23,70 €

Beim aktuellen Kurs von 15,58€ gilt also:
Kurs-Buchwert-Verhältnis KBV = 0,62
Kurs-Cash-Verhältnis = 0,66
Ein Grahamscher Net-net wie er im Buche steht.

Wenn ich nicht schon bis an die von mir definierte Oberkante investiert wäre, würde ich weiter nachlegen.

Die Zukunft ist natürlich offen, aber ich poste hier mal die Entwicklungspläne aus dem Geschäftsbericht:

ENTWICKLUNG DER CLERE-GRUPPE
Seit Mitte 2016 wurde eine Vielzahl von Projekten gesichtet und geprüft. Dabei handelt es sich zum großen Teil um Investitionen in das Eigenkapital von bestehenden oder neu gebauten Solar- und Windkraftanlagen, die über eine garantierte Einspeisevergütung verfügen. Dabei wurden Investitionsmöglichkeiten in geografischen Regionen analysiert,die ein stabiles wirtschaftspolitisches Umfeld und verlässliche Rahmenbedingungen gewährleisten.Neben Deutschland waren dies Projekte in Italien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien; außerhalb Europas in Japan und den USA.
Die Investitionen in erneuerbare Erzeugungseinheiten ermöglichen die Vereinnahmung sicherer und gut prognostizierbarer Umsätze in Form von Einspeisevergütungen, die nach Region und Zeitpunkt der Inbetriebnahme unterschiedlich ausfallen können. In Deutschland, Italien und Japan sind dies zum Beispiel garantierte Vergütungen aus Einspeisegesetzen, während in Großbritannien und den USA eher PPAs (Power Purchase Agreements) zum Tragen kommen.
Den Investitionen stehen die Erwerbsnebenkosten, der laufende Administrationsaufwand sowie die Abschreibungen gegenüber. Die zu erwartenden Cash-flows sind wesentlich höher als die zu erwartenden Kosten und werden mittelfristig einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Dividendenpolitik leisten.
Derzeit befinden sich mehrere Projekte in einer fortgeschrittenen Transaktionsphase. Wir gehen davon aus, dass wir Ihnen in den nächsten Wochen und Monaten erste erfolgreiche Akquisitionen melden können.

Neben Investitionen in Solar- und Windkraftanlagen unterstützt die CLERE AG kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien im Bereich der Mittelstandsfinanzierung. Im Berichtszeitraum hat die CLERE AG vier Projekte mit einem kumulierten zweistelligen Millionenvolumen abgeschlossen. Diese Projekte werden auch über den Berichtszeitraum hinaus einen positiven Ergebnisbeitrag liefern, sind aber in der Regel kurz- bis mittelfristiger Natur.
Auch wenn derzeit weitere Finanzierungsprojekte evaluiert werden, lassen sich konkretere Aussagen über die zukünftige Entwicklung dieses Bereichs nicht zuverlässig treffen, da die Nachfrage von Dritten nach Finanzierungen nicht vorausgeplant werden kann.
Bei Finanzierungsprojekten, die in der Regel kurzfristig sind, ergeben sich kalkulierbare Rückflüsse in Form von Zinserträgen, deren Höhe insgesamt von der Anzahl und Volumina der Projekte sowie Zinsumfeld am Kapitalmarkt zum Zeitpunkt des Abschlusses abhängen und daher aus aktueller Sicht nicht genau vorhersehbar sind. Bei der Neuvergabe von Mittelstandsfinanzierungen streben wir einen sehr hohen Grad der Besicherung unserer Forderungen an und achten auf eine gute Bonität und Ertragskraft der Schuldner.
Die CLERE AG konnte somit die im letzten Jahr initiierte Neupositionierung der ehemaligen Balda-Gruppe erfolgreich einleiten. Das Unternehmen befindet sich noch in einer planmäßigen Übergangsphase, in der weiterhin erhöhte Personalaufwendungen sowie Umstrukturierungskosten anfallen.
Für das Geschäftsjahr 2017 plant der Vorstand neben der Vergabe mehrerer Finanzierungen an mittelständischen Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien auch die Akquisition von Solar- und Windkraftanlagen im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Der Vorstand erwartet bei Investitionen in Energieerzeugungsanlagen eine Laufzeit der Investitionen von bis zu 20 Jahren und eine Rendite auf das Eigenkapital je nach Region und Art der Energieerzeugung zwischen 5 % und 10 %.
Die Umsätze und Erträge aus diesem Neugeschäft werden deutlich ansteigen, aber noch nicht zu einem ausgeglichenen Ergebnis vor Steuern führen.
Aufgrund der aktuellen Planung wird ein Konzernfehlbetrag im niedrigen einstelligen Millionenbereich erwartet.

prof - Freitag, 31. März 2017 - 18:01
Jetzt müssen sie mit dem Geld was Gescheites anfangen!

al_sting - Freitag, 31. März 2017 - 18:57
Stimmt. Aber sobald sie das demonstrieren, dürfte der Abschlag auf den Cashwert schnell verschwunden sein.

al_sting - Mittwoch, 19. April 2017 - 15:48
Value shares analysiert Clere, wie gewohnt sehr fundiert: http://value-shares.de/2017/04/18/clere-noch-ein-net-net/

al_sting - Mittwoch, 3. Mai 2017 - 20:13
Die deutsche Delisting-Krankheit erreicht mit Clere jetzt auch die erste meiner Aktien. :-(
Parallel dazu gibt es ein Übernahmeangebot durch den Hauptaktionär, zum gesetztlichen Mindestpreis (Mittel der letzten 6 Monate) von geschätzt 16,50€.

Finde ich ärgerlich (aber zumindest kein Verlust), aber ich will im Musterdepot (bislang) keine ausgelisteten Werte führen, bei denen der Handel nur über andere, wenig liquide Ersatzmärkte möglich ist. Von den weiter reduzierten Informationspflichten der Unternehmen mal abgesehen.

Mal schauen, wie es sich in den nächsten Tagen entwickelt.
---------------------------------------------- http://www.dgap.de/dgap/News/adhoc/clere-delisting-der-clereaktien-beabsichtigt-abfindungsangebot-durch-hauptaktionaerin-zum-gesetzlichen-mindestpreis-angekuendigt/?newsID=1002453

CLERE AG: Delisting der CLERE-Aktien beabsichtigt, Abfindungsangebot durch Hauptaktionärin zum gesetzlichen Mindestpreis angekündigt

Berlin, den 3. Mai 2017 - Der Vorstand der CLERE AG hat heute mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, vorbehaltlich des Eintretens neuer, entgegenstehender Umstände den Widerruf der Zulassung der Aktien der Gesellschaft zum Handel im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zu beantragen (sogenanntes Delisting). Der Vorstand ist zu der Überzeugung gelangt, dass der Nutzen der Börsennotierung der Aktien der CLERE AG den dadurch begründeten Aufwand nicht mehr rechtfertigt. Die CLERE AG hat daher heute mit der Hauptaktionärin der CLERE AG, der Elector GmbH, die aktuell 33,19 % der Aktien der CLERE AG hält, eine Delisting-Vereinbarung geschlossen. Aufgrund der Delisting-Vereinbarung ist die Elector GmbH verpflichtet, den Aktionären der CLERE AG anzubieten, ihre sämtlichen Aktien gegen eine Geldleistung, deren Höhe mindestens dem gewichteten durchschnittlichen Börsenkurs der Aktien der CLERE AG während der letzten sechs Monate vor der Bekanntmachung der Entscheidung der Elector GmbH, das Angebot abzugeben, entspricht, zu erwerben. Die Gesellschaft hat sich im Gegenzug verpflichtet - vorbehaltlich einer wesentlichen Änderung der Umstände oder dem Bekanntwerden wesentlicher bislang unbekannter Umstände und im Rahmen der gesetzlichen Pflichten - innerhalb der Annahmefrist des Delisting-Erwerbsangebots einen Antrag auf Widerruf der Zulassung der Aktien der CLERE AG zum Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gemäß § 39 Absatz 2 Satz 3 Nr. 1, Absatz 3 BörsG zu stellen und das Delisting-Erwerbsangebot zu unterstützen.

Die Elector GmbH hat mitgeteilt, dass sie das Delisting-Erwerbsangebot zum gesetzlichen Mindestpreis machen wird.

Über den Antrag auf Widerruf der Zulassung der Aktien wird die Geschäftsführung der Frankfurter Wertpapierbörse entscheiden. Der Vorstand rechnet damit, dass der Widerruf gemäß den Bestimmungen der Börsenordnung der Frankfurter Wertpapierbörse drei Börsentage nach der Veröffentlichung des Widerrufs, die unverzüglich nach der Entscheidung der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgen soll, wirksam werden wird.

Nach Wirksamwerden des Widerrufs werden die Aktien der CLERE AG nicht mehr an einem inländischen regulierten Markt oder einem vergleichbaren Markt im Ausland zum Handel zugelassen sein und gehandelt werden.

Die Entscheidung zum Delisting ergeht ungeachtet der Pflichten von Vorstand und Aufsichtsrat zur Abgabe einer Stellungnahme zum Delisting-Erwerbsangebot gemäß § 27 WpÜG.

Thomas Krupke
Vorstand
CLERE AG

al_sting - Mittwoch, 3. Mai 2017 - 20:21
Auf der anderen Seite könnte das Raum für interessante NAchforderungsspekulationen bieten.
Buchwert 25€, Abfindungsangebot erwartbar etwa 16,50€...

prof - Mittwoch, 3. Mai 2017 - 20:59
Ich habe ja zu Clere keine mentale Verbindung wie Du aufgebaut. Dazu bin ich zu kurz drin. Also gehe ich demnächst ohne Verlust raus. Es hätte schlimmer kommen können!

al_sting - Mittwoch, 3. Mai 2017 - 21:09
Ja, es bleibt auf jeden Fall ein solider Gewinn stehen. Trotzdem finde ich das Delisting weit unter Buchwert und Cashreserve auffallend dreckig.

Ich werde mit dem Ausstieg aber noch etwas abwarten, bis sich die Nebel lichten. Vielleicht interessieren sich Abfindespezialisten wie Sparta & Co für die Geschichte.
Bei Balda gab es ja auch mehrere Nachbesserungen. :-)
Und vielleicht setze auch ich einen Teil der Clere-Erlöse bei Sparta ein.

stw - Donnerstag, 4. Mai 2017 - 10:51
Welchen fundamentalen Grund gibt es dafür, dass der Kurs in den letzten 6 Monaten so weit unter Buchwert liegt? Eine Abfindung zu weniger als 70% des Buchwertes macht doch eigentlich nur Sinn, wenn da anhaltende operative Verluste drohen oder aber der Buchwert nicht real ist z.B. durch Goodwill oder andere immateriellen Werte, die unrealistisch hoch in der Bilanz angesetzt sind.

:-) stw

al_sting - Donnerstag, 4. Mai 2017 - 11:27
Ich habe bislang nur eine rationale Begründung für eine Bewertung in der aktuellen niedrigen Höhe gefunden, und zwar in der frischen Analyse von value-shares: http://value-shares.de/2017/04/18/clere-noch-ein-net-net/
Ich würde sie zusammenfassen mit "Cash ist derzeit zu billig".


Ich zitiere mal von dort das Bewertungskapitel:
"Bewertung

Ein KBV von rund 0,6 ist, wenn das Vermögen gleichzeitig fast nur aus Cash besteht, offensichtlich eine sehr niedrige Bewertung. Normalerweise sind net-nets eher ausgelutschte Unternehmen am möglichen Ende ihres Lebenszyklus. Wenn das eigentliche Geschäftsmodell schon defizitär ist, besteht die Gefahr, dass sich die net-net Situation dadurch auflöst, dass niemand einen Schlussstrich zieht und das überschüssige kurzfristige Vermögen an die Aktionäre verteilt. Stattdessen kann das Geld einfach in jahrelangen Defiziten verbrannt werden. Bei Clere ist die Situation genau umgekehrt. Das Unternehmen hat zwar eine lange Historie, aber was den aktuellen Geschäftszweck angeht, steht es wie ein start-up da. Neuer Standort in Berlin, neue Mitarbeiter, völlig neue Strategie, noch nicht viel Geschäft aber dafür viel Geld auf dem Konto. Da noch nicht viele Investments erfolgt sind, können die Kosten am Anfang auch noch nicht mit Erträgen gedeckt werden. Außerdem ist noch nicht bewiesen, dass überhaupt genügend Investments mit einem attraktiven Chance Risiko Profil gefunden werden können. Diese Unsicherheiten rechtfertigen sicherlich einen Abschlag, aber in welcher Höhe?

Der Verlust vor Steuern im Rumpfgeschäftsjahr 01.07.2016 bis 31.12.2016 belief sich auf EUR 3,5 Mio. Darin enthalten waren allerdings auch Kosten für Rechtsstreitigkeiten und Steuern, die sich noch auf das alte Geschäft bezogen. Außerdem hatte die Gesellschaft im Rumpfgeschäftsjahr noch 2 Vorstände. Wenn ich optimistisch davon ausgehe, dass diese Kosten nicht mehr anfallen, würde sich der Vorsteuerverlust ohne zusätzliche Umsätze auf rund EUR 2 Mio. pro Jahr reduzieren. Ich bin mal davon ausgegangen, dass die Gesellschaft 2 Jahre benötigt, um so viele Investition zu tätigen, dass diese Kosten gedeckt werden können. Entsprechend müssen vom Vermögen EUR 4 Mio. abgezogen werden. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt dann trotzdem nur bei 63% vom Substanzwert.

Stünde eine Liquidation an, wäre Aktie ein klarer Kauf. Dies ist aber nicht der Fall und deshalb stellt sich die Frage, wie die zukünftigen Gewinne aussehen könnten. Wie oben schon beschrieben, sind Bestandshalter die verlässlichsten aber auch am niedrigsten rentierlichen Investments im Erneuerbare Energie Bereich. Ich habe zwar selber mal Projekte eingekauft, wie sie Clere heute machen möchte, aber das ist schon eine Weile her, so dass ich keinen Überblick habe, welche Renditen aktuell erzielt werden können. Ich bin mal von 5% ausgegangen, was in Anbetracht der aktuell niedrigen Zinsen und der Verzweiflung mit der z.B. Lebensversicherungen langfristige Erträge suchen, möglicherweise schon ziemlich hoch gegriffen ist. Dies würde dann zu Erträgen in Höhe von rund EUR 7,2 Mio. führen. Davon abzuziehen wären dann die EUR 2 Mio. Kosten, die ich oben grob geschätzt habe. Dem verbleibenden Gewinn würde ich Aufgrund der Stabilität des Geschäftsmodells eine für mich normalerweise absurde Bewertung mit dem 20-fachen zugestehen. Im Ergebnis ergibt sich dann trotzdem nur eine Ertragsbewertung von rund EUR 87 Mio. Das sind 97% der aktuellen Marktkapitalisierung. Scheinbar haben andere Marktteilnehmer ähnliche Überlegen angestellt. Andererseits bin ich mit dem 20-fachen vielleicht noch zu konservativ. EDP Renováveis ein Bestandshalter aus Portugal wird Beispielsweise aktuell mit einem KGV von 31,6 gehandelt. Mit einem KGV von 30 entspricht auch bei Clere die Ertragsbewertung wieder in etwa dem Substanzwert. Niedrige Zinsen hin oder her bin ich persönlich allerdings nicht bereit so ein Geschäftsmodell mit dem 30-fachen zu bewerten.

Eine wesentlich höhere Bewertung sehe ich für mich nur in 3 Szenarien:

1) das Unternehmen kommt mit den Kosten deutlich unter die von mir geschätzten Kosten

2) das Unternehmen erzielt deutlich höhere Rendite als von mir geschätzt, was dann aber wohl auch mit deutlich höheren Risiken verbunden wäre oder

3) das Unternehmen erreicht Skalen Effekte durch wesentlich mehr Kapital bei gleichbleibenden Kosten.

Unabhängig davon, ob ich da zu konservativ bin oder nicht, vermute ich, dass die Reise bei Clere in Richtung Option 3) gehen soll. Die Satzung sieht beispielsweise bereits die Bevollmächtigung zur Emission von EUR 100 Mio. Wandelanleihen und einer damit verbundenen erheblichen Emission neuer Aktien vor. Dies wäre dann wohl auch der Grund, warum man nicht von der Möglichkeit Gebrauch macht bis zu 10% der eigenen Aktien, zu den aktuell niedrigen Kursen, zurückzukaufen."

al_sting - Donnerstag, 18. Mai 2017 - 22:33
Am 11.Mai wurde der Kaufpreis für das Übernahmeangebot zum Delisting bekanntgegeben: 6,33€ http://www.ariva.de/news/clere-ag-delisting-delisting-erwerbsangebot-6194464

Wie aus 6 (!) heute veröffentlichen Director-Dealing-Berichten bekannt wurde, hat van Aubel am 16. und 17. Mai insgesamt 14.200 Aktien für etwa 230.000€ erworben, durchschnittlicher Kaufpreis 16,20€. Das spricht dafür, dass er nicht nur den minimal möglichen Anteil beim Delisting erwerben will, sondern auch darüber hinaus als aktiver Käufer auftritt.

prof - Freitag, 19. Mai 2017 - 10:00
Verkauf alle zum nächsten Xetra-Kurs. Das war ein kostenloses Geldparken ...

prof - Freitag, 19. Mai 2017 - 11:39
Ausgeführt um 10:08 Uhr zu 16,26 €.

al_sting - Montag, 22. Mai 2017 - 15:50
Verkauf Clere, nächster Kurs Xetra

Ich habe lange geschwankt, aber die sinkende Transarenz durch den Börsenabstieg ist eigentlich nicht mein Metier. Und jetzt will ich spontan Cash für das angesprochene Arbitragegeschäft bei SAPEC generieren.

al_sting - Montag, 22. Mai 2017 - 21:51
Nächster Handel, 15:51 Uhr, Kurs 16,225€

--> 1.500 x 16,225€ = 24.337,50€

Gesamtertrag: 6.577,90€, = 35,1% des Hauptinvestitionsvolumens (Wobei dieses Volumen nur in relativ kurzen Spitzen erreicht wurde, denen mehrfach eine Dividendenzahlung bzw. Kapitalkürzung folgte.)

Die erste Spekulation ist über Erwarten aufgegangen, die zweite Spekulation wurde ein Nullsummenspiel. Gerne mehr davon!

Diskussionsforum der stw-boerse: SDAX: Clere AG (ehemals Balda)
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