Diskussionsforum der stw-boerse: DAX / MDAX: Infineon
chinaman - Montag, 2. Juli 2001 - 10:18
HANDELSBLATT, Montag, 02. Juli 2001


Erster Handelstag neuer Aktien wahrscheinlich am 13. Juli


Infineon hofft bei Kapitalerhöhung auf Milliardenerlös


Die neuen Infineon-Aktien aus der geplanten Kapitalerhöhung sollen voraussichtlich vom 13. Juli an gehandelt werden. Nach einer Investorenvorstellung (Roadshow) bei institutionellen Anlegern in Deutschland, Europa und den USA solle am 12. Juli nach Börsenschluss in den USA der Zuteilungspreis für die Titel festgelegt und einen Tag später bekannt gegeben werden, teilte der Halbleiterhersteller am Montag in München mit.



rtr/dpa-afx MüNCHEN. Aus der Kapitalerhöhung um bis zu 60 Millionen Aktien ergebe sich auf Grundlage des Xetra-Schlusskurses vom 29. Juni ein Platzierungsvolumen von bis zu 1,7 Mrd. Euro, hieß es in einer Pflichtveröffentlichung weiter. Mit dem frischen Kapital wolle Infineon weitere Zukäufe tätigen, investieren und Schulden zurückzahlen. Mit dem Schritt werde der Anteil des Mehrheitseigentümers Siemens auf 51 von derzeit 56 % sinken, teilte Infineon weiter mit. Siemens habe sich verpflichtet, innerhalb von 90 Tagen nach Handelsaufnahme am Kapitalmarkt keine Aktien der Tochtergesellschaft zu verkaufen.

Bund gewährt 400-Millionen-Bürgschaft für Infineon-Werk

Infineon soll nach Angaben der "Bild"-Zeitung für seine geplante neue Fabrik in Dresden Hilfe von der Bundesregierung bekommen. Berlin werde den Bau eines neuen Halbleiterwerkes in der sächsischen Landeshauptstadt mit einer 400-Millionen-DM-Bürgschaft unterstützen, berichtete das Blatt am Montag unter Berufung auf eine Regierungsvorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages.
In Dresden will Infineon hochmoderne DRAM-Speicherbausteine herstellen. Dadurch sollen in Sachsen 1 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Als Gesamtkosten für das Projekt sind den Angaben zufolge knapp eine Milliarde DM veranschlagt.

Neben den 1 100 Arbeitsplätzen in der Fabrik erhofft sich Sachsen den Angaben zufolge weitere neue Stellen in der Zulieferindustrie. Mit dem Bau des Werkes werde Infineon gegenüber Mitkonkurrenten auf dem Weltmarkt einen zeitlichen Vorsprung von mehr als einem Jahr erhalten. Sachsen unterstützt das Projekt mit rund 180 Mill. DM Investitionszuschüssen.

Aktienhändler sind skeptisch

Infineon steckt derzeit tief in der Krise. Wegen der schlechten Lage auf den High-Tech-Märkten befürchtet das Unternehmen im Ende September zu Ende gehenden Geschäftsjahr einen Verlust. "Die Titel haben schon im Vorfeld dieser ganzen Kapitalerhöhung auf der Abgabeseite gestanden", sagte Christian Schmidt, Aktienhändler bei der Helaba. "Man muss schauen, ob der Druck anhält". Die Aktien hatten im vergangenen Monat rund ein Drittel ihres Kurswertes eingebüßt.

Wie der Konsortialführer der Infineon-Kapitalerhöhung Goldman Sachs am Montag in einer Finanzanzeige bekannt gab, sollen 52,174 Millionen Stückaktien im Nennwert von zwei Euro aus dem genehmigten Kapital angeboten werden. Dazu komme bei entsprechender Nachfrage eine Mehrzuteilungsoption von 7,826 Millionen Stück. Die Kapitalerhöhung werde voraussichtlich am 11. Juli beschlossen, hieß es weiter. Der Halbleiter-Hersteller hat für heute, 10.00 Uhr, eine Telefonkonferenz zu dem Thema angekündigt. "Wir müssen mal abwarten, wie überzeugend sie sein werden", sagte ein Händler. "Bisher waren sie das nicht unbedingt."

Infineon-Vorstandschef Ulrich Schumacher sieht derzeit für die Branche noch keine Anzeichen für einen Aufschwung. "Wenn ich den Auftragseingang anschaue, sehe ich zwar eine Beruhigung. Nach dem Abbruch geht es nicht mehr weiter stark herunter. Aber von einer Belebung kann ich momentan wirklich noch nichts sehen", sagte Schumacher dem "Handelsblatt".

chinaman - Dienstag, 13. November 2001 - 08:41
Ad hoc-Service: Infineon Technologies AG
13.11.2001 08:14:00



Infineon meldet Ergebnisse fuer das Geschaeftsjahr 2001 und das vierte Quartal

INFINEON ERGEBNISSE GESCHAEFTSJAHR 2001 Infineon hat heute die Ergebnisse fuer das am 30. September 2001 abgelaufene Geschaeftsjahr bekannt gegeben. Der Umsatz belief sich auf EUR 5,67 Mrd. Das entspricht einem Rueckgang von 22 Prozent gegenueber dem Vorjahr. Der Rueckgang ist zurueckzufuehren auf eine schwaechere Nachfrage und insgesamt verschlechterte Marktbedingungen besonders bei Speicherchips und Halbleitern fuer die mobile Kommunikation. In den Logik-Geschaeftsbereichen stieg der Umsatz um 10 Prozent mit betraechtlichen Wachstumsraten in den Segmenten Drahtgebundene Kommunikation, Sicherheits- und Chipkarten-ICs sowie Automobil- und Industrieelektronik. Das EBIT erreichte einen Verlust von EUR 1,02 Mrd. im Vergleich zu einem EBIT-Gewinn von EUR 1,67 Mrd. im Vorjahr. Das Ergebnis wurde durch den starken Preisverfall, insbesondere bei Speicherprodukten, und die Kosten fuer derzeit ungenutzte Kapazitaeten in den meisten Logik-Segmenten negativ beeinflusst. Ohne Abschreibungen von Lagerbestaenden (EUR 358 Mio.), akquisitionsbedingte Kosten (EUR 111 Mio.), Restrukturierungskosten (EUR 117 Mio.), Wertberichtigungen (EUR 25 Mio.) sowie Veraeusserungsgewinne aus dem Verkauf nicht-strategischer Geschaeftsfelder (EUR 235 Mio.) lag das EBIT bei minus EUR 648 Mio. Der Nettoverlust betraegt EUR 591 Mio., gegenueber einem Gewinn von EUR 1,13 Mrd. im Vorjahr. Der Verlust pro Aktie liegt bei EUR 0,92 nach einem Gewinn pro Aktie von EUR 1,83 im Vorjahr. Am Ende des Geschaeftsjahres 2001 hatte Infineon eine Netto-Cash-Position von plus EUR 568 Mio. erreicht.

INFINEON ERGEBNISSE 4. QUARTAL 2001 Der Umsatz erreichte EUR 1,09 Mrd. und lag damit 15 Prozent niedriger als im 3. Quartal 2001. Das Quartals-EBIT ging zurueck auf minus EUR 882 Mio. nach einem EBIT-Verlust von EUR 598 Mio. im 3. Quartal 2001. Ohne Abschreibungen von Lagerbestaenden (EUR 142 Mio.), akquisitionsbedingte Kosten (EUR 67 Mio.), Restrukturierungskosten (EUR 117 Mio.), Wertberichtigungen (EUR 14 Mio.) sowie Veraeusserungsgewinne aus dem Verkauf nicht-strategischer Geschaeftsfelder (EUR 33 Mio.) lag das Quartals-EBIT bei minus EUR 575 Mio. Im 4. Quartal machte Infineon einen Nettoverlust von EUR 523 Mio., gegenueber einem Verlust von EUR 371 Mio. im Vorquartal. Der Verlust pro Aktie betrug EUR 0,76 im Vergleich zu einem Verlust pro Aktie von EUR 0,59 im 3. Quartal 2001.

Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 13.11.2001

Informationen und Erläuterungen des Emittenten zu dieser Ad-hoc-Mitteilung:

Den ausfuehrlichen Text der Pressemeldung und weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite www.infineon.com.


AUSBLICK FUER 2002

Im Geschaeftsjahr 2001 haben sich die Marktbedingungen in der Halbleiterindustrie wesentlich verschlechtert. Fuehrende Marktanalysten haben ihre Prognosen fuer den Halbleitermarkt erneut reduziert und erwarten im Kalenderjahr 2001 einen Marktrueckgang von mehr als 30 Prozent sowie im naechsten Jahr ein moderates einstelliges Wachstum. Die Marktentwicklung bleibt auch in den naechsten sechs Monaten unsicher und wird durch die wirtschaftliche Abschwaechung sowie die Unsicherheit der weltweiten politischen Lage zusaetzlich beeintraechtigt. Daher wird sich der ohnehin starke Wettbewerb noch verschaerfen, und der Preisdruck sowie der Ueberhang an Produktionskapazitaet werden sich auch weiterhin fortsetzen.

Nach dem starken Nachfragerueckgang bei Mobiltelefonen Anfang 2001 haben sich die Marktbedingungen weiter verschlechtert und die Wachstumsprognosen von Marktanalysten wurden betraechtlich nach unten korrigiert. Infineon geht davon aus, dass die Einfuehrung der naechsten Generation von GSM/GPRS-Mobiltelefonen in der ersten Jahreshaelfte 2002 eine moderate Belebung zur Folge haben wird. Die anhaltende Schwaeche der globalen Wirtschaft, insbesondere in den USA, hat zu einem betraechtlichen Rueckgang der Investitionen in die Telekommunikationsinfrastruktur gefuehrt, der sich auch auf den Infineon- Geschaeftsbereich Drahtgebundene Kommunikation auswirkt. Die aktuellen makro- oekonomischen Bedingungen koennten zudem die Ursache fuer eine schwaechere Nachfrage im Automobilsektor sein, insbesondere in Europa und Deutschland. Aufgrund seiner starken Kundenbasis und der umfangreichen Systemkompetenz erwartet Infineon jedoch auch weiterhin ein profitables Wachstum in seinem Geschaeftsbereich Automobil- und Industrieelektronik. Nach den Terrorattacken in den USA im September verzeichnete der Geschaeftsbereich Sicherheits- und Chipkarten-ICs eine verstaerkte Nachfrage nach Sicherheitsloesungen, z.B. Biometrie. Infineon liefert hier beispielsweise sichere Mikrocontroller fuer die Chipkartenausweise des amerikanischen Verteidigungsministeriums. Aufgrund des erhoehten Bedarfs an modernen Sicherheitsloesungen erwartet Infineon hier langfristiges Wachstumspotenzial.

Die Marktbedingungen im Bereich Speicherprodukte bleiben aufgrund der aggressiven Preispolitik einiger fuehrender DRAM-Hersteller auch weiterhin schwierig. Obwohl sich die Lagerbestaende zum Ende des vierten Quartals reduzierten, erwartet Infineon auch im Verlauf des naechsten Quartals anhaltenden Preisdruck.

Die derzeitigen makro-oekonomischen Unsicherheiten und aktuellen Marktbedingungen erschweren Vorhersagen fuer das gesamte Geschaeftsjahr. Im Umfeld der angespannten Situation im Halbleitermarkt erwartet Infineon Verluste, solange die Preise fuer Speicherprodukte auf dem aktuellen niedrigen Niveau bleiben und unguenstige Marktbedingungen die anderen Bereiche von Infineon beeintraechtigen. Infineon geht davon aus, ueber ausreichende Liquiditaet und finanzielle Flexibilitaet zu verfuegen, um die Auswirkungen der aktuellen Marktbedingungen abzufedern. Das Unternehmen hat dazu umfangreiche Massnahmen eingeleitet, wie die erfolgreiche Implementierung des Kostensenkungsprogramms Impact und die Reduzierung der geplanten Sachinvestitionen. Hinzu kommen verfuegbare Kreditlinien und Finanzierungsmoeglichkeiten sowie die Moeglichkeit Aktivitaeten zu veraeussern, die nicht zu den Kernkompetenzen von Infineon gehoeren.

WKN: 623100; Index: DAX Notiert: Amtlicher Handel in Frankfurt; Freiverkehr in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart; NYSE


130801 Nov 01


13.11.2001 8:01

chinaman - Mittwoch, 14. November 2001 - 08:46
Aus der FTD vom 14.11.2001
Das Kapital: Infineon-Anleger spielen mit dem Feuer

Das Feuerwerk wirkt, als ob es schon am Höhepunkt angelangt wäre. Aber explosiv wie Chipaktien nun mal sind, könnte es gut sein, dass wir bisher nur den ersten Akt erlebt haben.

Vor allem für Infineon scheint die Welt auf einmal ganz anders auszusehen. Was die Zahlen selbst angeht, hat der Kassenstand in Höhe von 568 Mio. Euro zum 30. September die Analysten völlig auf dem falschen Fuß erwischt, manche waren von weniger als 200 Mio. Euro ausgegangen. Die Finanzen sind daher wenigstens für die nächsten fünf Quartale unter Dach und Fach.

Unterdessen hat die ersehnte Konsolidierung im Sektor begonnen. In den letzten Tagen haben die taiwanischen DRAM-Hersteller Winbond und Vanguard den Ausstieg aus der Produktion angekündigt, zumindest teilweise. Eine Kombination von Infineon und Toshiba könnte ihr Übriges tun. Die Lägerbestände sinken, und die DRAM-Preise sind teilweise um die Hälfte gestiegen. Zwar liegen sie weiterhin höchstens bei einem Drittel der Produktionskosten, aber fürs Erste zählt nur die Richtung. Wie erwartet, zieht die Nachfrage der Mobilfunkhersteller an, also von Siemens und Nokia. Das Weihnachtsgeschäft wird überaus spannend. Die Sicherheitstechnik könnte nach den Anschlägen zusätzlichen Schub bekommen.


Mit dem knapp Dreifachen des Umsatzes ist Infineon hoch, aber deutlich billiger bewertet als die Konkurrenz. Dass die Nachfrage absolut gesehen vorerst schwach bleibt, dürfte also fürs Erste keine Rolle spielen. Doch Angst vor dem Feuer darf man nicht haben, wenn man die Aktie anfasst.

chinaman - Mittwoch, 14. November 2001 - 08:50
Aus der FTD vom 14.11.2001 www.ftd.de/infineon
Infineon rüstet sich für Fortgang der Krise
Von Sven Clausen, München

Die Siemens-Tochter Infineon plant den Verkauf weiterer Randgeschäfte, falls die Krise im Chipmarkt sich über den Sommer 2001 hinaus erstreckt.

Die 568 Mio. Euro, die Infineon derzeit in der Kasse habe, reichten nach Stand der Dinge für die kommenden zwei bis drei Quartale, sagte Finanzvorstand Peter Fischl am Dienstag bei der Vorlage der Jahreszahlen in München. Der Verkauf weiterer Randgeschäfte könne zwischen 500 und 800 Mio. Euro bringen, sagte Vorstandschef Ulrich Schumacher.

Damit könnte der Chiphersteller, an dem Siemens 51 Prozent hält, weitere Verluste finanzieren. Intern steht das Geschäft mit Industrieelektronik als wichtigster Verkaufskandidat bereits fest. "Die Wachstumsaussichten in der Industrieelektronik sind vergleichsweise niedrig", sagt Jürgen Wagner, Analyst beim Bankhaus Oppenheim. Die Chips für Antriebe und andere industrielle Anlagen erzielen rund 40 Prozent des Umsatzes im Geschäftsfeld Automobil- und Industrieelektronik. Konkurrenten sind hier Motorola, NEC oder Toshiba.


Neben möglichen Teilverkäufen kann Schumacher auf Kredite über rund zwei Mrd. Euro zugreifen. Beides zusammen gibt dem Konzernchef die Chance, die Marktkrise ohne tief greifenden Umbau seiner Kernsegmente zu überleben: Chips für die Kommunikation, Automobilelektronik und für Speicherprodukte. Sie seien strategisch und operativ sehr gut gerüstet, sagte er. Alles, was dem Konzern noch fehle, sei, dass sich der Markt wieder besser entwickle.


Analysten geben sich optimistisch


Analysten stimmte die Kassenlage von Infineon optimistisch, die Krise durchzustehen: "Dass Infineon 568 Mio. Euro an Cash und weitere Optionen hat, ist eine positive Überraschung", sagte etwa Karsten Iltgen von der WestLB. In den vergangenen Monaten drohten dem zweitgrößten europäischen Chiphersteller hinter der französisch-italienischen STMicroelectronics immer wieder Geldprobleme. Die Münchener hatten daher eine Kapitalerhöhung platziert und sich von Unternehmensteilen getrennt.


Allerdings äußerte sich Schumacher am Dienstag pessimistisch zu den Marktaussichten: Der Wettbewerb werde sich weiter verschärfen, Preisdruck und Überhang an Produktionskapazität würden sich fortsetzen. Er rechne daher weiter mit Verlusten im Konzern. Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner schreiben alle Hersteller noch bis Ende 2002 mit ihrem Speicherchips rote Zahlen.


Vor allem in diesem Segment mahnen Analysten und Investoren daher Handlungsbedarf an. Am Dienstag meldete Schumacher konzernweit für das vorige Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 5,7 Mrd. Euro einen operativen Verlust (Ebit) von mehr als eine Mrd. Euro - nach einem Gewinn von 1,67 Mrd. Euro im Vorjahr. Dabei lieferten die Speicher mit einem Verlust von 931 Mio. Euro das Minus fast im Alleingang. Sie kommen hauptsächlich in PC zum Einsatz, die unter schwindendem Absatz leiden. Die Marktpreise etwa für so genannte Dram-Chips lagen zuletzt zeitweise nur bei einem Sechstel der Herstellkosten.


Gemeinsam stärker


Infineon verhandelt deswegen mit dem japanischen Technologiekonzern Toshiba über ein Gemeinschaftsunternehmen. Toshiba hält etwa vier Prozent am Markt für Speicherchips, Infineon rund elf. Bis Jahresende sollen die Gespräche abgeschlossen sein. Knackpunkt ist, wer die Kosten für die Sanierung des Toshiba-Geschäfts übernimmt. Schumacher hätte keine Probleme mit einem Scheitern. "Wenn wir mit Toshiba nicht zusammenkommen, gibt es weitere Möglichkeiten." Der Konzern hat engen Kontakt zu taiwanischen Herstellern wie Mosel Vitelic oder Nanya. Auch ein Komplettausstieg von Toshiba aus dem Speicherchipgeschäft wäre für Infineon von Vorteil, sagte Schumacher am Dienstag. Dadurch würde das Angebot verknappt, und die Preise könnten sich erholen.


Die Aktie legte am Dienstag um 9,9 Prozent auf 22,15 Euro zu. Analysten machten dafür auch eine leichte Erholung bei den Dram-Preisen in den vergangenen Tagen verantwortlich.



© 2001 Financial Times Deutschland , © Illustration: AP

mib - Mittwoch, 14. November 2001 - 14:55
soweit ich weiss, haben einige US-Brokerhaeuser Infineon noch vor wenigen Tagen mit "underperformer" und sogar "sell" bewertet.

Mib

mib - Freitag, 21. Dezember 2001 - 22:32
das hier kann noch viel Uebler fuer Infineon ausgehen....

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Rambus' Latest Legal Developments - What's Really At Stake For Infineon?
By Bill Teel

Originally published 11/30/01 - Updated 12/13/01

A fitting final chapter (for now) in the Rambus (RMBS) Vs. Infineon (IFX) legal battle came to a close this week. Judge Robert Payne of the Richmond federal district court issued and injunction barring Rambus from attempting to seek further legal action against Infineon on certain SDRAM and DDR SDRAM memories. The patents were those Judge Payne concluded Rambus acted inappropriately in obtaining while attending the JEDEC standardization meetings in the 1990s.

The injunction, which we are still awaiting the details, does not come as any real surprise to us, and is already under appeal along with the rest of the case. Importantly, the injunction does not include all of Rambus’ DDR patents, so in the event Rambus loses the appeal, the company can still pursue royalties on DDR in the future.

Also this week, in the Hynix vs. Rambus case, judge Ronald Whyte issued a summary judgment and postponed the case until the pending appeal in the Infineon case is resolved. Basing his ruling on the Richmond trial outcome, Whyte dismissed all the claims, apart from three at issue in the Hynix vs. Rambus case.

This ruling was also expected, as there was little activity in the Hynix case, and no dates set for trial. Whyte commented that the continuation of the case would fall third in line behind the Infineon appeal and the Micron trial, set to begin in April.

While we find it interesting that the Micron trial has not been delayed also, it would not surprise us if such a change in the schedule occurred. If not, expect to see the sparks fly all over again in April, as that case goes to trial.

With postponement, delays and the like, the waiting leads investors to wonder, when will this all end. The answer might as well be never, because for an IP company like Rambus there will always be legal battles. Investors new to the company should keep that in mind. Short-term swings will often result from the headlines that recount events that have largely unfolded, but are being resolved.

Moving forward: in the near-term, we await the results from Germany of the independent expert’s evaluation of the one patent at suit in the Rambus vs. Infineon case there. The expert, Dr. Thiele a university professor from Zurich, is expected to issue his opinion sometime towards the end of Q1 2002. This case is equally, if not more important to Rambus than the U.S. one, as most of Infineon’s manufacturing takes place there. And with all the lingering doubts about the legitimacy of the U.S. Markman ruling, which severely narrowed the interpretation of Rambus’ patents in the U.S., another third party confirmation of how sound their patents are in Europe is vital in gauging the company’s legal strength abroad.

In the Rambus vs. Micron case in Italy, the independent experts, who are patent attorneys and electrical engineers, found that Micron infringed Rambus’ SDRAM and DDR patent. While many in the press picked up on the fact that the judge in the case did not impose an injunction against Micron, and therefore assumed Rambus lost the case, most didn’t acknowledge the fact that there was real infringement, and the case will continue in a higher court sometime in 2002.

The largely overlooked ruling in Italy may be the key portent of the ultimate resolve of the patent infringement issues regarding Rambus and its adversaries.

In Italy, as well as in Germany, the patent at issue (EP0525068) was filed for before Rambus ever entered the JEDEC standardization committee meetings. The patent in suit in Germany and Italy were submitted to the European Patent office well before Rambus had any exposure to the dealings and developments that took place at JEDEC. The patent in Europe, like those in the U.S., all have the same technical descriptions. Or, in other words, the designs and inventions are identical. In the U.S., Rambus was asked to break up their original patent, due to the multiple inventions in it, and thus they created 11 new patents. There are a number of patents that branch off of these patents, as is common in patent protection. In Europe, the original patent remained. Regardless, the invention(s) contained there-in are the same worldwide, and despite JEDEC standardization in the U.S., the concepts do not vary from country to country.

Therefore, if the only true independent experts' opinion thus far has found infringement on inventions that were submitted to the European patent office before Rambus entered into the standardization meetings, and those patents were in the hands of Infineon long before Rambus apparently defrauded the industry in the United States, or even entered the JEDEC meetings, how can Rambus conceivably have committed fraud in Europe, or for that matter the U.S. (considering the technologies are fundamentally the same worldwide?)

Another aspect of this intriguing story that has been overlooked by the mainstream press is that Rambus had disclosed their technology and European patent plans, and signed non-disclosure agreements with Infineon, Micron and just about every other memory producer before entering the JEDEC standardization group. At the trial in Virginia, there was significant evidence pointing to the fact that not only was Infineon aware of Rambus' intellectual property, but there was concern regarding infringement based on the knowledge of the European patent filing.

In the early 1990's meetings within Infineon and other memory manufacturers about what to do with Rambus and their technology took place. In one such meeting notes, as discovered in the Infineon trial, Rambus is referred to as "The deadly menace to the memory industry" because of the revolutionary nature of their technology. In the presentation notes, the possible solutions were listed as: "push the technology - join Rambus", "Protect your own computer industry - buy Rambus and dump it!!!" (meaning buy the company and bury the technology), "Support the Japenese -wait and watch" (and see what the companies that had licensed Rambus' technology will do with it), or "Make public domain - Join Synch DRAM (JEDEC)" (in other words, lure Rambus into the standardization group and co-opt the technology.)

This meeting took place in September of 1992, more than a year after Rambus filed their patent with the European patent office and was available to the Infineon (then Siemens) patent department for analysis.

In Germany, the expert is looking at the patent these meetings and concerns all centered on almost ten years ago. One can assume that the patent infringement possibilities, and the concerns and alternatives expressed by Infineon at the time were real, regardless of whether or not Rambus had joined the JEDEC standardization group two years later. Rambus' actions in JEDEC changes nothing about the technology that is being evaluated today by the German expert.

If the expert in the German case finds there is infringement, there are significant grounds to believe Infineon will ultimately lose their ability to produce memory in Germany, where the majority of their DRAM chips are manufactured.

It is the real infringement issues, based on the merits of the technology, that matter most and will influence the long-term outcome of this historic patent battle. Infineon may have declared victory in Richmond, Virginia, but they have a lot to lose in their hometown if the German expert concludes they are infringing Rambus’ technology there.


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stw - Samstag, 22. Dezember 2001 - 16:44
Ich wundere mich auch schon die ganze Zeit, wie gute sich der Infineon-Kurs hält. Für mich immer noch einer der am meisten überbewerteten Titel überhaupt.

:-) stw

chinaman - Dienstag, 29. April 2003 - 17:07
ftd.de, Di, 29.4.2003, 10:46, aktualisiert: Di, 29.4.2003, 16:39
Infineon: Verlagern, Auslagern, Abbauen

Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat seinem Unternehmen einen straffen Sparkurs verschrieben. "Impact2" (Einschlag-2) heißt der Plan, der mittelfristig die Serie von Verlust-Quartalen unterbrechen soll und dieses Jahr mit Stellenstreichungen beginnt.

"Wir müssen wieder ein positives Ergebnis machen", sagte Schumacher am Dienstag in München. Helfen soll dabei das bereits angekündigte, doch am Dienstag konkretisierte Sparprogramm "Impact2". Schumacher sieht weiteres Einsparpotenzial von 500 Mio. Euro. "Davon sind 50 Mio. Euro bereits in diesem Geschäftsjahr Ebit-wirksam", sagte der Vorstandschef. Bis Ende des Geschäftsjahres 2003/04 sollten rund 90 Prozent des Gesamtvolumens realisiert werden. Drei Dinge will der Manager dafür tun: 900 Stellen streichen, Teile des Unternehmens ins Ausland verlegen und Aufgaben auf externe Dienstleister verlagern.

Unter anderem soll die Sparte Automobil- und Industrieelektronik, die einzige mit konstant positiven Erträgen, komplett ins österreichische Villach ziehen, wo bereits der Großteil der Fertigung angesiedelt ist. 70 bis 80 Mitarbeiter würden verlegt. Der Umzug helfe Infineon, "von der Nummer zwei weltweit zur Nummer eins in diesem Bereich aufzusteigen". Aus Österreich ließen sich Italien, Tschechien und Osteuropa besser bedienen. Auch in anderen Geschäftsbereichen wird laut Schumacher eine Dezentralisierung geprüft.


Auch Arbeitsplätze in Deutschland betroffen


Der Stellenabbau wird auch Standorte in Deutschland betreffen. Den Angaben zufolge fallen 500 Stellen in Zentralfunktionen weg. 150 Jobs werden in der Sparte Sichere Mobile Lösungen abgebaut, vorwiegend in Schweden. Durch verlagern und ausgliedern würden weltweit etwa 250 Stellen eingespart. Infineon hat mit dem ersten "Impact"-Programm bereits 5000 Stellen abgebaut und seine Kosten um rund 2,8 Mrd. Euro gedrückt. Derzeit beschäftigt der Konzern weltweit gut 31.000 Mitarbeiter.


"Wir müssen auf die anhaltende Krise am Halbleitermarkt reagieren", sagte Schumacher. Der Personalabbau sei bitter, der verschärfte Sparkurs sichere aber die Zukunft des Unternehmens. Der Großteil der Einsparungen wird laut Schumacher auf das kommende Jahr entfallen.


Analysten zweifeln


Analysten beurteilen die Ausgabendiät jedoch kritisch. "Basierend auf 900 Stellenstreichungen erscheinen die 500 Mio. Euro als ein ambitioniertes Ziel", sagte HVB-Analyst Günther Hollfelder der Nachrichtenagentur Reuters. "Durch die Kostenreduzierungen alleine wird es Infineon aber nicht schaffen, die schwarzen Zahlen zu erreichen. Dafür ist der Einfluss der volatilen Preise im Speicherchip-Geschäft einfach zu hoch."


Zu den Umzugsplänen der Konzernzentrale ins Ausland hielt sich Schumacher bedeckt. Zuvor waren Pläne bekannt geworden, er wolle die Konzernzentrale in die steuergünstige Schweiz verlegen. Von einem Umzug wären in Deutschland maximal 120 bis 150 von insgesamt 16.000 Mitarbeitern betroffen, sagte Schumacher. Es sei nicht beabsichtigt oder geplant, Forschung und Produktion aus Deutschland abzuziehen.

Den Vorwurf der "Standortflucht wollte Schuhmacher nicht hinnehmen. Solche Planungen seien nur normal, um die Kosten des Unternehmens zu senken, sagte der Infineon-Chef.


Der Berg ruft


Er verwies dabei auf den niederländische Mitbewerber STMicroelectronics mit Sitz in der Schweiz. Der Konkurrent habe im Jahr 2000 rund 400 Mio. Euro weniger Steuern gezahlt als Infineon, sagte Schumacher. Das Jahr für den Vergleich der Steuerlast hat er mit Bedacht gewählt. Es ist das einzige Jahr in dem Infineon je Gewinn gemacht hat. In den Jahren danach hat Infineon wegen seiner hohen Verluste kaum Steuern abgeführt, sondern vielmehr staatliche Hilfen in Anspruch genommen.


Eine Sache des Gefühls


Dennoch: "Wir haben das Gefühl, dass es stabilere Standorte gibt, als der, an dem wir derzeit sitzen." Infineon prüfe nach wie vor eine Verlagerung des Firmensitzes nach Asien, in die USA oder europäische Länder wie die Schweiz. "Wir haben immer gesagt, dass es Ende des Geschäftsjahres (zum 30. September) eine Entscheidungsvorlage gibt." Am Montagabend hatte es in Aufsichtsratskreisen mit Blick auf eine Verlagerung des Firmensitzes geheißen, es handele sich um "eine Phantom-Debatte".



© 2003 Financial Times Deutschland , © Illustration: AP

URL des Artikels: http://www.ftd.de/tm/it/1051284995109.html

chinaman - Dienstag, 22. Juli 2003 - 08:34
22.07.2003 - 07:31 Uhr
Infineon Technologies AG deutsch
Infineon meldet Ergebnisse fuer 3. Quartal des Geschaeftsjahres 2003

Ad-hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.


Infineon meldet Ergebnisse fuer 3. Quartal des Geschaeftsjahres 2003

QUARTALSERGEBNIS (01.04. bis 30.06.2003) Der Halbleiterhersteller Infineon Technologies AG hat im dritten Quartal des Geschaeftsjahres 2003 einen Umsatz von 1,47 Mrd. EUR erzielt und liegt damit fast auf dem Niveau des Vorquartals. Gegenueber dem vergleichbaren Vorjahresquartal entspricht dies einer Steigerung von 11 Prozent.
Der Nettoverlust betrug 116 Mio. EUR gegenueber einem Nettoverlust von 328 Mio. EUR im Vorquartal und einem Nettoverlust von 76 Mio. EUR im vergleichbaren Vorjahresquartal. Die deutliche Verbesserung gegenueber dem Vorquartal ist vor allem auf die gesteigerte Produktivitaet, weitere Kostensenkungen und die Tatsache zurueckzufuehren, dass im Gegensatz zum Vorquartal keine nennenswerten Effekte aus Wertberichtigungen auf Lagerbestaende wirksam wurden. Der Quartalsverlust umfasste auch Wertminderungen in Hoehe von 68 Mio. EUR durch die teilweise Goodwill-Abschreibung der Beteiligung an Catamaran Communications. Der Nettoverlust enthaelt zudem Ertraege aus Steuern in Hoehe von 10 Mio. EUR. im Vergleich dazu bestanden im Vorquartal Steueraufwendungen von 96 Mio. EUR. Der Verlust pro Aktie (unverwaessert und verwaessert) betrug im abgelaufenen Quartal 0,16 EUR gegenueber einem Verlust pro Aktie von 0,45 EUR im Vorquartal und 0,11 EUR im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Das EBIT verbesserte sich deutlich auf minus 115 Mio. EUR gegenueber einem Minus von 223 Mio. EUR im Vorquartal, lag jedoch leicht unter dem EBIT des dritten Quartals im vergangenen Geschaeftsjahr von minus 110 Mio. EUR.

Die Brutto-Cash-Position betrug im abgelaufenen Quartal 2,4 Mrd. EUR gegenueber 1,5 Mrd. EUR im Vorquartal. Der Brutto-Cash stieg hauptsaechlich durch die Ausgabe der Wandelanleihe im Juni 2003. Darueber hinaus hat das Unternehmen entschieden, die Anteile an ProMOS Technologies zu veraeussern. Die Beteiligung an ProMOS wird deshalb seit dem 1. April 2003 nicht mehr nach der Equity-Methode bilanziert, sondern wie Wertpapiere des Umlaufvermoegens behandelt. Der Free Cashflow verbesserte sich erheblich auf ein Plus von 11 Mio. EUR gegenüber einem Minus von 90 Mio. EUR im Vorquartal. Ursache fuer diese positive Entwicklung waren die hoeheren Cashflows aus laufenden Geschaeftstaetigkeiten und die geringeren Investitionen im Vergleich zum Vorquartal.

Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 22.07.2003

Informationen und Erläuterungen des Emittenten zu dieser Ad-hoc-Mitteilung:

Dr. Ulrich Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG, kommentierte: "Wir sehen derzeit ein positiveres Marktumfeld, insbesondere im Speicherbereich. Das abgelaufene Quartal war jedoch aeusserst schwierig aufgrund des unguenstigen Wechselkurses von Euro und Dollar sowie des weiterhin starken Preisdrucks. Wir haben in den meisten unserer Geschaeftsbereiche solide Umsatzzahlen erzielt und unseren Nettoverlust im direkten Quartalsvergleich deutlich um 212 Mio. EUR reduziert. Ohne die Wertminderungen haette unser Nettoverlust 48 Mio. EUR betragen."

Am 5. Juni 2003 gab Infineon eine nachrangige Wandelanleihe mit einer Laufzeit bis 2010 aus; dies entsprach einem Bruttoerloes von insgesamt 700 Mio. EUR. Infineon nutzte die guenstige Gelegenheit aufgrund der niedrigen Zinssaetze am Europaeischen Anleihemarkt und verbesserte so seine Cash-Position weiter. Diese Anleihe kann in bis zu 68 Mio. Stammaktien der Infineon Technologies AG gewandelt werden.

NEUNMONATSERGEBNIS (01.10.2002 bis 30.06.2003) Der Gesamtumsatz lag in den ersten neun Monaten des Geschaeftsjahres 2003 mit 4,4 Mrd. EUR um 22 Prozent ueber dem Gesamtumsatz von 3,6 Mrd. EUR im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust belief sich auf 484 Mio. EUR gegenueber einem Nettoverlust von 515 Mio. EUR im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Steueraufwendungen fuer die ersten neun Monate des Geschaeftsjahres 2003 liegen bei 98 Mio. EUR, verglichen mit Steuerertraegen in Hoehe von 345 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das EBIT fuer die ersten neun Monate des laufenden Geschaeftsjahres war ein Minus von 369 Mio. EUR und stellt damit eine deutliche Verbesserung gegenueber dem EBIT von minus 845 Mio. EUR in den ersten neun Monaten des letzten Geschaeftsjahres dar.

AUSBLICK BIS DEZEMBER 2003 "Im abgelaufenen Quartal zeichnete sich eine erste positive Marktentwicklung ab. Wir sind daher optimistisch, dass sich die Nachfragesituation sowohl in unseren Logik-Segmenten als auch bei den Speicherprodukten in der zweiten Jahreshaelfte weiter verbessern wird. Angesichts der anhaltenden Ungewissheit der globalen Wirtschaftsentwicklung faellt eine praezise Vorhersage der Verbrauchernachfrage in unseren Zielsegmenten schwer. Wir werden daher unsere erfolgreichen Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramme weiter fortsetzen", so Dr. Schumacher.

Im Geschaeftsbereich Sichere Mobile Loesungen erwartet Infineon eine Fortsetzung des leichten Nachfrageanstiegs fuer GSM/GPRS-Mobilfunkgeraete und Bluetooth-Produkte. Das Unternehmen geht zudem von einer positiven Entwicklung der Nachfrage nach Sicherheitsloesungen aus, insbesondere nach ID-Systemen,aber erwartet trotzdem insgesamt einen anhaltenden Preisdruck.

Uebereinstimmend mit vielen Industrieanalysten erwartet Infineon weitere Rueckgaenge bei den weltweiten Investitionsausgaben fuer die drahtgebundene Telekommunikationsinfrastruktur. Fuer den Europaeischen Markt wird dabei jedoch weiterhin ein leichtes Wachstum erwartet. Infineon rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach Breitbandzugangstechnologie, insbesondere in Asien.

In den Bereichen Automobilelektronik und Kfz-Halbleiter geht Infineon von einer schwaecheren Nachfrage aus. Das Unternehmen sieht dies jedoch als saisonal bedingt. Es wird erwartet, dass der Automobilelektronikmarkt trotz der aktuellen Schwaeche der Automobilindustrie weiter waechst.

Fuer das gesamte Logik-Segment rechnet Infineon mit einer weiteren Verbesserung bei Umsatz- und EBIT im vierten Quartal des Geschaeftsjahres 2003.

Seit Anfang Juni 2003 verzeichnet Infineon eine anhaltend zunehmende Nachfrage und stetig steigende Preise fuer DDR-Speicherprodukte. Infineon erwartet ein Anhalten dieser positiven Nachfrageentwicklung, angetrieben vor allem durch eine schrittweise Erhoehung der Investitionen durch die Erneuerungszyklen in den Unternehmen, durch den anstehenden Beginn des neuen Schuljahres und durch steigende Megabyte-Kapazitaeten pro Geraet sowie den wachsenden DRAM-Bedarf aufgrund der Einfuehrung des neuen Intel Springdale-Chipsets, der Dual Channel DDR-Technologie fuer Computer bietet.

TELEFON-KONFERENZEN MIT ANALYSTEN UND PRESSE Infineon Technologies wird am 22. Juli um 9:30 Uhr (MEZ) eine Telefonkonferenz (in englischer Sprache) mit Analysten und institutionellen Investoren durchfuehren, um ueber die Performance des Unternehmens im dritten Quartal des Geschaeftsjahres 2003 zu informieren. Um 11:00 findet eine Telefonkonferenz mit Journalisten in deutscher Sprache statt. Die Telefonkonferenzen werden live und als Download auf der Website von Infineon unter http://www.infineon.com verfuegbar sein.

HINWEIS Dieser Quartalsbericht enthaelt in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schaetzungen der Unternehmensleitung von Infineon beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, koennen wir nicht dafuer garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen koennen Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu fuehren koennen, dass die tatsaechlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen koennen, gehoeren u.a.: Veraenderungen im wirtschaftlichen und geschaeftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einfuehrungen von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Aenderungen der Geschaeftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch Infineon ist weder geplant noch uebernimmt Infineon die Verpflichtung dazu.


WKN: 623100; ISIN: DE0006231004; Index: DAX Notiert: Amtlicher Markt in Frankfurt (Prime Standard); Freiverkehr in Berlin-Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart; NYSE

stw - Montag, 10. November 2003 - 11:47
Nach langem meldet Infineon wieder einmal schwarze Zahlen. Allerdings kein Grund zum Jubeln, zumal Sammelklagen drohen in USA wg. Preisabsprachen. Für mich ist die Aktie kein wirklich interessantes Thema.

:-) stw

Infineon meldet Ergebnisse fuer das vierte Quartal und das Geschaeftsjahr 2003

ERGEBNIS 4. QUARTAL 2003 (01.07. bis 30.09.2003) Der Halbleiterhersteller Infineon Technologies AG hat im vierten Quartal des Geschaeftsjahres 2003 einen Umsatz von 1,76 Mrd. EUR erzielt und lag damit 19 Prozent ueber dem Wert des vorausgegangenen Quartals sowie 37 Prozent ueber dem des Vorjahreszeitraums. Der Konzernueberschuss betrug 49 Mio. EUR, im Vergleich zu einem Konzernfehlbetrag von 116 Mio. EUR im Quartal davor und einem Verlust von 506 Mio. EUR im vierten Quartal des Geschaeftsjahres 2002. Der Gewinn pro Aktie (unverwaessert und verwaessert) betrug 0,07 EUR gegenueber einem Verlust pro Aktie von 0,16 EUR im Vorquartal und einem Verlust pro Aktie von 0,72 EUR im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Das EBIT lag bei 67 Mio. EUR, im Vergleich zu einem EBIT von minus 116 Mio. EUR im vorausgegangenen Quartal und einem Minus von 295 Mio. EUR im vierten Quartal des Vorjahres. Diese positive Entwicklung wurde im Wesentlichen durch Produktivitaetssteigerungen, eine deutliche Erhoehung der Stueckzahlen, hoehere DRAM-Preise sowie durch den Gewinn aus dem Verkauf der Anteile an dem taiwanischen Unternehmen ProMOS getragen.

Der Free Cash Flow stieg signifikant auf 388 Mio. EUR gegenueber 11 Mio. EUR im vorausgegangenen Quartal und spiegelt somit die gestiegene Profitabilitaet wider.

Im Juni 2002 hat das US Department of Justice eine Untersuchung wegen moeglicher Verletzungen von US-Wettbewerbsgesetzen in der DRAM-Industrie begonnen. Nach dem Beginn der Untersuchung durch das DOJ sind insgesamt 24 Sammelklagen gegen Infineon und andere DRAM-Hersteller bei verschiedenen US-Bundesgerichten und Gerichten von US-Bundesstaaten erhoben worden. Die Klagen behaupten Verletzungen von bundes- oder einzelstaatlichen Kartell- und Wettbewerbsrecht und streben erheblichen Schadensersatz an. In Verbindung mit diesen Verfahren hat Infineon im vierten Quartal des Geschaeftsjahres 2003 nach den Vorgaben der US-GAAP Rueckstellungen in Hoehe von 28 Mio. EUR gebildet. Infineon kann derzeit die finanziellen sowie anderweitigen Auswirkungen dieser Untersuchungen und Sammelklagen auf das Unternehmen nicht vorhersagen.

chinaman - Mittwoch, 21. April 2004 - 13:01
Kley wirft dem geschassten Schumacher erstmals schlechte Ergebnisse vor


Neuer Infineon-Chef greift Vorgänger an


Der Interims-Chef von Infineon versucht, in die Offensive zu gehen. Zum ersten Mal hat Max Dietrich Kley den früheren Vorstandschef Ulrich Schumacher kritisiert. Ergebnis und Aktienkurs seien "absolut unbefriedigend" gewesen, zitiert das "Manager Magazin" Kley.




jojo MÜNCHEN. Dies sei ein "inakzeptabler Zustand." Seit dreieinhalb Wochen führt Kley, der Aufsichtsratschef von Infineon, die Geschäfte, nachdem Schumacher unerwartet seinen Hut nehmen musste.

Kleys Aussagen kommen überraschend, denn bislang hatte sich der Aufsichtsratschef des Halbleiterkonzerns über Schumacher nicht negativ geäußert. Im Gegenteil: Auf der Hauptversammlung im Januar lobte er noch ausdrücklich den Vorstand und nahm ihn vor den Angriffen der wütenden Aktionäre in Schutz. Jüngst teilte er auch auf eine Anfrage des Handelsblatts mit, dass sich Schumacher persönlich nichts habe zu Schulden kommen lassen.

Ein Sprecher des Chipkonzerns bestätigte gestern, dass Kley die Aussagen gemacht habe. Allerdings seien diese aus dem Zusammenhang gerissen und könnten nicht mit dem plötzlichen Abgang Schumachers in Verbindung gebracht werden. Vielmehr habe sich Kley schon länger über die schlechten Zahlen des zweitgrößten europäischen Halbleiterherstellers geärgert. Der Münchener Konzern hatte zwei Jahre in Folge einen Milliarden-Verlust hinnehmen müssen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. September) lag das Minus bei 435 Mill. Euro.

Ende März hatte der Aufsichtsrat Schumacher überraschend gefeuert. Offiziell war von einem Rücktritt aus persönlichen Gründen die Rede. Zu den Hintergründen machte Infineon seither keine Angaben. Auch Kley selbst hielt sich zurück. Aus Aufsichtsratskreisen hieß es jedoch, Schumacher habe sich mit seinen Vorstandskollegen zerstritten. Zudem habe es unterschiedliche Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung gegeben.

Derzeit ist Kley auf der Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden. Der geeignete Kandidat muss nach seinen Worten "neben Branchenkenntnis und Technikverstand vor allem über Turnaround- Erfahrung" verfügen. Der Westeuropa-Chef von Intel, Jürgen Thiel, zuletzt als Kandidat gehandelt, ist aber offenbar nicht im Rennen, heißt es in Branchenkreisen.

Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass auf der heutigen Pressekonferenz zu den Halbjahreszahlen kein Nachfolger für Schumacher präsentiert werde. Vielmehr hoffe Kley, dass er bis September einen neuen Chef finden werde.

Die Analysten gehen davon aus, dass Infineon trotz des Aufschwungs in der Chipindustrie nur einen kleinen Quartalsgewinn ausweisen wird. Als sicher gilt, dass die Firma mit dem zum Teil rasanten Gewinnwachstum der großen ausländischen Konkurrenten nicht mithalten kann. Gestern legte die Aktie 3 % auf rund 12 Euro zu.

chinaman - Mittwoch, 21. April 2004 - 13:03
Gute Geschäfte mit Automobil- und Mobilfunkchips

Infineon-Zahlen überraschen Analysten


Überraschung nach den Turbulenzen um die Ablösung von Konzernchef Ulrich Schumacher: Infineon hat im zweiten Quartal 2003/04 dank guter Geschäfte bei Automobil- und Mobilfunkchips den operativen Gewinn stabil gehalten.

HB MÜNCHEN. Vor Steuern und Zinsen sei im zweiten Quartal 2003/04 (30. September) ein Gewinn von 71 Mill. € erzielt worden, teilte Infineon am Mittwoch in München mit. Dies lag leicht über den 70 Mill. € im traditionell stärkeren Weihnachtsquartal. Im Vorjahreszeitraum war ein operativer Verlust von 221 Mill. € angefallen.

Die meisten Analysten hatten mit einem Gewinn vor Steuern und Zinsen von etwa 20 Mill. € gerechnet. Auch beim Umsatz lag Infineon mit 1,67 Mrd. € über den Erwartungen. Dies waren drei Prozent mehr als im Vorquartal und 13 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Für die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres gab sich Infineon vorsichtig optimistisch. Angesichts der Preisentwicklung bei Speicherchips und der aktuellen Nachfrage nach Logikprodukten sei mit einem anhaltenden Umsatzwachstum zu rechnen, sagte der Interims- Vorstandsvorsitzende Max Dietrich Kley. Die Infineon-Aktie stieg nach Bekanntgabe der Quartalszahlen um gut zwei Prozent auf 12,30 €.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 21. April 2004, 12:42 Uhr

chinaman - Donnerstag, 13. Mai 2004 - 07:57
Aus der FTD vom 13.5.2004
Infineon plant Abspaltung des Kerngeschäfts
Von Alexandra Borchardt, München

Infineon will nach FTD-Informationen sein Speicherchipgeschäft abspalten. Die Sparte sorgt zwar für Umsatz, macht aber auch viele Sorgen.



"Das Ding ist so gut wie weg", sagte ein mit den Verhandlungen Vertrauter der FTD. Er rechne mit einer Ankündigung in den kommenden Wochen. Unklar ist, ob die Sparte an die Börse gebracht, in ein Joint Venture eingebracht oder verkauft werden soll. Der Aufsichtsrat ist noch nicht eingebunden worden. Infineon wollte dies am Mittwoch nicht kommentieren.

Mit dem Speicherchipgeschäft wäre Infineon zwar 40 Prozent seines Umsatzes (Konzernumsatz 2003: 6,2 Mrd. Euro) los, hätte sich aber auch eines seiner größten Sorgenkinder entledigt. Denn diese so genannten DRAM-Speicherchips unterliegen äußerst starken Preisschwankungen. Auf die Sparte entfiel der weitaus größte Teil der Milliardenverluste, die Infineon in den vergangenen Jahren angehäuft hatte. Das volatile Geschäft war der Grund dafür, dass der ehemalige Mutterkonzern Siemens den Ausstieg bei Infineon vorangetrieben und den weltweit siebtgrößten Chipkonzern im März 2000 an die Börse gebracht hatte.


Schumachers Konzept


Pikanterweise gehen die Pläne für die Abspaltung nach FTD-Informationen noch auf den im März geschassten Konzernchef Ulrich Schumacher zurück. Sie waren Teil jenes Konzepts zur Neuaufstellung des Konzerns. Es brachte die Vorstandskollegen gegen ihn und führte letztlich zu seinem Sturz. Schumacher hatte offenbar vorgesehen, Vorstand und Chief Operating Officer Andreas von Zitzewitz zum Chef einer ausgegründeten Speichersparte zu machen. Damit sollte eine Umorganisation des Vorstands einhergehen. Weil sich die drei Vorstände dies nicht gefallen lassen wollten, sorgten sie für Schumachers Rauswurf.


Dass Schumachers Nachfolger Wolfgang Ziebart, der sein Amt möglicherweise erst im September antritt, nun vor vollendete Tatsachen gestellt wird, darin sieht man im Unternehmen kein Problem. "Der Markt ist nicht so, dass man da warten könnte", hieß es. Experten betrachten 2004 als Boomjahr des Speichergeschäfts; schon 2005 dürften die Zuwächse wieder moderater ausfallen.


Die Entscheidung dürfte Ziebarts außerdem gefallen. Schließlich hat der Vize-Chef von Continental mit dem stark schwankenden Speichergeschäft keinerlei Erfahrung. Seine Ernennung hatte ohnehin zu Spekulationen geführt, Infineon werde sich künftig stärker auf seine Ertragsperlen konzentrieren, zu denen das Geschäft mit der Automobil- und Industrieelektronik gehört.


Unter Analysten sind die Meinungen über einen solchen Schritt geteilt. Während die einen die Speichersparte als eine Belastung für Infineon betrachten, betonen andere die positiven Effekte, die ein solches Massenprodukt auf andere Konzernbereiche hat.

chinaman - Mittwoch, 30. August 2006 - 15:00
Handelsblatt.com


Aktie unter der Lupe

Experten zweifeln an Infineon

Infineon-Chef Ziebart hat den deutschen Chiphersteller aufgespalten und einen Teil separat an die Börse gebracht. Das Unterfangen verlief recht holprig. Und auch der verbliebe Konzern kommt bei Analysten nicht gut weg. Dabei gibt es durchaus Zeichen der Besserung.

Infineon-Chef Ziebart hat den deutschen Chiphersteller aufgespalten und einen Teil separat an die Börse gebracht. Das Unterfangen verlief recht holprig. Und auch der verbliebe Konzern kommt bei Analysten nicht gut weg. Dabei gibt es durchaus Zeichen der Besserung.


MÜNCHEN. Als Wolfgang Ziebart am Abend des 8. August das schicke Restaurant Blue Fin am New Yorker Times Square betritt, wirkt er aufgeräumt, fast fröhlich. Der Chef des Münchener Chipherstellers Infineon kommt gerade von einer mehrstündigen Besprechung mit Wall-Street-Bankern. Am Ende der Sitzung steht fest: Infineon wird seine Speichersparte unter dem Kunstnamen Qimonda am nächsten Morgen aufs Parkett der New York Stock Exchange bringen.

Ziebart muss dabei ein Stein vom Herzen gefallen sein, denn bis zuletzt war unklar, ob sich genügend Käufer für die Aktien finden würden. Doch nun, da die Entscheidung gefallen ist, gibt sich Ziebart ausgesprochen entspannt.

Das hat seinen Grund, denn mit dem Börsengang kann der Manager endlich eine Strategie umsetzen, die er seit seinem Amtsantritt vor fast genau zwei Jahren im Kopf hat. Ziebart will den Konzern aufteilen in das vergleichsweise stabile Geschäft mit Logik-Chips, wie sie in Handys und Autos eingebaut werden, und die stark schwankende Speichersparte (Qimonda). So sollen aus einem wenig profitablen integrierten Chipkonzern zwei spezialisierte, gewinnträchtige Firmen entstehen.

Um dieses Konzept zu verwirklichen, nimmt Ziebart sogar einen erheblichen Preisabschlag in Kauf. Ursprünglich wollte er 16 bis 18 Dollar für eine Qimonda-Aktie haben. Tatsächlich zahlen die Investoren jedoch nur 13 Dollar. Zudem nehmen die Anleger nur rund etwa 14 Prozent der Anteile ab. Das alles ist für Ziebart an jenem Sommerabend in New York aber nur zweitrangig. Denn nun hat er die Voraussetzung geschaffen, sich über kurz oder lang ganz von dem Geschäft zu trennen. Und nur das zählt in diesem Moment.

In den nächsten Monaten, so das Kalkül des früheren Conti-Vorstands, wird die Konzernteilung nicht nur zu einem höheren Gewinn, sondern auch zu einem steigenden Aktienkurs führen. Das ist auch dringend nötig, denn die Infineon-Aktionäre haben schon lange nichts mehr zu lachen. Seit zwei Jahren pendelt der Kurs um die acht bis neun Euro. Vom Aufschwung an der Börse im vergangenen Jahr hatten die Investoren nichts, der Dax ließ Infineon meilenweit hinter sich.

Die spannende Frage ist: Wird jetzt wirklich alles besser? Die Analysten sind sich uneinig. Nach Daten von Bloomberg empfahlen in den vergangenen drei Monaten elf Experten den Kauf der Aktie, ebenso viele rieten jedoch zum "halten" und sechs sagten gar "verkaufen". Großartige Kurssprünge erwartet in den nächsten Monaten kein Experte. Und die Kursziele der Banken reichen maximal bis elf Euro.

Doch es gibt positive Signale, dass das Geschäft künftig besser laufen wird und Infineon mit positiven Zahlen aufwarten kann. Vergangene Woche vergab die US-Regierung einen Großauftrag an die Deutschen. Infineon wurde als erster Hersteller ausgewählt, um Sicherheitschips für die neuen amerikanischen Reisepässe zu liefern. "Wir sehen den Auftrag für das Segment Sicherheitslösungen als sehr bedeutend an", urteilten die Experten von Independent Research. Dies erhöhe die Chance auf weiteres Geschäft in diesem Bereich, hieß es.

Noch wichtiger wären neue Aufträge im defizitären Kommunikationsgeschäft. Hier ist Infineon nach wie vor stark vom Großkunden BenQ Mobile abhängig. Die Taiwanesen haben vergangenes Jahr die Handysparte von der früheren Infineon-Mutter Siemens übernommen. In den vergangenen Monaten brach der Marktanteil von BenQ Mobile aber ein. Nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner kommen die Asiaten jetzt noch auf 3,2 Prozent. Vor Jahresfrist waren es 4,8 Prozent. Als Hauptlieferant für die Handy-Chips von BenQ verkauft damit auch Infineon bedeutend weniger.

Mittelfristig verspricht Ziebart aber einen deutlich höheren Unternehmenswert. Die Sanierung von angeschlagenen Bereichen wie der Telekommunikation werde sich für die Aktionäre auszahlen. "Wenn sie ein unprofitables Geschäft wieder in die Gewinnzone bringen, schafft das den größten Wert für die Aktionäre", sagt Ziebart.

Für Kursphantasie sorgt er nebenbei auch noch: Denn mit den Erlösen, die aus dem Verkauf von Qimonda-Aktien künftig zu erwarten sind, ließen sich auch Übernahmen finanzieren. Und damit könnte Infineon irgendwann die 40 Prozent Umsatz wieder ausgleichen, die durch die Abspaltung von Qimonda verloren gegangen sind.

Von Joachim Hofer



28. August 2006

chinaman - Freitag, 15. September 2006 - 05:00
Handelsblatt Nr. 177 vom 13.09.06 Seite 11


Infineon strebt nach alter Größe

Nach der Abspaltung von Qimonda setzt der Chipkonzern auf Produkte abseits von Speicherbausteinen

JOACHIM HOFER | KULIM Der Münchener Halbleiterhersteller Infineon will den Umsatzverlust nach der Trennung von seiner Speichersparte möglichst schnell teilweise kompensieren. Vor allem im Geschäft mit Chips zur Steuerung der Stromversorgung von elektrischen Geräten rechnet sich die frühere Siemens-Tochter große Wachstumschancen aus. Konzernchef Wolfgang Ziebart plant, den Umsatz mit diesen Leistungshalbleitern in den nächsten vier Jahren zu verdoppeln.

"Das ist ein traumhafter Markt für uns, auf dem wir noch viel Potenzial haben", sagte Ziebart gestern im malaysischen Kulim dem Handelsblatt. Derzeit erwirtschaftet Infineon mit Leistungshalbleitern jährlich rund 800 Mill. Euro. Bis 2010 sollen es etwa 1,6 Mrd. Euro werden. "Unsere Fabriken sind sehr gut ausgelastet, in einigen Segmenten müssen wir die Produkte sogar zuteilen", sagte Ziebart. Es sei nicht absehbar, dass sich an der guten Auftragssituation für Leistungshalbleiter etwas ändern könnte.

Infineon hat seine Speichersparte unter dem Kunstnamen Qimonda im August an die Börse gebracht, hält aber noch die Mehrheit. Dadurch verliert der zweitgrößte Halbleiterkonzern Europas etwa die Hälfte des Umsatzes. Um im Konzert der großen Chiphersteller weiter mitspielen zu können, will Infineon in seinen verbliebenen Geschäften kräftig wachsen. So erwirtschaftet Infineon mit den Leistungshalbleitern etwa jeden fünften Euro. Die Nachfrage klettert kräftig, weil sich mit modernen Chips viel Strom sparen lässt. Sie werden zum Beispiel in Klimaanlagen eingebaut, in Motoren oder in Haushaltsgeräten. Die Marktforscher von IMS Research gehen davon aus, dass der Markt bis 2011 jedes Jahr um sechs bis acht Prozent wächst. Infineon ist auf diesem Feld laut IMS der weltweite Marktführer mit einem Anteil von 9,3 Prozent.

Infineon geht davon aus, dass allein schon die weltweit steigenden Strompreise für eine gute Nachfrage sorgen. Ziebart rechnet sich aber auch deshalb gute Chancen aus, weil der Konzern mit seinem neuen Werk in Malaysia günstiger produzieren kann als in seinen bestehenden europäischen Werken für Leistungshalbleiter in Regensburg und in Villach. "Hier können wir Halbleiter produzieren, die sich in Deutschland und Österreich nicht wirtschaftlich fertigen lassen", sagte Ziebart.

Infineon investiert derzeit rund 800 Mill. Euro in seine erste eigene Chipfertigung in Asien. Das Werk wurde gestern in Kulim im Norden Malaysias eingeweiht. An dem neuen Standort profitieren die Deutschen vor allem von niedrigen Löhnen. Dies ist relevant, weil auf die Beschäftigten rund ein Viertel aller Kosten entfällt. Bis spätestens 2010 will Infineon die Kapazitäten für Leistungshalbleiter durch die neue Fertigung verdoppeln. Gut für Infineon: Weil die Produktion schneller anläuft als erwartet, kommen die ersten Chips nun fünf Monate früher als geplant zu den Kunden. Dies ermöglicht zusätzliche Umsätze.

Die Deutschen stehen mit ihrer Investition in Asien nicht allein da. Auch andere europäische Chipkonzerne zieht es an günstige Produktionsstandorte in Fernost. So baut ST Microelectronics derzeit zusammen mit seinem koreanischen Partner Hynix ein Werk in China. "Wir waren viel zu lange auf Europa fokussiert", sagte jüngst Otto Kosgalwies, Produktionsvorstand des französisch-italienischen Unternehmens, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Kaum eine Halbleiterfirma steht allerdings so unter Druck wie Infineon. Die Firma hat in den vergangenen Jahren wiederholt Verluste eingefahren und ist im Vergleich zu ihren Wettbewerbern wenig profitabel. Auch der Aktienkurs steckt tief im Keller. Vor allem das Geschäft mit Handychips macht Infineon zu schaffen, weil die Firma noch zu stark von ihrem schwächelnden Hauptkunden BenQ Mobile abhängig ist.

An der Börse gehörte Infineon gestern zu den Tagesgewinnern. Durch die Hoffnung auf höhere Chippreise kletterte die Aktie um knapp drei Prozent auf rund 9,50 Euro.

Hofer, Joachim



13. September 2006

chinaman - Mittwoch, 27. September 2006 - 03:52
Handelsblatt Nr. 185 vom 25.09.06 Seite 19


Ex-Infineon-Chef gerät unter Druck

Angeklagter beschuldigt ihn der Bestechlichkeit

MARKUS FASSE | MÜNCHEN Im Prozess um mögliche Schmiergeldzahlungen im Hause Infineon erwartet das Gericht eine brisante Aussage. Der Angeklagte Udo Schneider will heute vor dem Münchener Landgericht umfassend über die Zahlungen an Infineon-Vorstände aussagen. Prozesskreisen zufolge wird vor allem Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher belastet.

Der Motorsportagent Schneider ist angeklagt, weil er Infineon-Manager bestochen und Firmengelder unterschlagen haben soll. Jahrelang hatte der Halbleiterkonzern Millionen in das Sponsoring von Autorennen gesteckt, die Geschäfte wurden stets über Schneiders Firma BF Consulting abgewickelt. Doch offenbar nahm der Motorsportagent es mit den Gegenleistungen nicht so genau. Gelder von Co-Sponsoren unterschlug er. Damit das alles durch den Vorstand von Infineon ging, schmierte er das damalige Vorstandsmitglied Andreas von Zitzewitz. Der hatte Mitte August die Annahme von mindestens 70 000 Euro zugegeben. Immer wieder habe Schneider von Zitzewitz Umschläge mit Bargeld überbracht. Der Infineon-Vorstand gab damals zu Protokoll, auch Schumacher habe Geld genommen. Das habe ihm Schneider versichert.

Schneider selbst hat bislang abgestritten, dass auch Schumacher Geld bekommen habe. Vergangene Woche soll Schneider aber vor der Staatsanwaltschaft seine Aussage geändert haben.

Schumacher, der inzwischen für Francisco Partners arbeitet, lies den Vorwurf zurückweisen. Er habe kein Geld genommen, sagte sein Sprecher am Wochenende. "Herr Schumacher steht der Staatsanwaltschaft jederzeit für eine Aussage zur Verfügung." Die habe sich aber bislang noch nicht gemeldet. Schumacher war im Frühjahr 2004 von seinem Amt als Infineon-Chef zurückgetreten. Aufgrund von "Pflichtverletzungen bei seiner Amtsführung" zahlte Infineon nur die Hälfte der ausstehenden Bezüge in Höhe von 5,25 Mill. Euro aus. Dagegen klagte der ehemalige Topmanager und bekommt nun die volle Summe.

Fasse, Markus



25. September 2006

chinaman - Donnerstag, 28. September 2006 - 04:37
Handelsblatt Nr. 186 vom 26.09.06 Seite 11


Schumacher in Prozess schwer belastet

Ex-Infineon-Chef soll Geld genommen haben

MÜNCHEN. In der Affäre um Schmiergelder im Hause Infineon wird es für den ehemaligen Vorstandschef Ulrich Schumacher immer enger. Das Landgericht München hat den Motorsportagenten Udo Schneider gestern zu vier Jahren Haft verurteilt. Zuvor hatte Schneider Schumacher schwer belastet. Im Gegensatz zu früheren Darstellungen sagte Schneider aus, dass Schumacher in seiner Eigenschaft als Infineon-Chef zwischen 1998 und 2004 mehrere hunderttausend Euro bekommen habe. Schumacher habe das Geld genommen und zur Finanzierung seiner Leidenschaft als Hobby-Rennfahrer verwendet.

Schumacher bestritt auch am Montag die Vorwürfe. "Herr Schumacher erklärt mit Nachdruck, er habe keinen Cent genommen", sagte sein Sprecher. Für den heutigen Dienstag werde der ehemalige Infineon-Chef bei der Staatsanwaltschaft "umfassend" Stellung nehmen. Bislang ist noch keine Anklage gegen den ehemaligen Chef des Halbleiterkonzerns ergangen, der im Frühjahr 2004 überraschend von dem Spitzenjob bei Infineon abgelöst wurde.

"Ich habe alles versucht, damit ich bei Infineon im Geschäft bleiben kann", sagte Schneider am Montag. Schneider hat im Auftrag von Infineon Rennserien gesponsort, die Einnahmen von Co-Sponsoren aber unterschlagen. Die Schmiergelder seien geflossen, um das teure Motorsportengagement weiterzuführen.

Neben Schneider hatte auch der ehemalige Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz Schumacher schwer belastet. Zitzewitz hatte die Annahme von mindestens 70 000 Euro gestanden. Der Familienvater hat die illegalen Einkünfte genutzt, um am Wochenende seiner teuren Vorliebe für Motorradrennen frönen zu können. fas

fas



26. September 2006

chinaman - Mittwoch, 4. Oktober 2006 - 04:54
Handelsblatt Nr. 190 vom 02.10.06 Seite 18


SCHULDZUWEISUNG: Nach dem Insolvenzantrag der Handy-Werke wird nach den Ursachen gesucht - aber auch nach Perspektiven

Infineon fehlt der wichtigste Kunde

MÜNCHEN. Die Pleite von BenQ Mobile macht Infineon-Chef Wolfgang Ziebart einen dicken Strich durch seine sorgsam aufgestellte Rechnung: Auf einmal wackelt der Zeitplan, die verlustreiche Kommunikationssparte des Chipherstellers bis Mitte nächsten Jahres in die schwarzen Zahlen zu bringen. 15 Prozent aller Umsätze erwirtschaftete die Sparte zuletzt mit BenQ Mobile. Die Firma ist damit der wichtigste Kunde. Wie viel davon künftig noch übrig bleibt, ist völlig unklar.

"Es gibt sehr viele offene Fragen", sagte ein Sprecher von Infineon am Wochenende. Das Münchener Unternehmen prüfe derzeit die offenen Forderungen an BenQ Mobile. Es sei auch noch nicht klar, wo und in welchem Umfang bei BenQ Mobile weiterproduziert werde. Denn es sind nur Werke von der Insolvenz betroffen, die direkt zur deutschen Zentrale von BenQ Mobile gehören. Andere Fabriken, etwa in Asien, sind der Zentrale in Taiwan zugeordnet und können weiterarbeiten. Dorthin könnte Infineon seine Chips auch künftig liefern.

Die Kommunikationssparte ist eine von zwei Säulen, auf denen Infineon steht. Den dritten Pfeiler, die Speicherchips, hat der Konzern abgespalten und unter dem Kunstnamen Qimonda an die Börse gebracht. Deshalb ist es für die frühere Siemens-Tochter jetzt wichtig, die Kommunikation so schnell wie möglich in die schwarzen Zahlen zu bringen.

Analysten halten den Zeitplan aber für gefährdet. Die Pleite mache den "bisher für Mitte nächsten Jahres anvisierten Turnaround der Sparte zumindest unwahrscheinlich", urteilte die Landesbank Rheinland-Pfalz. Neue Kunden dürften den Umsatzausfall nicht kompensieren können, so die Experten.

Infineon bemüht sich seit Jahren, von seinem Hauptkunden BenQ Mobile, der ehemaligen Handysparte von Siemens, unabhängiger zu werden. Mit Firmen wie LG oder Samsung sind die Bayern auch schon ins Geschäft gekommen. Allerdings nehmen diese Unternehmen noch nicht die Volumen ab, die an BenQ Mobile gingen. Im vergangenen Quartal hat die Kommunikationssparte von Infineon bei 266 Mill. Euro Umsatz operativ 61 Mill. Euro Verlust gemacht.

Infineon steht mit seinen Sorgen nicht alleine da. Vor allem Zulieferer in den nordischen Ländern sind von der Insolvenz betroffen: Die schwedische Nolata, die hauptsächlich Kunststoffgehäuse für Handys produziert, gab bekannt, dass rund 18 Prozent ihres Umsatzes oder 70 Mill. Kronen (7,5 Mill. Euro) wegfallen. Der Konkurrent Teleca rechnet im schlimmsten Fall mit Verlusten von etwa 10,7 Mill. Euro. Die Aktien beider Unternehmen gaben am Freitag deutlich nach: Nolato fiel um 12 Prozent, Teleca um mehr als zehn Prozent.

Im Fahrwasser des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia aus Finnland haben sich in den vergangenen Jahren viele Zulieferer der Handy-Branche in Finnland, Estland und Schweden niedergelassen. jojo/hst

hst
jojo



02. Oktober 2006

Diskussionsforum der stw-boerse: DAX / MDAX: Infineon
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