Diskussionsforum der stw-boerse: DAX / MDAX: K+S
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al_sting - Montag, 9. Oktober 2017 - 18:21
Ach ja, mir gefällt die Präsentation auch nicht.
M.E. wurden relativ wenige Fakten von viel heißer Luft und PR-Gewäsch umhüllt. Mir hätten dafür auch zwei oder drei Folien bei den nächsten Quartals- oder Jahreszahlen gereicht - und im Vorfeld wären besser keine falschen Erwartungen geweckt worden.

Ich sehe es so: In den letzten Jahren hat K+S mit der neuen Mine in Kanada einen finanziellen Kraftakt hingelegt und sich dafür anständig verschuldet. Da ist es naheliegend, dass sie jetzt, nach Fertigstellung der Mine, bei den Ausgaben auf die Bremse treten, sich intern auf Sparpotnetiale konzentrieren und die Verschuldung erst einmal wieder herunterfahren.
Erst nach einiger Zeit (derzeitige Planung: so ab 2020) ist wieder Geld vorhanden, um Investitionen zum Ausbau von Geschäftsfeldern auszugeben.

Wenn man sich die Ebditamargen anschaut, ist das Salzgeschäft (primär De-Icing) derzeit offensichtlich margenstärker. Ein Verkauf hätte das verbleibende Kaligeschäft sehr anfällig für weitere Marktverwerfungen gemacht, ein Notverkauf in schwachen Zeiten wäre nicht unwahrscheinlich. Daher finde ich es richtig, nicht den kurzfristigen Marktspekulationen zu folgen, sondern etwas länger zu denken. Es ist auch für die Aktionäre besser, wenn man sich nicht in der schlechtesten Zeit zu Ramschpreisen an die Konkurrenz verkaufen muss.

Die Wachstumsprognosen ab 2030 fand ich sogar hochgradig ärgerlich. K&S ist in ein Rohstoffproduzent. Die Verkaufspreise werden vom globalen Markt gemacht, der Preissetzungsmacht von K&S ist, wie bei Rohstoffproduzenten generell, sehr gering.
Schon bei Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht und einem planbaren Absatzmarkt finde ich eine Prognose zum Umsatzwachstum in 13 Jahren sehr fragwürdig - aber gar in dieser Branche? Das ist keine fundierte Prognose, das ist Sternendeuterei!

Wenn ich also kritisieren will, dann das unnötige bsi irreführende Wortgeklingel des neuen Spitzenmanagements.

stw - Dienstag, 10. Oktober 2017 - 09:22
Ich habe nochmals eine Nacht drüber geschlafen und heute morgen die Position an K+S aus meinem Value-Wikifolio Stock-Picking nach Peter Lynch verkauft.

10% Gewinn sind nur ein kleiner Trost, denn eigentlich wollte ich K+S langfristig halten und damit Stabilität in mein Value-Portfolio bringen. Aber mit Plan-Zahlen für 2030 kann auch ich beim besten Willen nichts anfangen. Späterer Wiedereinstieg ist hier nicht ausgeschlossen, aber ich denke hier wird die Bodenbildung um 20€ jetzt lange Zeit brauchen.
Bin ich zu ungeduldig?

:-) stw

al_sting - Dienstag, 10. Oktober 2017 - 14:00
Ich finde, du gewichtest PR- und Marketinggewäsch zu hoch. Damit haben sich irgendwelche Berater eine goldene Nase verdient, und es spricht massiv gegen den neuen Vorstand, dass er so etwas an die Öffentlichkeit entließ, aber wichtigere Fragen sind bei K+S in meinen Augen:
Gibt es Abschätzungen, wie stark sich verschiedene Level des Kalipreises (den K+S nicht bestimmen kann) auf Umsatz und Gewinn bei K+S auswirken?
So etwas hätte ich mir in einer Strategievorstellung erhofft, verknüpft mir Szenarien, die zu diesen Preisen führen können.

Sie haben immerhin zwei zentrale Punkte richtig gemacht:
1. Das Salzgeschäft als Stabilisator in schlechten Zeiten nicht verkauft.
2. Für die nächsten Jahre eine Sparpolitik und Zurückhaltung bei Zukäufen versprochen.
Hätten sie hier eine andere Linie eingeschlagen, wäre ich ob der mittel- bis langfristigen Zukunft von K+S deutlich unrhiger geworden, auch wenn der Verkauf des Salzgeschäfts kurzfristig etwas Kleingeld in die Kasse gebracht hätte.

stw - Dienstag, 10. Oktober 2017 - 16:04
Danke für Deine Einschätzung. ICh werde K+S weiter interessiert beobachten.

:-) stw

al_sting - Dienstag, 10. Oktober 2017 - 22:02
Nachtrag 1: Bei KS reagiere ich auf Schwächen deutlich relaxter oder milder als beispielsweise bei Shopify, da im Kurs von K+S schon viiiele schlechte Nachrichten eingepreist sind - man ntiert nicht ohne weiteres unter Buchwert.
Da hilft oft schon eine Phase ohne schlechte Nachrichten, und die Aktie steigt wieder.

Nachtrag 2: Bei Salzgitter bin ich ausgestiegen, als der (m.E. sehr fähige) Chef schrieb, dass durchaus auch 7 Jahre mit schlechten Stahlpreisen und einer schwarzen Null denkbar seien. 7 Jahre waren mir zu lang. Ich meine es dauerte keine 2 Jahre, und levdul und du stiegen ein und wurden mit fetten Kursgewinnen belohnt. Ich selber hatte diesen Zeitpunkt leider verpasst.
Manchmal hat sich selbst der Chef so sehr an schlechte Weltmarktpreise gewöhnt, dass sie höhere Gewinne erst in einer (zu?) weit entfernten Zukunft erwarten.
Für mich ist wichtig, dass K+S erstens die schlechten Zeiten durchstehen, und dass sie zweitens bei steigenden Kalipreisen deutlich profitieren. Für den ersten Aspekt ist das Salzgeschäft wichtig, den zweiten Aspekt muss ich mir noch einmal näher anschauen.
Trotzdem muss ich mir bei Gelegenheit

al_sting - Dienstag, 7. November 2017 - 22:29
Verkauf K&S, morgiger Eröffnungskurs XETRA

Gründe siehe "Strategie Al Sting"

al_sting - Mittwoch, 8. November 2017 - 17:07
Erster Handel Xetra, 9:02 Uhr, Kurs 21,51 €
--> 600 x 21,51€ = 12.906 €

Bei der Berechnung der gesamten Performance fiel mir auf, dass ich im Mai die Dividende von 0,30€ nur für die Hälfte der Aktien eingebucht habe, obwohl ich sie hier im Faden für die ganze Position aufschrieb.
Die vergessene Dividende wird hiermit nachgebucht:
300 x 0,30€ = 90€

Gesamtertrag 697,50€ (5,6%) in 12 Monaten.
Auf dem Sparbuch und selbst bei festverzinslichen Papieren wäre das eine sehr gute Rendite, in Anbetracht meiner Depotperformance in diesem und dem letzten Jahr erscheint es aber eher wie eine schwarze Null.
Es bleibt bei dem frommen Wunsch: Mögen doch die gescheiterten Wetten noch lange so glimpflich ausgehen!

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