Diskussionsforum der stw-boerse: Auslandswerte: Facebook
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prof - Dienstag, 3. April 2018 - 19:52
Bei den Messengern stehen die Konkurenten Gewehr bei Fuß: Telegram und dann vor allem Threema mit echter Verschlüsselung soviel ich weiß.

Und wie al und mir dürfte Vielen die Datensammelwut auf den Nerv gehen. Aber ich gebe Dir Recht, es bleibt spannend!

stw - Dienstag, 3. April 2018 - 20:10
Ich bin gespannt wie das Geschäftsmodell eines solchen alternativen Angebotes aussieht. Was glaubt ihr wieviel % der Bevölkerung einen fairen Preis für solche Dienste zahlen wird, wenn sie tatsächlich nicht werbefinanziert sein sollen?

:-) stw

al_sting - Dienstag, 3. April 2018 - 20:54
3 Fragen zum Potential:

Einnahmen:
1. Welche neuen Erlösquellen jenseits von Werbung kann Facebook denn mit Whatsapp, Instagram und dem Messenger erschließen? Glaubst du, dass diese Angebote jemals kostenpflichtig werden?
2. Wie viel Wachstum hat der Online-Werbemarkt noch pro Jahr? Und wie viel stärker als dieser Werbemarkt kann Facebook mit seinen ganzen werbefinanzierten Angeboten denn noch wachsen, angesichts des bereits hohen Marktanteils?

Ausgaben:
3. Erwartest du bei FB zukünftig eher eine sinkende Kostenquote durch Scale-Up-Faktoren oder eine steigende Kostenquote durch intensivere Missbrauchskontrolle der eigenen Angebote, Abwehr von Konkurrenten und Abwehr öffentlicher und staatlicher Kontrollversuche?

al_sting - Dienstag, 3. April 2018 - 20:59
Alternative Geschäftsmodelle:
Messenger-Dienste: Signal (mein Messenger-Dienst der Wahl) verdient über "nebenbei abfallende" SMS an Nicht-Signal-Mitglieder.

Andere Geschäftsmodelle: Über nicht personlifizierte Werbung lässt sich auch solide verdienen. Weniger als über personifizierte Werbedienste und Datenverkauf der Nutzer an Analytica % Co, aber das bleibt immer noch mehr als auskömmlich. Die Konkurrenten können sich mit niedrigeren Margen zufriedengeben und immer noch reich werden. Das ist der Nachteil zu hoher Umsatzmargen.

stw - Mittwoch, 4. April 2018 - 10:45
1. Ich glaube zum Beispiel, dass Facebook in der Lage sein könnte, mit einer Peer2Peer - Payment-Funktion in Whatsapp den Finanzmarkt zu disrupten. Diese Funktionalität wird gerade in Indien als Testmarkt ausgerollt.

2. Wie kommst Du darauf, dass der Online-Werbemarkt nicht mehr wachsen könnte? Er hat sich in den USA in den vergangenen 3-4 Jahren verdoppelt und macht aber nach wie vor nur einen geringen Teil am gesamten Werbemarkt aus. Dieser Trend (weg von klassischen Medien wie TV, Rundfunk, Print) hin zu Online ist langfristig und wird noch viele Jahre andauern. Onlinewerbung ist viel mehr als nur das Ad-Geschäft, da geht es jetzt um Video-Dienste etc. Das steht doch alles erst am Anfang der Entwicklung.

3. Ich erwarte zumindest kurz- und mittelfristig eine steigende Kostenquote bei FB. Die derzeitigen Margen werden nicht zu halten sein. Aber das ist m.E. im Kurs längst enthalten. Und bis jetzt hat FB noch mit JEDEM Quartalsbericht positiv überrascht was die Profitabilitt angeht.

Ich erwarte auch kein allzu grosses Wachstum aus dem Ur-Facebook-Dienst mehr. Aber Instagram, Whatsapp und Messenger haben (zusammen) heute schon weit mehr Benutzer. M.E. wird bei der Diskussion um die Aktie viel zu sehr das Facebook-Netzwerk mit dem Facebook-Konzern gleichgesetzt.

Ich bin sehr gespannt, ob/wann ein alternativer Messenger sich wirklich außerhalb einer NIsche durchsetzen kann. Mit wem kannst Du mit "Signal" derzeit kommunizieren, ohne SMS-Gebühren zu zahlen? Die Netzwerkeffekte einer grossen Nutzerbasis sind so unglaublich mächtig, da ist schwer gegen anzukommen...

:-) stw

al_sting - Mittwoch, 4. April 2018 - 18:14
"1. Ich glaube zum Beispiel, dass Facebook in der Lage sein könnte, mit einer Peer2Peer - Payment-Funktion in Whatsapp den Finanzmarkt zu disrupten."
Das wäre beeindruckend, weil Facebook damit bei einer Tochter ein anderes als das bisher extrem erfolgreiche Geschäftsmodell monetarisieren würde. Ich bin skeptisch, weil das mit der Firmenkutur vieler Unternehmen nicht gelingt.

"2. Wie kommst Du darauf, dass der Online-Werbemarkt nicht mehr wachsen könnte?"
Ich rede nicht von nicht mehr, ich erwarte eine Abschwächung des Wachstums auf zukünftig 10-15%.
Und bei FB ein Umsatzwachstum bestenfals analog zum gesamten Werbemarkt.
Und eine steigende Kostenquote, also ein Gewinnwachstum unterhalb des Umsatzwachstums.

Ergo ein Gewinnwachstum unter 15%. Dafür erscheint mir eine MArktbewertung zum 30-fachen Gewinn überteuert.

"Ich bin sehr gespannt, ob/wann ein alternativer Messenger sich wirklich außerhalb einer NIsche durchsetzen kann."
Gerade in der Internet-Branche ist der Wechsel der Moden ein stetiger Begleiter. In meinem Bekanntenkreis war ICQ mal sehr weit verbreitet, später Studi-VZ. Die MySpace-Welle ging an mir vorbei, hatte aber auch mal mächtig Power.
Soziale Netzwerke kamen, explodierten, und wurden nach erkennbaren Problemen abgelöst. Bei Facebook wachsen die Probleme gerade, das Vertrauen in den Konzern ist beschädigt.
Die Wechselschmerzen sind überschuabar. Man holt sich zusätzlich ein Konkurrenzprogramm, nutzt es mit Teilen des Freundes- und Bekanntenkreises, schließlich vielleicht mehr und mehr, und wenn es verschmerzbar wir, lässt man das alte Programm irgendwann schleifen. Ich habe mich bei ICQ und StudiVZ nie abgemeldet, sondern schlicht nicht mehr eingeloggt.

"Mit wem kannst Du mit "Signal" derzeit kommunizieren, ohne SMS-Gebühren zu zahlen?"
5-10% meiner Bekannten und Freunde. Noch keine kritische Masse, aber derzeit spürbar wachsend.
Ich habe eh eine SMS-Flat, da ich schon beruflich viele SMS versende.

Aber egal. Ich kaufe FB nicht, shorte es aber auch nicht. Und ganz bestimmt logge ich mich mit dem Account von FB oder von WhatsApp nicht in anderen Blogs oder Portalen ein.

prof - Mittwoch, 4. April 2018 - 18:36
So jetzt habt Ihr Eure gegensätzlichen Positionen aber ordentlich dargelegt. Lassen wir den weiteren Kursverlauf sprechen!

isabellaflora - Donnerstag, 5. April 2018 - 12:24
Hallo Prof,

ich habe noch ein Ticket ;-) Dann sei es genug.

al_sting hat es wesentlich herausgearbeitet:

Facebook hat kein (!) Alleinstellungsmerkmal wie die anderen Tech-Giganten. Ich mache mir z.B. den Spaß und verschenke allen meinen Lieben für 2 Euro die Threema-App ;-)

Die anderen Tech-Giganten sind einerseits ziemlich von Facebook genervt, weil FB die ganze Branche in Verruf geraten lässt (Stichwort tech lesh), und andererseits hoch erfreut, wenn FB die Werbeclaims zu Gusten derselben Techs aufgeben muss.

Ein Bezahlservice für FB greift gar nicht, denn seit der Antike und wohl auch schon vorher gilt:

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht,
und wenn er auch die Wahrheit spricht.

Gajus Julius Phaedrus

(1. Hälfte des 1. Jh. n. Chr.), griechischer Fabeldichter, ehemaliger römischer Sklave

Und zum Schluss: FB hat in den letzen drei Jahren unglaubliche Umsatzsprünge gemacht und hat dennoch nie die KGVs von Tesla und Amazon nur annähernd erreicht - gibt es dafür eine Erklärung? Jedenfalls werden die Umsätze in diesem Maße nicht steigt und das KGV auch nicht => FB fehlt die Phantasie.

Gruß isa

covacoro - Freitag, 6. April 2018 - 18:02
So, nun auch noch was zu Facebook und WhatsApp:
https://www.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-1281/

Social-Media-Unternehmen sterben schnell.

Zitat: "Kennen Sie noch ICQ? 1996 eingeführt, war das eine der führenden Chat-Anwendungen. Heute ist diese Applikation völlig von den neuen Platzhirschen wie WhatsApp, Snapchat und Facebook (FB 161.4 1.29%) Messenger verdrängt worden.

ICQ ist nur ein Beispiel von vielen dafür, wie schnell sich das Blatt in der Online-Welt wenden kann. Daran sollte sich auch Facebook-CEO Mark Zuckerberg erinnern, dessen Unternehmen wegen des Handels mit Nutzerdaten unter Druck gerät.

Die obige Grafik illustriert den schnellen Aufstieg und Niedergang von Social-Media-Applikationen in der Vergangenheit anhand von Google-Trends. Die Kurven zeigen, wie häufig die Applikationen im Vergleich zur Vergangenheit gesucht wurden. Die Spitze ist jeweils die maximale Popularität für die jeweilige Anwendung.

Gemäss dieser Auswertung erreichte der Facebook-Vorgänger Myspace seine grösste Popularität um das Jahr 2008 (vgl. erste blaue Kurve). Vier Jahre später haben nur noch ein paar Nostalgiker danach gesucht. Die Daten zeigen aber auch, dass auch Facebooks Stern am Sinken ist. Die maximale Popularität war schon 2013 erreicht (vgl. violette Kurve).

An der Grafik kann kritisiert werden, dass Suchabfragen vielleicht nicht die richtige Messgrösse für die Popularität einer Chat-Applikation sind. Niemand sucht auf Google nach dem Begriff «Facebook», wenn schon alle die Webseite verwenden.

Ein weiteres Trostpflaster für Zuckerberg: Das Tochterunternehmen WhatsApp wird immer stärker gesucht – was der Chat-Applikation ein weiterhin schnell steigende Nutzerzahl verspricht."

al_sting - Mittwoch, 25. April 2018 - 22:22
Die Unprofessionalität von Facebook überrascht mich immer wieder. Früher oder später dürfte sich das bitter rächen.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-community-standards-sind-verbale-ausschussware-a-1204664.html

levdul1 - Donnerstag, 26. Juli 2018 - 11:17
Nach dem Kurssturz heute Nacht sind Discountzertifikate mit über 20 % Discount bei 20 % jährlicher Rendite zu haben. Hier sehe ich ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis und gehe mit einem Abstauberlimit in den Markt.

Leider können auf der Wikifolio-Plattform keine Zertifikate auf US-amerikanische Aktien mehr gehandelt werden. Ebenfalls eine starke Einschränkung.

stw - Donnerstag, 26. Juli 2018 - 18:33
Dieser Crash hat mich auf dem falschen Fuss erwischt. Hier meine Einschätzung zur Lage bei Facebook: https://www.wikifolio.com/de/de/blog/stwboerse-reality-check-bei-facebook

prof - Freitag, 27. Juli 2018 - 13:00
@levdul: Das klingt interessant, hast Du mal bitte eine WKN?

levdul1 - Freitag, 27. Juli 2018 - 13:58
Leider war die Kalkulation der comdirect-Plattform zu diesem Thema schlichtweg falsch. Wahrscheinlich konnte der starke Kurssturz gestern nicht online verarbeitet werden. Heute sind wieder die richtigen Zahlen am Start und da sieht es leider nicht mehr so paradiesisch aus. 14 % Discount und 13 % Seitwärtsrendite bekommt man.

Gut, dass du mich noch mal darauf hingewiesen hast !

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