Diskussionsforum der stw-boerse: Auslandswerte: Dänemark
al_sting - Mittwoch, 21. Dezember 2016 - 00:05
Ich überlege seit geraumer Zeit, einen Fuß in den hochriskanten Markt der Schiffsreedereien zu setzen.
Starke Überkapazitäten, grottenschlechte Stimmung, Blut und Tränen allüberall, perfekte antizyklische Bedingungen. http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/schifffahrtskrise-fondsanlegern-droht-totalverlust-14583012.html
Aber ich gestehe, in den richtig heftig volatilen Markt der Containerschiffahrt traue ich mich noch nicht.
Daher probiere ich mich zum Einstieg bei der weltgrößten Linienreederei, Moeller-Maersk.
Gründe:
- Moeller-Maerst hat gerade die Reederei-Tochter von Oetker übernommen, ist also Jäger und nicht Gejagter. Das spricht schon mal für innere Stärke.
Der Markt konsolidiert sich derzeit sehr spürbar, das könnte in absehbarer Zeit zu auskömmlicheren Margen führen.
- Die Linienreeder haben ihre Margen auch jetzt schon zumindest etwas besser im Griff als die "tonnage providers" (Herzlichen Dank an monopole für seine gewohnt kenntnisreiche Kurzeinführung bei antizyklisch-investieren!!!). An jenen Markt traue ich mich derzeit noch nicht, das hat m.E. noch keine Eile.
- Moeller-Maersk hat seine "wilde" Holdingstruktur schon deutlich verstärkt und konzentriert sich "nur noch" auf die Bereiche Transport & Logistik (via Wasser) und Energie/Öl. Früher war noch viel mehr dabei, beispielsweise hielten sie bis 2014 fast 50% des auch in Deutschland aktiven dänischen Lebensmitteldiscounters Netto (mit Hund). Jetzt wollen sie auch die Ölbranche zum Verkauf stellen und sich komplett auf die Transportlogistik konzentrieren. Diesen Umbau finde ich interessant und chancenreich. Falls er von einem Aktiensplit begleitet werden sollte, muss das der Aktie auch nicht schaden, bei Kursen über 1.000€ sind eine Menge Kleinaktionäre per se abgeschreckt.
- Der Chart von Moeller-Maersk spricht für eine rcht große innere Stärke, nicht für Panik und Abverkauf unter den Aktionären. Ja, hier nutze ich auch charttechnische Argumente.
- Dazu gibt es hier auch eine ganz frische, wie üblich sehr lesenswerte Analyse von value shares: http://value-shares.de/2016/12/20/maersk-logistik-und-energie/ Der Autor ist von Moeller-Maersk nicht überzeugt, legt aber in meinen Augen teils auch extrem vorsichtige Bewertungsparameter an.

Langer Rede kurzer Sinn, ich baue eine halbe Position auf. Dabei interessiere ich mich für die stimmbehaftete und trotzdem billigere Aktie A, ISIN DK0010244425 :
Kauf 4 (!!!) Stück, nächster Kurs Frankfurt


Achtung! Ich habe hier auf eine Bewertung nach Gewinn oder Buchwert verzichtet. Ich denke, diese sind in der sehr volatilen Branche nur begrenzt aussagekräftig. Aber natürlich steigt damit das Risiko weiter.

levdul1 - Mittwoch, 21. Dezember 2016 - 10:02
Die Aktie ist sehr günstig bewertet und solide finanziert. Der langfristige Chart sieht auch recht OK aus.

Für mich persönlich nichts, da die Margen selbst der guten Jahre nicht meinen Anforderungen entsprechen.

prof - Mittwoch, 21. Dezember 2016 - 11:08
In 2016 ging es unter hoher Volatilität um ca. 30 % steil bergauf, der 10-Jahreschart sieht trendlos und volatil aus. Eher nichts für mich!

al_sting - Donnerstag, 22. Dezember 2016 - 19:58
Nächster Handel heute 9:09 Uhr, Kurs 1.451,52€
--> 4 x 1.451,52€ = 5.806,08€

al_sting - Mittwoch, 15. Februar 2017 - 20:43
Auch AP Möller Maersk spürt die Krise und hat für 2016 solide rote Zahlen abgeliefert. Die Dividende soll halbiert werden.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/reederei-rutscht-tief-ins-minus-knall-bei-moller-maersk-ld.144283
Knall bei Møller-Maersk
8.2.2017 (dpa) Die weltgrösste Reederei A.P. Møller-Maersk ist auch zum Jahresende 2016 nicht aus der Krise gekommen. Nach einem Milliardenverlust beim dänischen Reedereikonzern hat Vorstandschef Michael Pram Rasmussen nach 14 Jahren seinen Rückzug angekündigt. «Der Zeitpunkt für mich, als Vorstand zurückzutreten, ist sowohl für mich als auch für das Unternehmen der richtige», teilte er am Mittwoch mit.

«Es war ein schlechtes und nicht-zufriedenstellendes Jahr», sagte der neue Konzernchef Soren Skou, der zuvor die schwächelnde Container-Frachtsparte leitete, in der Überkapazitäten den Anbietern zusetzen. Die Dividende für 2016 soll nun halbiert werden. Skou baut das Unternehmen um. Unter anderem soll die Energiesparte abgetrennt werden. Außerdem haben die Skandinavier gerade in Deutschland zugegriffen und übernehmen die traditionsreiche Reederei Hamburg Süd.

Hohe Abschreibungen in seinen Ölsparten und die Krise in der Container-Schifffahrt trieben die Maersk-Gruppe 2016 tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich machte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 1,9 Mrd. $ (rund 1,78 Mrd. €) Verlust. Analysten hatten dagegen einen Gewinn von 324 Mio. $ erwartet. Der Umsatz sank von knapp 40,4 auf rund 35,5 Mrd. $. Vor allem Abschreibungen verhagelten die Bilanz. An der Börse in Kopenhagen büssten Maersk-Aktien daraufhin mehr als vier Prozent an Wert ein.

Pram Rasmussen will sich bei der Hauptversammlung Ende März nicht zur Wiederwahl stellen. Nachfolger soll Vorstandsmitglied Jim Hagemann Snabe werden, der auch schon im Vorstand des Software-Konzerns SAP sass und im kommenden Jahr wohl Aufsichtsratschef von Siemens wird.

Sein Ölgeschäft will Møller-Maersk in den nächsten zwei Jahren ganz oder in Teilen abspalten. Die Container-Schifffahrt sieht der Konzern 2017 wieder zuversichtlicher. Anfang Dezember hatte die Oetker-Gruppe angekündigt, ihre Reederei Hamburg Süd wegen der anhaltenden Flaute im Container-Geschäft an Maersk zu verkaufen. Stimmen die Kartellbehörden zu, soll der Deal bis Ende 2017 über die Bühne gehen.

al_sting - Dienstag, 11. April 2017 - 20:55
Aufstockung auf eine ganze Position, Zukauf 4 Stück, nächster Kurs Frankfurt.

al_sting - Mittwoch, 12. April 2017 - 11:23
Korrektur: Kauf 5 Stück (Positionszielgröße 14.000)

al_sting - Donnerstag, 13. April 2017 - 16:38
Nächster Handel, heute 15:47 Uhr, Kurs 1534,51€
--> 5 x 1534,51€ = 7.672,55€

Durchchnittlicher Kaufkurs: 1497,63€

al_sting - Dienstag, 11. Juli 2017 - 10:47
Die Konsolidierung bei den großen Linienreedereien geht weiter, Cosco Shipping (China) will OOCL (Orient Overseas Container Line, Hongkong) für 6,3 Mrd.$ kaufen.
https://www.nzz.ch/wirtschaft/containerschifffahrt-cosco-shipping-greift-nach-konkurrent-ld.1305321
Der Kaufpreis liegt 50% über dem durchschnittlichen Aktienkurs der letzten Zeit. Davon profitiert auch die Aktie von Moeller Maersk, zeigt es doch ganz allgemein die Kurspotentiale bei Linienreedereien auf.

al_sting - Dienstag, 18. Juli 2017 - 21:53
@ Prof: Ist Moeller Maersk nicht ein Chart ganz nach deinem Geschmack? Ein stetiger, ruhiger und stabiler Anstieg seit Anfang 2016.

prof - Mittwoch, 19. Juli 2017 - 21:15
Du suchst jemanden als Ausstiegs - Signalgeber. ;-)

Chart sieht ganz manierlich aus, ich werde mich aber wohl bis Ende September zurückhalten!

al_sting - Donnerstag, 20. Juli 2017 - 11:32
Aber immer, der pure Eigennutz. ;-)

prof - Donnerstag, 20. Juli 2017 - 15:45
In S&T sowie Mutui hast Du mich auch "hereingelockt" ...

al_sting - Donnerstag, 20. Juli 2017 - 21:05
Bei S&T erleichtert mir die Rückendeckung des Charties auch durchaus das Halten. :-)

al_sting - Montag, 21. August 2017 - 13:16
Amazon vs Maersk: The clash of titans shaking the container industry (via MMI) http://blogs.platts.com/2017/08/18/amazon-maersk-clash-titans-container-shipping/

al_sting - Montag, 21. August 2017 - 15:17
Und wieder Maersk, die Abspaltung des Ölgeschäfts kommt voran, Total will kaufen. Damit sollte Maersk den Kauf von Hamburg-Süd bezahlen können: http://de.reuters.com/article/d-nemark-maersk-total-idDEKCN1B10N7

Total übernimmt Öl- und Gasgeschäft von Maersk

Paris/Kopenhagen (Reuters) - Der französische Energieriese Total baut sein Geschäft mit einer milliardenschweren Übernahme aus.

Der Konzern erwirbt die Öl- und Gassparte der dänischen Reederei A.P. Moeller-Maersk, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Der Wert der Transaktion liege bei 7,45 Milliarden Dollar (rund 6,3 Milliarden Euro). Maersk will sich künftig auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Der Weltmarktführer hatte im Frühjahr angekündigt, für knapp vier Milliarden Euro vom Oetker-Konzern die Reederei Hamburg Süd zu übernehmen.

Total kauft von Maersk unter anderem Felder in der britischen und norwegischen Nordsee und setzt auf Synergieeffekte von mehr als 400 Millionen Dollar pro Jahr. Der Erwerb der Geschäfte zahle sich umgehend aus und biete in den kommenden Jahren weitere Wachstumschancen, sagte Konzernchef Patrick Pouyanne. Es sei Zeit gewesen, etwas zu unternehmen, da die Preise und Kosten gesunken seien. Für Total ist es der größte Öl-Deal seit der Übernahme von Elf im Jahr 2000.

Auch Konkurrenten wie BP, Statoil und ExxonMobil waren zuletzt in Kauflaune. Total-Aktien notierten am Montag zeitweise fast ein Prozent im Minus, während die Papiere von Maersk fast vier Prozent zulegten.

Maersk erhält der Vereinbarung zufolge Total-Aktien im Wert von 4,95 Milliarden Dollar. Zudem übernehmen die Franzosen Schulden von 2,5 Milliarden Dollar. Das Aktienpaket entspricht einer Beteiligung in Höhe von 3,75 Prozent. Maersk kündigte an, die eigenen Aktionäre sollten von dem Deal profitieren. Dies könne etwa in Form einer Sonderdividende oder eines Aktienrückkaufs geschehen.

al_sting - Dienstag, 22. August 2017 - 11:22
Mario von Value Shares hatte sich vor einiger Zeit an einer Analyse von Maersk versucht. (Er hat danach die Finger von der Firma gelassen). http://value-shares.de/2016/12/20/maersk-logistik-und-energie/

Damals hat er Maersk Öl wie folgt bewertet:
"Zur Bewertung von Maersk Oil habe ich mich wieder für einen Vergleich mit börsennotierten halbwegs vergleichbaren Gesellschaften entschieden. Ich habe dafür Statoil und ConocoPhillips herangezogen. Erstere weil sie auch einen Schwerpunkt bei Nordsee Offshore hat und Zweitere weil sie durch die Aufspaltung ebenfalls nur noch auf das Upstream Geschäft konzentriert ist.

Die Bewertung über die Multiples überzeugt mich im Grunde nicht, denn die Spanne der Ergebnisse ist extrem (obwohl ich negative Werte über das EBIT schon ausgeklammert habe) und damit nicht besonders plausibel. Die niedrigste Bewertung für Maersk Oil beträgt USD 10,9 Mrd. über den Cash Flow Faktor von Statoil für die ersten 9 Monate 2016. Die höchste Bewertung wären etwas absurde USD 67,5 Mrd. über den EBIT Multiplikator von Statoil für das 3. Quartal 2016. Das extrem gestreute Ergebnis zeigt, dass man da eigentlich nicht so pauschal dran gehen darf. Ich werde trotzdem mal den niedrigsten Wert nehmen und sehen was am Ende rauskommt."

Der Verkaufspreis betrug etwa 7,5 Mrd$, als noch einmal deutlich weniger als Marios konservativste Schätzung von 10,9 Mrd $. Und dann noch in Aktien und nicht in Cash. Das klingt nach einem recht verzweifelten Verkauf von Maersk.

levdul1 - Mittwoch, 27. September 2017 - 09:26
Schleichend und unauffällig hat sich der Baltic Dry Index von unter 500 Punkten in 2016 auf mittlerweile 1500 Punkten hochgearbeitet.

Ist die Zeit der extremen Überkapazität auf den Meeren vorbei ?

al_sting - Mittwoch, 27. September 2017 - 19:02
Ganz ehrlich: Keine Ahnung!
John Fredriksen hat gerade eine Tochtergesellschaft ein paar Schiffe verkaufen lassen. http://www.tradewindsnews.com/finance/1352635/golden-ocean-and-scorpio-bulkers-fall-despite-win-win-deal

Sehe ich als Indiz an, dass er mit einem temporären Hoch rechnet, das nicht lange anhält, und andere Anleger das zum Mitnehmen von Gewinnen nutzen.

al_sting - Dienstag, 7. November 2017 - 13:20
3:14:

Gewinnwarnung bei Moeller Maersk
- Die Umsatz- und Gewinnausfälle durch einen Hackerangriff im Sommer sollen noch größer sein als ursprünglich geschätzt, mittlerweile ist die Rede von 250-300 Mio€ an Extrakosten
- bei Maersk Drilling und den Häfen kam es zu Wertberichtigungen = Abschreibungen.
- Der gestiegene Ölpreis wirkt sich kostentreibend aus.
- Allerdings stabilisieren sich die Frachtraten ebenfalls, was die Einnahmen erhöht.

Die Entflechtung des Firmenkonglomerats setzt sich ebenfalls fort:
- Dass Maersk Öl (Ölfelder) an Total verkauft wird, hatte ich ja schon gepostet
- Am 10. Oktober hatt MM die Öltanker für 1,7 Mrd$ an die APM Holding verkauft.
- Von Maersk Drilling will man sich in den nächsten 12 Monaten auch trennen
- Die verbliebene 19% Beteiligung an der Dansk Supermarked Group (in Deutschland mit Hunde-Netto vertreten) wird für 861 Mio$ abgegeben, wie am heutigen 7. November angekündigt wurde http://www.esmmagazine.com/moller-maersk-sells-stake-dansk-supermarked-group/51509

Meine Hoffnung & Erwartung: Kostenseitig einmalige Belastungen (Cyberattacke, Sonderabschreibungen), während sich die Einnahmenseite durch steigende Frachtraten dauerhaft verbessert. Daher erwarte ich auf mittlere Sicht eine Verbesserung der Lage.

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