Diskussionsforum der stw-boerse: Auslandswerte: BBBY
levdul1 - Donnerstag, 12. Mai 2016 - 10:47
Kaufauftrag 200 Stück Bed, Bath & Beyond mit Limit 38,30.

BBBY ist ein US-amerikanischer Einzelhandelsriese, welcher, wie der Name schon sagt, sich hauptsächlich mit Artikeln für Schlafzimmer und Bad beschäftigt. Dabei ist das Unternehmen extrem profitabel und wächst auch noch organisch.

Aufgrund des Preisdrucks durch den Internethandel werden für die nächsten Jahre sinkende Margen erwartet. Das hat den Kurs stark unter Druck gebracht. Seit dem Hoch hat die Aktie schon fast 50 % abgegeben.

Da ich nicht glaube, daß das Geschäftsmodell komplett den Bach runter geht (Matratzen liegt man gern Probe und Bäder schaut man sich auch direkt an), gehe ich hiermit eine Spekulation auf einen Rebound ein.

P.S. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren aggressiv Aktien zurückgekauft, Deswegen der stagnierende Buchwert.

prof - Donnerstag, 12. Mai 2016 - 13:18
Charttechnisch riskant, SL unter 42 $ wäre sinnvoll.

levdul1 - Freitag, 13. Mai 2016 - 08:12
Der Kauf ist gestern abend zu 38,29 € durchgegangen.

levdul1 - Donnerstag, 12. April 2018 - 08:27
Mein Wikifolio-Wert Bed Bath & Beyond ist gestern um weitere 13 % eingebrochen.

Bei einem Aktienkurs von rund 20 USD wurde eine Gewinn von 1,41 USD berichtet. Die Guidance für 2018 sieht einen Gewinn von ca 2 USD vor. Die Dividende wurde von 15 auf 16 Ct pro Quartal erhöht.

Ich verstehe die Reaktion des Marktes nicht ganz, werde mich aber in die Interpretationen der Zahlen einlesen, welche sicherlich in den nächsten Tagen zuhauf publiziert werden.

stw - Donnerstag, 12. April 2018 - 10:01
Na da bin ich gespannt auf Dein Analyse. Es kanngut sein, dass bei dem ein oder anderen Einzelhändler jetzt gerade eine Übertreibung nach unten passiert. Aber nachdem ich mir im vergangenen Jahr mit Fossil etwas die Finger verbrannt habe, wäre ich da jetzt noch vorsichtiger.

:-) stw

levdul1 - Donnerstag, 12. April 2018 - 12:14
Sicherlich bergen diese Unternehmen Risiken. Wobei Fossil ungleich spekulativer war als BBBY.

Deinen Ein- und Ausstieg bei Fossil konnte ich letztes Jahr nicht nachvollziehen. Das sah mir stark nach Bauchgefühl aus. Hättest du damals eine ruhige Hand bewiesen, wäre die Position jetzt über 20 % im Plus. Ich glaube du warst damals einfach erschüttert von der Tollpatschigkeit des Managements in der Kommunikation ...

Sicherlich muss man diese spekulativen turn around Geschichten entsprechend niedrig gewichten. Ich finde sie aber sehr interessant als Depotbestandteile mit geringer Marktkorrelation.

prof - Donnerstag, 12. April 2018 - 17:41
Ich denke, alles was mit Einzelhandel zu tun hat wird gnadenlos runtergeprügelt. Wenn man sich den Trend zum Onlinehandel ansieht, ist das vielleicht auch berechtigt. Sicher finden hier auch Übertreibungen nach unten statt, aber der Trend wird meiner Meinung nach im stationären Einzelhandel nach unten gehen.

Ist es da nicht ungleich leichter, in einer aufsteigenden Branche zu kaufen. Selbst wenn man hier mal ein Top erwischt und anschließend kommt erst mal ein Tal, so kann man doch auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends und somit das nächste Top hoffen.

stw - Donnerstag, 12. April 2018 - 18:50
Prof spricht mir aus der Seele :-)
Und was Fossil angeht, so war der Ausstieg nur konsequentes Befolgen meiner Strategie. Bei Buchverlusten von 20-30% entscheide ich über Nachkauf oder Verkauf. Und ich war nicht genug von Fossil überzeugt, um den Nachkauf durchzuziehen. Also blieb mir nur der Ausstieg.
Es ist wichtig, eine Strategie zu haben und die dann auch konsequent zu befolgen. Auch wenn es manchmal schmerzt und sich im Einzelfall später als falsch herausstellt. Das gehört dazu...

:-) stw

levdul1 - Donnerstag, 12. April 2018 - 20:42
@ Prof

Vollkommen richtig. Der Grundstock eines Depots sollte zukunftsorientiert sein.

Die eine oder andere turn around Spekulation diversifiziert aber das Depot effektiv.

levdul1 - Donnerstag, 12. April 2018 - 20:56
Noch ein paar Gedanken zum Einzelhandel. Es gibt Handelsunternehmen deren Aktien kurz unter dem Allzeithoch notieren. Mir fallen dazu Ross Stores und Home Depot ein.

Es gibt also durchaus Konzepte, welche die Kunden immer noch in die Konsumpaläste lockt. Meine Spekulationen zielen darauf ab, dass die angeschlagenen Unternehmen ebenfalls Konzepte entwickeln, die langfristig wieder zu einer höheren Ertragskraft führen.

covacoro - Donnerstag, 12. April 2018 - 23:16
Beide Strategien funktionieren - die eine nennt sich Momentum/Trend und die andere Value/Contrarian.
Man sollte den Stil bevorzugt anwenden, den man psychologisch diszipliniert umsetzen kann - egal welcher.

Nicht jeder kann mit dem Trend gehen und bereits teure Aktien kaufen und halten...
Nicht jeder fühlt sich mit einem Kauf in einen ausgebombten Wert, der aus der Mode ist, wohl.

Gut ist, wenn man beide Stile verstehen und nutzen kann, bzw. gelernt hat, seine Positionen diesbezüglich richtig zu handhaben. Davor ziehe ich den Hut.

Warum versuche ich es bevorzugt mit Value/Contrarian?
Weil es nicht so selten ist, dass aus einer Contrarian Aktie ein Momentum Titel wird und dann hat man u.U. eine sehr lange Aufwärtsphase (siehe FACC).


Der Trendinvestor muss sich erstmal sicher sein, dass ein Kaufsignal vorliegt und dann wieder, dass der Trend gebrochen ist... was die Gefahr erhöht, nur kleine Gewinne in kurzen Schüben zu machen bzw. zu früh wieder draußen zu sein.

Aber wahrscheinlich schätze ich das so ein, weil ich ein schlechter Trendinvestor bin, trotz 20+ Jahren Teilnahme am Geschehen. :-)

Covacoro

al_sting - Freitag, 13. April 2018 - 11:01
"Es gibt also durchaus Konzepte, welche die Kunden immer noch in die Konsumpaläste lockt. Meine Spekulationen zielen darauf ab, dass die angeschlagenen Unternehmen ebenfalls Konzepte entwickeln, die langfristig wieder zu einer höheren Ertragskraft führen."
Besondere Problematik des stationären Einzelhandels: Ein großer Kostenblock sind oft langfristige Mietverträge. Wenn die Umsätze sinken und einzelne Läden tief in die roten Zahlen rutschen, kann dieser Kostenblock nur sehr langsam reduziert werden. Die gerne beklagten Verzögerungen und Kosten für Entlassungen bei notwendigen Einsparungsmassnahmen sind ein Klacks dagegen, das geht relativ schnell.
Langfristig klingt immer gut, aber der Patient überstehen. Daran hapert es in der Branche häufig.

levdul1 - Freitag, 13. April 2018 - 11:28
@ Al

Damit hast du den Nagel auch ziemlich auf den Kopf getroffen. Obwohl der Gesamtumsatz weiter wächst, geht der 'same store sale' langsam zurück. Ich muss mich in das Thema tiefer einlesen, um zu sehen, ob das Management dafür Gegenstrategien hat.

levdul1 - Freitag, 13. April 2018 - 13:34
Hier noch eine Kurzanalyse zu BBBY.

Das Unternehmen wird im Augenblick bei einem KBV von 0,8 und einem KGV von 7,4 gehandelt. Die Eigenkapitalquote beträgt ca. 40 %.

Was den Investoren extrem sauer aufstösst ist, dass sie alle drei Monate vom CEO den gleichen Brei vorgetragen bekommen und kein Ende des Leidens ins Sicht ist. Bei der Analystenkonferenz zu den Quartalszahlen wurde der CEO recht grob in die Zange genommen und konnte sich nur mit Stammeln und Platitüden über die Zeit retten.

Woran krankt das Unternehmen ?
Einerseits sinkt die Ertragskraft durch interne Bonusprogramme. Dort werden 20 % Sofortrabbat auf jeden Einkauf und kostenlose Lieferung angeboten. Da anscheinend immer mehr Kunden dies in Anspruch nehmen, sinkt der Profit.

Der zweite Grund ist, dass der online Handel als Konkurrenz des stationären Handels auftritt. Der online Umsatz wächst, während der stationäre stagniert bzw. sogar zurückgeht. Dies gilt nicht nur für Amazon, sondern natürlich auch für das eigene online-Geschäft.

Was sind die Risiken ?
Hauptsächlich, dass gar nichts passiert und der allmähliche Verfall voranschreitet.

Was sind die Chancen ?
Das Unternehmen ist günstig bewertet und verdient Geld. Wenn es eine Initialzündung gibt (neues Management, neue Konzepte), dann hat die Aktie sehr viel Potential nach oben.

al_sting - Freitag, 13. April 2018 - 13:41
Vorschlag für ein Rechenbeispiel: Addiere mal die langfristigen, nicht kündbaren Mieten mit zu den Verbindlichkeiten (sind es ja auch, aber in Bilanzen in aller Regel nicht aufgeführt) und schaue, wie attraktiv der Buchwert dann aussieht.
Nur für den Fall, dass du eine Buchwertspeku beabsichtigen solltest...

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