Diskussionsforum der stw-boerse: Auslandswerte: Svenska Handelsbanken
al_sting - Montag, 20. Juli 2015 - 08:52
Svenska Handelsbanken (ISIN SE0000152084) ist eine skandinavische Großbank, die neben Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland auch in Großbritannien ein zunehmend wachsendes Filialnetz hat. Die Bank ist in ihrem Schwerpunkt eine Retailbank.
Die Bank pflegt die Bank eine ganz eigene Unternehmensphilosophie, die sich mir in diesem Interview von 2011 erschloss: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/svenska-chef-uggla-jeder-bankenzyklus-hat-uns-staerker-gemacht/5957722.html
Zu den Besonderheiten gehört eine starke Dezentralisierung bei vielen Entscheidungen, in aller Regel entscheiden die einzelnen Filialen auch über sehr hohe Kredite. Weiterhin werden die Anreizsystem bei der Mitarbeiterbezahlung einerseits relativ niedrig gehalten und andererseits von langfristigen Parametern abhängig gemacht, um kurzfristig orientierte Spiele, wie sie im Investmentbanking üblich sind, nicht zu belohnen.

Für mich sind die Handelsbanken das lebende und auch am Aktienmarkt erfolgreiche Vorbild einer Alternative in der Finanzwirtschaft zu dem Investment-Bankstermodell. Vom Geschäftsmodell (Schwerpunkt auf Retail statt auf Investment) wie auch von der Unternehmensphilosophie (sehr langfristig).
Ich ertappe mich immer wieder dabei, es als Vorbild hinzustellen - und muss dann zugeben, dass ich von einem Aktienkauf wegen des hohen Preises immer Abstand nahm - und sich die Aktie trotzdem sehr positiv entwickelt. Hat etwas von Berkshire, ebenfalls ein Goldstandard seiner Branche, zugegeben einer derzeit eher günstig bewerteten Branche. Die Berkshire-Aktie habe ich irgendwann ungeachtet des Aktienpreises ins Depot aufgenommen, und im ersten Jahr stagnierte die Aktie, aber danach entwickelte sie sich sehr gut. Dieser Ansatz könnte auch für die Handelsbanken passen.

al_sting - Montag, 20. Juli 2015 - 10:12
Ein paar weitere Häppchen:

Wachstum: Auf lange Sicht ca. 5% per anno. Kaum bis gar keine Übernahmen, sondern organisches Wachstum durch Filialeröffnungen in neuen Märkten. Und ich bevorzuge bekanntlich organisches Wachstum.
Stammmärkte: Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark,
Aktuelle Wachstumsmärkte: Großbritannien und Niederlande.

Profitabilität: Seit Jahrzehnten erreicht Handelsbanken eine höhere Profitabilität als der Branchendurchschnitt, auch deshalb eine Art Goldstandard für Banken.

Dividenden: Derzeit etwa 5% Dividendenrendite, es gab aber in der Vergangenheit aber auch mal Jahre ohne Dividende.

Großaktionäre: The Oktogonen Foundation (Art Stiftung von Mitarbeiteraktien) und Industrievärden mit jeweils 10,3%, der Rest unter 3%

Leseempfehlung: MMI hat in Februar/März 2015 Handelsbanken in einer Serie von drei Beiträgen analysiert. Dabei ist er tiefer in die Bilanz eingedrungen als ich das selber könnte, ja als ich es gut wiedergeben könnte. Ihm war die Aktie allerdings letztlich zu teuer:
Part 1: http://valueandopportunity.com/2015/02/24/svenska-handelsbanken-vs-deutsche-bank-what-to-look-for-when-investing-in-banks/
Part 2: http://valueandopportunity.com/2015/03/10/a-deeper-look-into-svenksa-handelsbanken-with-a-little-help-from-warren-buffett/
Part 3: http://valueandopportunity.com/2015/03/18/handelsbanken-part-3-where-is-the-upside-valuation/

Mit etwa 5% Dividendenrendite und etwa 5% Wachstum p.a., also 10% kulmuliertem Zuwachs, kratzt Handelsbanken also eigentlich an meinen Anforderungen für Investments (10-15%). Und mit einem KGVe15 = 16,9 ist Handelsbanken auch nicht gerade billig.
Damit fällt Handelsbanken eigentlich auch heute aus meinem Beuteschema heraus.
Allerdings halte ich Handelsbanken für eine Art Goldstandard für Banken und ich bin neugierig, ob Buffets späterer Ansatz "Zahle solide Preise für exzellente Qualität" hier funktioniert.

al_sting - Dienstag, 21. Juli 2015 - 15:03
Ich vergaß gestern meinen Kaufauftrag.
Die Aktie ist in letzter Zeit etwa gesprungen. In der Hoffnung, dass sie auch künftig etwas springt, setzt ich ein Kauflimit auf 13,30€
--> Kauf 750 Stück, 13,30€, Frankfurt

al_sting - Mittwoch, 22. Juli 2015 - 19:04
Der Kaufauftrag gilt wird für den Juli storniert und gilt erst wieder ab dem 1. August, bei gleichen Konditionen.
Grund: Nur eine Neuaufnahme pro Monat, und das wird im Juli Balda

prof - Donnerstag, 23. Juli 2015 - 00:02
Das nenne ich konsequent und würde mir wahrscheinlich nicht passieren ...
;-) Prof

al_sting - Freitag, 21. August 2015 - 11:50
Nur fürs Protokoll: Heute hätte der Auftrag zu 12,96€ bedient worden, wenn ich ihn nicht auch für den Rest des August storniert hätte. Mal sehen, was der September bringt. :-)

al_sting - Montag, 24. August 2015 - 12:05
Adaption dieses lange verschobenen Kaufauftrages:
Kauf 750 Stück, Frankfurt, unter folgenden Bedingungen:
1. Litim 13,30€
2. Kauf erst ab September (weitere Verschiebungen nicht ausgeschlossen)
3. Kauf erst bei DAX > GD 10 (Freigabe durch Prof)

Der dritte Punkt ist neu, Übernahme von Profs charttechnischer Vorgabe auf den aktuellen Kurseinbruch, um möglichst ein fallendes Messer zu vermeiden.

prof - Montag, 24. August 2015 - 12:12
GD 10 war ein guter Indikator für den Wiedereinstieg nach den letzten Einbrüchen vom August und Oktober 2014. Vielleicht klappt es ja wieder.
Prof

al_sting - Montag, 7. September 2015 - 21:35
Orderstreichung

Grund: In Schweden scheint es eine ungesunde Form der Kreditfinanzierung für Immobilien zu geben. Laut dem untenstehenden Artikel haben 70% aller schwedischen Hausbesitzer Kredite ohne Tilgungsanteil, und das Verhältnis von Verschuldung zu verfügbarem Haushaltseinkommen gehört zu den höchsten in Europa.
Meine Sorge: Wenn der Immobiliemarkt und die Wirtschaft aus irgendeinem Grund ins Rutschen kommen, gibt es viele notleidende und platzende Kredite. Solche Immobilienrisiken sind das perfekte Rezept, um Retailbanken zu zerlegen.

Auch wenn das Land jetzt gegenzulenken scheint: Auf dieses mir neue Risiko verzichte ich vorerst lieber.
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http://www.reuters.com/article/2015/09/05/sweden-mortgages-idUSL5N11B0GM20150905
Sweden plans mandatory mortgage repayment to cool housing market

Sweden's government has reached an agreement with opposition parties on a proposal that will force home owners to pay off some of the principal on new mortgage loans, in a move aimed at cooling the country's housing market.

Currently, around 70 percent of Swedish home owners have interest-only mortgages, meaning they do not pay off any of the principal of the loan they have borrowed.

The country has a household loan-to-disposable income ratio of more than 170 percent, one of the highest in Europe, and economists have warned it needs to take steps to rein in consumer borrowing to avoid a potential crash.

The centre-left government said on Saturday it would give the country's Financial Supervisory Authority (FSA) a legal mandate to require home owners to pay down some of the principal on new mortgages.

The move, which would exclude mortgages on newly constructed homes, would take effect from May 1 next year, it said in a statement.

The FSA has previously suggested home buyers should be required to pay down 2 percent of the principal per year on new mortgages until the loan is 70 percent of the property value, and then pay off 1 percent a year until the loan/value ratio is 50 percent.

Most banks already require new mortgage borrowers to pay down the principal to some extent and have called for tougher regulation to cool the housing market. (Reporting by Sven Nordenstam; Editing by Mark Potter)

al_sting - Mittwoch, 22. März 2017 - 10:54
MMI mag weiterhin Handelsbanken: http://valueandopportunity.com/
Seine Kurzzusammenfassung:
"Despite the unspectacular results, I do think that Handelsbanken is on a good track. Clearly a lot of other banks promise potentially higher short term returns, but as the future is always uncertain, I think chances are good that Handelbanken will beat them (again) in the long run.

I also like the fact that this unique company seems to be totally misunderstood by analysts. Instead of comparing Handelsbanken to badly run banks like Deutsche Bank or Commerzbank, I think the right comparison would be other high quality non-banks which trade at significant higher multiples.

But even without any multiple expansion, I do think that Handelsbanken will be a good but unspectacular long-term investment, exactly what I am looking for.

For the portfolio, I will in a first step increase the allocation by ~0,8% with more to follow.This is a company where I want to be a long-term owner because I think it is one of the best run financial institutions in the world."

Ich stimme seinen Gründen für die Wertschätzung der Handelsbanken weitgehend zu, viele attraktive Punkte.

Meine zentrale Sorge war und ist die von mir gesehene Immobilienblase in Schweden, die bei einer harten Landung auch auf die Banken zurückschlagen würde. Darauf hat MMI eine bemerkenswerte Antwort: "Interestingly, Sweden is the only country I know which has actively increaesd capital requirements significantly for banks for this very reason."

Daher kommt Handelsbanken bei mir wieder auf die Watchlist. Derzeit habe ich genug Werte in der Finanzwirtschaft, aber Handelsbanken könnte ein Nachrücker werden, wenn ich Finanzwerte verkaufe. Coface beispielsweise wird nach der Frankreichwahl hinterfragt werden.

al_sting - Dienstag, 11. April 2017 - 22:07
Lesenswerte Analyse: http://seekingalpha.com/article/4057081-svenska-handelsbanken-high-quality-bank-4-percent-yield

al_sting - Montag, 29. Mai 2017 - 10:53
Kauf 1.150 Stück, Nasdaq OMX Nordic, nächster Kurs.

al_sting - Montag, 29. Mai 2017 - 11:13
Nächster Handel, 10:54 Uhr, Kurs 122,20 SEK = 12,582€

--> 1.150 x 12,582€ = 14.469,30 €

al_sting - Donnerstag, 29. Juni 2017 - 08:30
Solide Analyse, wenn auch ohne spektakulär neue Erkenntnisse: http://seekingalpha.com/article/4080845-svenska-handelsbanken-different-kind-beast

al_sting - Freitag, 27. Oktober 2017 - 13:52
Svenska Handelsbanken hat die Q3-Zahlen veröffentlicht. http://www.handelsbanken.com/shb/shbpress.nsf/info?OpenAgent&doc=2702787&sid=seenreg
Unter dem Strich sind die Gewinne gefallen, weil einige Einmalergebnisse des letzten Jahres wegfielen, die Börse reagierte etwas enttäuscht. Auf operativer Ebene hingegen zeigen alle Ergebnisparameter eine erfreuliche Entwicklung, so dass ich vollauf zufrieden bin.
Ich gehe mit dieser Einschätzung konform, dass die Börsen die Zahlen falsch verstanden haben http://seekingalpha.com/article/4114979-handelsbanken-q3-markets-got-wrong

Mein Depot und damit die durchschnittliche Positionsgröße ist in den letzten Monaten angestiegen, während Handelsbanken stagnierte. Da mir die Entwicklung von Handelsbanken gefällt, stocke ich diese Position leicht auf die heute übliche Positionsgröße auf.
Kauf 100 Stück, Nasdaq OMX Nordic, nächster Kurs

al_sting - Freitag, 27. Oktober 2017 - 14:19
Nächster Handel, 13:53 Uhr, Kurs 119,20 SEK = 12,247€

--> 100 x 12,247€ = 1.224,70 €

Neuer durchschnittlicher Kaufkurs: 12,56€

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