Diskussionsforum der stw-boerse: Auslandswerte: SalMar; ISIN NO0010310956
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prof - Dienstag, 1. Mai 2018 - 21:16
Prinzipiell hast Du mit den Steuern vielleicht recht, aber:

- Werden im Gegenzug auch Steuern gesenkt?
- Wird dann der Lachs eher dort produziert, wo wahrscheinlich noch viel größere Schäden angerichtet werden?
- Wird vom Verbraucher auf billiges Schweine- und Geflügelfleisch ausgewichen?

levdul1 - Dienstag, 1. Mai 2018 - 21:52
Ich kenne die norwegische Regierung nicht so gut, aber immerhin haben sie statt 25'000 € Schulden pro Bürger (wie in Deutschland), ca. 300'000 € Guthaben pro Bürger durch einen Staatsfonds aufgebaut. Zu diesem hat hauptsächlich die Ölindustrie mit Steuern beitragen müssen, trotz dieser Steuer sind norwegische Ölunternehmen noch gut im Geschäft.

Die Lachsindustrie hat wahre Boomjahre hinter sich. Die Eigenkapitalrendite liegen über 30 % und damit jenseits von allen Sektoren, in denen Konkurrenz besteht.
Da Al_sting uns regelmäßig mit Nachrichten versorgt (vielen Dank dafür), lese ich aber auch, dass dabei zahlreiche Umweltprobleme entstehen. Wenn sich bei der Eindämmung dieser die Lachsunternehmen beteiligen, finde ich das nur OK.

Deine Fragen haben einen Anklang von politischen/philosphischen Charakter. Bei diesen Themen habe ich zwar eine Meinung, bin aber weit davon entfernt eine Experte zu sein.

al_sting - Mittwoch, 2. Mai 2018 - 09:34
Sehe es ähnlich wie Levdul und kann mich über eine zusätzliche Besteuerung nicht empören.
Die Lachszüchter haben in den letzten Jahren ein sehr gutes Geschäft zu hohen Margen gemacht. Zugleich ist durch die stark wachsende Fischzucht die ökologische Belastung des Wassers stark gestiegen. Wenn entweder die Zuchtfarmen die Umweltbelastung reduzieren oder aber den Staat durch Sondersteuern bezahlen, so dass dieser die ökologischen Belastungen behandeln kann, erscheint mir das nur angemessen. (Sprich ich hielte eine Besteuerung nach Stärke des "ökologischen Abdrucks" angemessen, wobei die detaillierte Bemessung sicherlich umstritten ist).
Zugleich ist Norwegen erfahrungsgemäß bodenständig genug, dass sie ihre Lachszüchter mit den Abgaben sicherlich nicht erdrosseln werden. Die Margen dürften allerdings leiden, was Auswirkungen auf die Aktienbewertung haben sollte.

levdul1 - Freitag, 22. Juni 2018 - 12:07
Ich habe heute meinen letzten Teil an Salmar verkauft. Bei 4-traders habe ich gesehen, daß in den nächsten Jahren 80 % des Gewinnes als Dividende ausgeschüttet werden sollen. Das heißt natürlich im Gegenzug, dass es keine Investitionsmöglichkeiten mehr gibt.

Da die norwegische Regierung eine recht hohe Quellensteuer auf die Dividende erhabt und die Aktienbewertung auch keinen Schnappen mehr signalisiert, ist Salmar für mich nicht mehr interessant.

Ich werde weiter an Bakkafrost festhalten, welche zwar nicht ganz so profitabel sind, dafür aber nur 67 % der Gewinne ausschütten.

al_sting - Freitag, 22. Juni 2018 - 12:22
"Bei 4-traders habe ich gesehen, daß in den nächsten Jahren 80 % des Gewinnes als Dividende ausgeschüttet werden sollen. Das heißt natürlich im Gegenzug, dass es keine Investitionsmöglichkeiten mehr gibt."
SalMar hat in den letzten Jahren sehr viel in die Anlagen für die Offsore-Fischzucht investiert. Die Anlage ist fertig, dieser Investitionsbedarf entfällt. Und Lachszucht ist derzeit generell so teuer, dass die Übernahme kleinerer Konkurrenten, wie sie von SalMar in der Vergangenheit gerne praktiziert wurde, derzeit ökonomisch wenig attraktiv erscheint. Also auch kein Cashbedarf.
Daher erscheint mir SalMars Entscheidung schlüssig, die Dividendenquote zu erhöhen. Meine Wertschätzung für das Management von SalMar steigt dadurch eher weiter.

Ich finde aber gleichermaßen deine Entscheidung für den Ausstieg richtig. SalMar an sich und die Lachszucht als Ganzes sind gerade sehr teuer bewertet, Krisen und Probleme sind absolut nicht mehr eingepreist. So wie SalMar keine Rücklagen mehr zur Übernahme anderer Lachszüchter anlegt, muss man auch als Aktionär jetzt nicht unbedingt Lachszüchter halten.

Bei niedrigeren Preisen aber immer wieder gerne!

levdul1 - Freitag, 22. Juni 2018 - 13:14
Bei günstigen Kursen schaue ich auf alle Fälle wieder genau hin. Hat ja auch bei der letzten Korrektur sehr gut geklappt :-)

al_sting - Dienstag, 31. Juli 2018 - 23:03
Hmm.
Marine Harvest baut in Chile Bockmist, und die Kurse aller Lachszüchter inkl. MH profitieren.
http://www.taz.de/!5525385/

Welchen Aspekt verstehe ich gerade nicht?

levdul1 - Dienstag, 31. Juli 2018 - 23:51
Ich kann den Link leider nicht öffnen.

Salmar ist heute auf ein neues Allzeithoch gegangen. Sicherlich könnte ich den entgangenen Gewinnen nachtrauern, aber ich finde die Aktie im Augenblick zu teuer. Deshalb verfolge ich sie auch nicht mehr so genau. Obwohl ich die Lachszucht immer noch als ein Zukunftsthema sehe. Besonders, wenn man sich die Lachspreise im Supermarkt anschaut...

al_sting - Mittwoch, 1. August 2018 - 11:17
Kurz gesagt: Marine Harvest sind Hunderttausende Zuchtlachse in Chile ausgebrochen, mit Risiken für das regionale Ökosystem und mit hohen Folgekosten für MH, um diese Risiken zu minimieren.

http://www.taz.de/!5525385

chfin - Mittwoch, 1. August 2018 - 13:47
Den TAZ Artikel habe ich auch gesehen und mich über die Behauptung negativer Folgen für die Fressfeinde der Lachse gewundert und ein bisschen gegoogelt.

Finanzielle Folgen: bis zu 14 Mio USD Kosten, davon ca. 7 Mio verlorene Ware.
Regulatorisch: die beschädigte Anlage wird für 30 Tage geschlossen. Die Firma bemüht sich um Einfangen möglichst vieler Fische. Bei Rückfang unter 10% gilt formal "environmental damage is assumed". Konsequenzen?

Geschehen ist: Durch Sturm am 4.+5. Juli wurden 10 Käfige beschädigt und Lachse daraus entkamen. 9 der 10 Populationen waren zuvor mit Florfenicol behandelt worden, einem Tierantibiotikum ähnlich Chloramphenicol. Bei 6 der 9 war die Wartezeit bereits abgelaufen, bei 3 ist sie spätestens am 13.6. abgelaufen gewesen. Wartezeit abgelaufen = unbedenklich für menschlichen Verzehr.
Proben von zurückgefangenen Fischen ergaben: 80% Florfenicol nicht nachweisbar, 20% Florfenicol bis 1/50 der zulässigen Grenzwert.

Fazit: finanziell bei 490 Mio Aktien 3 US-cent Gewinnminderung. Ökologisch keine Gefährdung der Fressfeinde inkl. Menschen, keine Resistenzbildung. Was von der angeblichen Gefahr für die lokale Lachswildpopulation durch womögliche Einkreuzung norwegischer Lachse zu halten ist, kann ich nicht beurteilen.

4 Wochen nach dem Vorfall war das m.E. ein typischer Greenpeace-Alarmismus-Artikel in der TAZ.

chfin - Mittwoch, 1. August 2018 - 13:49
PS - Referenzen
http://fis.com/fis/worldnews/worldnews.asp?monthyear=&day=13&id=98285&l=e&special=&ndb=1%20target=

http://fis.com/fis/worldnews/worldnews.asp?monthyear=&day=12&id=98282&l=e&special=&ndb=1%20target=

al_sting - Mittwoch, 1. August 2018 - 13:52
Danke für die Einordnung

isabellaflora - Donnerstag, 2. August 2018 - 12:49
Lieber chfin,

klasse zusammengefasst - ein knappes Dankeschön ist das fast zu wenig ;-)

Deine Ausführungen zeigen leider allzu bitter, dass viele, sehr viele Publikationen der damals angesehenen allgemeinen freien Presse sich auf BILD-Niveau eingependelt haben. Ich kann vielfach leider nicht mehr ahnungsvoll einschätzen welchen Gehalt überhaupt noch Informationen haben, um entsprechend eine zuversichtliche Meinung mir bilden zu können.

Genug gejammert.

Gruß isa

prof - Donnerstag, 2. August 2018 - 17:07
Tja man muss halt entscheiden was wie in diesem Fall nur reißerische Panikmache ist oder was einen verheerdenden Einfluss auf einen ganzen Industriezweig hat (Dieselgate).

chfin - Donnerstag, 2. August 2018 - 19:51
@isabellaflora
Danke, gern geschehen.

PS in Text muss das Datum 13.7. und nicht 13.6. heissen.

chfin - Donnerstag, 16. August 2018 - 00:20
selbst die renomierten NZZ fallen (mit reichlich Verspätung) auf das NGO Getöse rein

https://www.nzz.ch/international/massenflucht-von-zuchtlachsen-ld.1411201

Merke: Meldungen mit Quellenverweis "Greenpeace" sind häufig toxisch.

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