Diskussionsforum der stw-boerse: Auslandswerte: Ukraine
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levdul1 - Dienstag, 28. November 2017 - 13:39
Ich sehe das anders. Sämtliche Geschäftswerte der Firma laufen in Hryvnia, so ebenfalls das Eigenkapital. Und aus letzterem werden die Dividenden ausgeschüttet. Wenn die ukrainische Währung nun abwertet, betrifft das in € alle Vermögensgegenstände einschließlich der auszuschüttenden Dividenden.

Somit ist ein Investment in MHP auch ein bisschen eine Wette auf den Wechselkurs.

al_sting - Dienstag, 28. November 2017 - 21:50
woodpecker von antizyklisch hat hier mitgelesen und schreibt dazu (und ich teile seine Meinung):

"Mein Standpunkt dazu ist wie folgt:

Der Wert des Unternehmens besteht in Grund und Boden, Pachtrechten, Maschinen usw. Diese werden verwendet um landwirtschaftliche Produkte erzeugen zu können.
Ihre Fähigkeit, zu produzieren, ist also von der lokalen Währung unabhängig und geht bei einer Abwertung nicht verloren. Vorallem wenn die Produkte gegen USD verkauft werden können.

Eigentlich müssten bei einer Abwertung die Assets entsprechend neu bewertet weden. Falls nicht, bekomme ich Boden etc ziemlich billig als ausländischer Aktionär. Und dazu noch niedrige Lohnkosten als Bonus.
Und genau das ist der Fall!

Aber es stimmt natürlich dass eine weitere Hyperabwertung ungut wäre.
Scheint mir aber unwahrscheinlich, nun da die heiße Phase des Konflikts durch ist."

levdul1 - Mittwoch, 29. November 2017 - 00:53
Ich denke, wie fast immer, hat hier jeder Recht, es hängt halt nur vom Blickwinkel ab.

Der Specht hat natürlich recht damit, dass man sich günstig Vermögenswerte einkauft. Ich als Aktionär bin aber hauptsächlich daran interessiert, dass diese Vermögenswerte Gewinne abwerfen. Und letztere verlieren halt Ihren Wert, wenn die Lokalwährung fällt.
Der Ursprung der Diskussion lag allerdings bei den Abschreibungen auf das Fremdkapital. Wenn MHP einen Kredit in USD aufnimmt, erhält die Firma einen Betrag X in Lokalwährung. Wenn diese nun um 50 % abwertet, ist der Betrag nur noch X/s in USD wert. Am Ende des Tages müssen jedoch die Zinsen und Tilgungsraten wieder in UDS geleistet werden.

Ich möchte den Wert auf keinen Fall schlecht reden. Die Zahlen sind einfach nur phantastisch (KBV=1,4 EKR = 30). Ich möchte im Falle eines Investments nur sicherstellen, dass die Gewinne nicht durch eventuelle Währungsverluste aufgefressen werden. Ich stimmme auch zu, dass auch ich in nächster Zeit keine Währungsverluste erwarte. Bis zur WM erwarte ich kein Wiederaufflammen des Ukraine-Konfliktes.

Ist A0QZ91 die richtige WKN ?

al_sting - Mittwoch, 29. November 2017 - 14:20
Es geht hier nicht um die Vermögenswerte, sondern um die Ertragswerte.
Da MHP seine Einnahmen größtenteils im Hardwährungsausland erzielt und diese Einnahmen relativ stabil waren, sehe ich mit einer Verschuldung in Hartwährung kein Problem.

Die wechselwährungsbedingten Ab- und Zuschreibungen sind in meinem Augen sowohl für den praktischen Geschäftsbetrieb als auch für die Schuldenbilanz irrelevant, spannend sind EBIT und Ebdita. Und die gefallen mir.

al_sting - Mittwoch, 29. November 2017 - 14:23
Zur WKN: Ja. Aber der Handel in Deutschland ist sehr dünn, so dass man dort aus dem Angebot kaufen muss. An der Londoner LSE ist sie hingegen recht liquide.

al_sting - Sonntag, 28. Januar 2018 - 15:41
Am 25.01. wurden erste Zahlen zum Absatz 2017 veröffentlicht. http://www.mhp.com.ua/en/media/press-releases/details/pre-close-trading-update-for-the-fourth-quarter-and-twelve-months-ended-31-december-2017
Meine Erkenntnisse:
Beim Hauptgeschäftsfeld Hünchenzucht blieben die Mengen unverändert, aber der Exportanteil in Richtung EU und Mena-Region stieg von 36% auf 41%. Damit verknüpft stieg der Verkaufspreis in ukrainischer Währung um 25%, bei nur 4% Abwertung gegenüber dem Dollar.
Spricht für deutlich steigende Gewinne, das erfreut den Aktienmarkt.

Kleinere Geschäftszweige, deren Umsatzanteil sich mir nicht erschlossen:
Die Ackersaaten (Snnenblumen- und Sojaöl, diverse Getreidesorten) liefen 2017 quantitaiv schlechter als 2016, (ohne Auskunft zu Verkaufspreisen), die Fleischverarbeitung wuchs mengenmäßig um 6%, bei einer Ertragssteigerung je Kilo um 16%.

Angesichts der hohen Gewichtung der Geflügezucht spricht das für gute Zahlen.

Interessante Zusatzerkenntnis: Der Chart kannte die guten Ergebnisse schon im Vorfeld, wie die seit Tagen steigenden Kurse demonstrieren. Das wiederum finde ich weniger erquicklich, habe ich als entfernter Kleinaktionär damit doch einen spürbaren Informationsnachteil.
Oder anders ausgedrückt: Bei MHP auch auf den Chart achten!

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