Diskussionsforum der stw-boerse: Auslandswerte: Russische Aktien
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al_sting - Freitag, 24. August 2018 - 11:28
Das Bauchgefühl ist bei mir ähnlich negativ. Insofern stehen eh nur die Alternativen Halten oder Verkaufen zur Diskussion.
Aber ich sehe auch hier keinen akuten Handlungs-bedarf, daher will ich mit der Überprüfung bis zum Jahresjubiläum warten. Falls dir (oder anderen Mitlesern) bis dahin weitere gute Argumente, Meinungen oder lesenswerte Links einfallen: Immer her damit!

al_sting - Samstag, 1. September 2018 - 09:36
Erfreuliche Halbjahreszahlen von Gazprom

Umsatz H1 2018: 3,97 Bio Rubel (entspricht 50,6 Mrd€ nach aktuellem Kurs)
Umsatz H1 2017: 3,21 Bio Rubel (entspricht 47,1 Mrd€ nach Kurs 1.9.2017)
Anstieg: +7,4%

Profit for the period attributable to Owners of PJSC Gazprom:
Gewinn H1 2018: 631 Mrd Rubel (entspricht 8,1 Mrd€ nach aktuellem Kurs)
Gewinn H1 2017: 381 Mrd Rubel (entspricht 5,6 Mrd€ nach Kurs 1.9.2017)
Anstieg: +44 %

http://www.investegate.co.uk/article.aspx?id=201808301553513135Z

Wenn das zweite Halbjahr (Winterhalbjahr) wie üblich stärker wird als das erste Halbjahr steuert Gazprom damit auf einen KGV von 3 zu.
Die Dividende von derzeit schon
Weiterhin hat Gazprom in den letzten 13 Jahren jeweils die Reserven erhöht, indem mehr förderbares Gas erschlossen als verbraucht wurde.

Angesichts dieser Zahlen ist die Überlegung zur weiteren Handhabung mit Gazprom abgeschlossen: Die Aktie wird gehalten. Eine Aktie mit KGV von 3-4 und einer Dividendenrendite um 5% verkaufe ich nicht ohne weiteres. Selbst wenn die Kaitalallokation nicht übermäßig gut sein dürfte, ist das eine extrem attraktive Bewertung.

prof - Samstag, 1. September 2018 - 11:04
Das klingt in der Tat alles sehr gut, es fragt sich also wie wahrscheinlich ein Worst Case Szenario ist, z.B. ein komplettes Russland Embargo oder die "Aussetzung" der amerikanischen ADR´s.

Es bleibt auch die Frage, warum die Aktie seit 2011 kontinuierlich fällt. Wenn man die Effektivität der Märkte voraussetzt, muss an dem Braten etwas faul sein!

al_sting - Samstag, 1. September 2018 - 17:26
"Wenn man die Effektivität der Märkte voraussetzt" - ICH setze diese nicht voraus. Ich gehe eher von einem manisch-depressiven Mr. Market aus.
Sonst würde ich mich gar nicht erst bemühen, Ineffektivitäten zu nutzen und Schnäppchen zu finden - zuweilen durchaus erfolgreich. ;-)

Im Ernst: Es gibt schon ein paar Gründe für eine schlechte Stimmung.
- Diverse westliche Anleger und Fonds dürften nicht in russische Aktien investieren dürfen. Und überhaupt, der kalte Krieg ist wieder in vollem Gange.
- Dem Unternehmen dürfte durch Korruption ein Teil der Gewinne verloren gehen.
- Es besteht die latente Gefahr, dass sich der russische Staat als Mehrheitsbesitzer an dem Unternehmen bedient...

Aber all diese Gründe könnten in den Hintergrund rücken, sobald die Stimmung umschlägt. Wann das ist - keine Ahnung.

al_sting - Donnerstag, 6. September 2018 - 10:42
Nachtrag Gazprom-Dividende
Betrag 0,22€, Auszahlungstermin 18.07.
--> 4.500 x 0,22€ = 990€

prof - Montag, 24. September 2018 - 08:56
Am Geld fehlt es Russland nicht! Ich kann mir nicht vorstellen, dass US-Gas mit dem Schiff günstiger ist als russisches Gas. In der nächsten Eskalationsstufe müssten die USA schon die Einfuhr von russischem Gas in die EU sanktionieren.

FRANKFURT (Dow Jones)--Russlands Präsident Waldimir Putin will die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 im Falle von US-Sanktionen gegen europäische Partner auch allein finanzieren. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, setzte Putin die Bundesregierung bei seinem Besuch am 18. in Meseberg über entsprechende Pläne in Kenntnis.
Dem Betreiberkonsortium des Pipelineprojekts, das ab Ende 2019 russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland transportieren soll, gehören neben dem russischen Hauptinvestor Gazprom auch fünf westeuropäische Firmen an, darunter die von Eon ausgegliederte Uniper und die BASF-Tochter Wintershall. Sie bürgen für eine Brückenfinanzierung, die bis zum Jahresende von Banken übernommen werden soll. Keiner der Konzerne könne sich leiten, wegen dieses Geschäftes von den USA mit Sanktionen belegt zu werden.
Hintergrund der russischen Finanzierungsofferte sind dem Bericht zufolge wiederholte Drohungen des US-Kongresses und der Regierung, auch das russische Energiegeschäft wegen der Wahlmanipulation 2016 mit Sanktionen zu belegen.
Die US-Regierung hatte am Donnerstag ihre Sanktionen gegen Russland erneut verschärft. Insgesamt 33 Einzelpersonen und Einrichtungen aus dem Bereich der russischen Streitkräfte und Geheimdienste wurden auf eine schwarze Liste gesetzt. Das Sanktionsdekret nimmt laut der Zeitung auch Bezug auf den Energiesektor, ohne allerdings konkrete Maßnahmen auszulösen.

al_sting - Montag, 24. September 2018 - 09:26
Der Verkauf von sowjetischem Öl und Gas in die BRD und Westeuropa war auch in den Hochzeiten des kalten Kriegs nie beeinträchtigt. Die SU brauchte die Devisen, die BRD brauchte das Öl, also ignorierte man bei allen Eskalationen und Sanktionen das Thema einfach und pragmatisch, und nie wurde die Versorgung zum Spielball politischer Drohungen, sei es Nachschubstopp oder Boykott.

Ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass die wirtschaftliche Eskalation dieser Tage höher schlägt als im heftigsten kalten Krieg. Zudem russisches Gas Auch heute ist russisches Pipeline-Erdgas preiswerter und versorgungssicherer als LNG, das über einen Ozean hergeschippert wurde. Und für Russland ist der europäische Absatzmarkt nach wie vor schlicht unverzichtbar.

Ich gehe zudem davon aus, dass aus diesem Grund ein Fall Skripal in Deutschland unwahrscheinlich ist. Russland würde eine ernsthafte Verstimmung Deutschlands viel mehr schaden als eine ernsthafte Verstimmung Großbritanniens. Denn dann könnte LNG plötzlich eine ernsthafte Option für Deutschland werden.

prof - Montag, 24. September 2018 - 11:02
Und der Anteil von russischem Gas und Öl am Energieverbrauch dürfte in den letzten 30 Jahren stark gestiegen sein.
- Aus der Nordsee kommt weniger
- Keine Steinkohlekraftwerke mehr
- Weniger Braunkohlekraftwerke und AKW
- Mehr Verkehr

Das gleichen die Sonne, Wind und Biogas nicht aus.

Wenn Deutschland gezwungen wird, auf russisches Gas zu verzichten, wird das ein sehr teurer Spaß für die Verbraucher!

al_sting - Mittwoch, 28. November 2018 - 20:56
Gazprom ist heute um 7% nach oben gesprungen.
Aus politischer Sicht für mich hochgradig überraschend. Angesichts der Eskalation im Asowschen Meer hätte ich eher mit Druck auf die Gazprom-Aktie gerechnet.
Heute kam auch keine Neuigkeit heraus, mit der ich diesen Kurssprung erklären könnte.
Einzige rationale Erklärung: Morgen sollen Quartalszahlen kommen, und Insider haben aufgrund des Vorabwissens guter Zahlen heute schon zugegriffen.

prof - Mittwoch, 28. November 2018 - 21:06
Ich habe mich auch schon gefragt und gefreut, zumal ja auch der Ölpreis in den letzten Wochen gecrasht ist. Inzwischen sind die 25% im Plus und das ist heutzutage nicht schlecht. Danke für die Vorstellung.

trick17 - Donnerstag, 29. November 2018 - 10:34
Es gibt Spekulationen im Markt, dass die Dividende im nächsten Jahr angehoben werden soll.
Link:

https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2018-11/45397390-gazprom-das-steckt-hinter-dem-kurssprung-124.htm

Für mich kein Grund, dass die Aktie steigt. der strark fallende Ölpreis ist mittelfristig nicht gut für Gazprom. Aktie ist aber auf dem aktuellen Niveau immer noch sehr moderat bewertet.
In einem Jahr um diese Zeit sind die drei großen Pipeline-Projekte (Turkstream, Nordstream 2, China) in Betrieb oder kurz davor. Dann dürfte der Ausblick für Gazprom deutlich freundlicher sein.

trick17

levdul1 - Donnerstag, 29. November 2018 - 11:46
Ich habe den russischen Markt über einen Aktienfonds abgedeckt, welchen ich von 2013 bis 2016 auf Sparplanbasis gekauft habe. Dieser Fond strebt auf sein 10-Jahreshoch zu.

Somit scheint Gazprom keine Ausnahme zu sein.

al_sting - Donnerstag, 29. November 2018 - 11:49
Dann fasse ich mal zusammen:
Pro Gazprom:
- Eine extrem moderate Bewertung
- Deutliche Gewinnsprünge (In Rubel Gewinnverdopplung bei den Halbjahreszahlen)
- Pipeline-Großprojekte sollten in der nächsten Zeit abgeschlossen werden.

Contra Gazprom:
- Die Eskalation im Asowschen Meer verschärft die Konfrontation Russlands nicht nur mit der Ukraine, sondern auch mit dem Westen.
- Insbesondere sofern die Befürchtung des Kommentators der Nowaja Gazeta vor einem Winterkrieg ur Eroberung der ukrainischen Küste de Asowschen Meeres eintrifft - sowohl auf der Krim als auch im Donezk-Becken hat Putin ausreichend Rücksichtslosigkeit gezeigt, um eine Wiederholungstat nicht mit Sicherheit auszuschließen.
http://www.dekoder.org/de/article/felgengauer-asowsches-meer-berdjansk
- Spätestens in diesem Fall wird der Druck auf Deutschland massiv zunehmen, NordStream zu stoppen - nicht zuletzt um der Ukraine mit der benötigten Gaspipeline durch ihr Land ein besseres Verhandlungspfund gegenüber Russland zu geben.
- Die Amis könnten auch Russlands finanzielle Verbindungen aggressiver angehen, beispielsweise durch ein Einfrieren von in den USA gelagerten Gazprom-ADRs. (Der Cum-Fake-Skandal mit ADRs könnte deren Standing eh schon geschwächt haben)

Ach ja: Einen europäischen Boykott russischen Öls oder Gases halte ich für ausgeschlossen. Das gab es auch nicht in den heißesten Zeiten des kalten Kriegs.

Will sagen: Rein ökonomisch spricht alles für Gazprom. Aber die Risiken politischer Kollateralschäden halte ich auch für relevant.

prof - Dienstag, 4. Dezember 2018 - 18:50
Vielen Dank für die gründliche Analyse.

- Ein Scheitern von Nordstream 2 wäre mittelfristig noch verschmerzbar.
- Ein Einfrieren der ADRs wäre eine Katastrophe.

Die USA verkaufen natürlich lieber ihr eigenes Gas und in Deutschland kommt es bei den völlig aus dem Ruder gelaufenen Energiekosten jetzt auch nicht mehr auf noch teureres Erdgas an?

Ich habe 40% meiner Bestände mit einem Gewinn von 20% inkl. Dividende gegeben.
Danke an Al!

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